Aston Martin V8 Vantage S: Eine Extra-Prise Power

Von Jürgen Pander

In den höheren Sphären des Autobaus geht es um Kleinigkeiten. Zehn PS mehr zum Beispiel können ein großer Unterschied sein - nicht in der Realität, aber in puncto Image und Begehrlichkeit. Mit diesem Wissen legt nun Aston Martin das Modell V8 Vantage S auf. 

Aston Martin V8 Vantage S: Zehn PS mehr Fotos

Ulrich Bez, seit Juli 2000 Vorstandschef des englischen Sportwagenherstellers Aston Martin, kennt das Geschäft mit sehr schnellen Autos von der Pike auf. Er war unter anderem Chef der BMW Technik GmbH als der Z1 entstand und davor Entwicklungschef bei Porsche. In Zuffenhausen wird auch seit jeher die Kunst gepflegt, eine Sportwagenbaureihe in viele kleine Nischen-Typen zu zerlegen. Von der aktuellen 911-Carrera-Serie etwa gibt es inzwischen mehr als 20 unterschiedliche Varianten.

Aston Martin verfolgt, in bescheidenerem Stil, eine ähnliche Strategie. Der Sportwagen V8 Vantage, den es als Coupé (seit Herbst 2005) und Roadster (seit März 2007) gibt, erhält nun Zuwachs durch die Modellvariante V8 Vantage S, die ab März bestellbar sein wird. Das neue Auto hebt sich nicht nur durch das "S" in der Modellbezeichnung vom bekannten Modell ab, sondern auch durch zehn PS mehr Leistung, denn der 4,7-Liter-V8-Aluminiummotor der aufgebrezelten Variante leistet 436 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 490 Nm bereit.

Als Endgeschwindigkeit gibt Aston Martin 305 km/h an, als Durchschnittsverbrauch 12,9 Liter je 100 Kilometer. Der exakte Wert für die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 wurde bislang noch nicht ermittelt, doch er wird, das ist logisch, unter 4,9 Sekunden liegen, denn so schnell prescht schon das normale Modell aus dem Stand auf 100 km/h. Man sieht gleich: In jeder Hinsicht ist der neue V8 Vantage S einen Tick stärker, schneller, durstiger, aggressiver als das bekannte Auto.

Bei Otto-Normalfahrer lösen solche minimalen Unterschiede vermutlich nur Schulterzucken aus. Für Sportwagenfans oder gar Menschen, die den Kauf eines Zweisitzers in der Preisklasse deutlich oberhalb von 100.000 Euro erwägen, sind derartige Nuancen jedoch extrem wichtig, mitunter gar kaufentscheidend. Zumal sich der V8 Vantage S tatsächlich knackiger und bissiger fahren dürfte. Denn es wurde nicht nur der Motor stärker, sondern auch das Fahrwerk strammer, wozu neue Federn und Dämpfer beitragen. Dazu gibt es einen neue, direktere Lenkübersetzung (15:1 statt bislang 17:1), größer dimensionierte Bremsscheiben an der Vorderachse und breitere Hinterreifen auf den 19-Zoll-Rädern.

Neu bei Aston Martin ist ein automatisiertes Siebengang-Getriebe

Als wichtigste technische Neuerung wird bei Aston Martin jedoch das automatisierte Siebengang-Getriebe genannt. Bislang mussten V8-Vantage-Fahrer mit sechs Gängen klarkommen, jetzt ist es einer mehr, und die sind entsprechend kürzer abgestuft. Von einer Lösung mit Doppelkupplung, heißt es am Firmensitz in Gaydon, habe man mit Blick auf das höhere Gewicht und die höhere Komplexität abgesehen.

Mit dem S-Modell, so steht es im Dossier zum neuen Auto, solle die Lücke zwischen dem bisherigen Modell und dem GT4-Rennauto auf der gleichen Basis geschlossen werden. Es geht also um die auch bei Ferrari, Porsche oder Jaguar bewährte Mischung aus Vollgasfaszination und Luxus. Immerhin gehen allein 50 Arbeitsstunden für die Lackierarbeiten eines Vantage S drauf, und 70 sind nötig, um den Innenraum weitgehend in Handarbeit einzurichten. Der Preis der S-Varianten wurde bislang noch nicht kommuniziert, doch da das normale Coupé schon 115.150 Euro kostet, werden sich Interessenten wohl auf rund 150.000 Euro für das geschärfte Modell einstellen müssen. Schneller lässt sich im Autogeschäft mehr Gewinn nicht erzielen.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. 35.000
Stephantastisch 27.01.2011
35.000 EURO für 10 PS mehr. Boah ey. Schönes Auto.
2. Stimmt
Periander 27.01.2011
Zitat von Stephantastisch35.000 EURO für 10 PS mehr. Boah ey. Schönes Auto.
Da haben die wohl bei Porsche abgekuckt: Ausstattung weglassen und dafür Aufpreis kassieren(!), oder das Coupe (Cayman) 10,000 teurer als das Cabrio (Boxter) verkaufen. Lamborghini macht auch ähnliches (sie Gallardo). Solange es die Käufer mitmachen, geschieht das Ihnen recht!
3. Gegen Titel
cor 27.01.2011
Zitat von PerianderDa haben die wohl bei Porsche abgekuckt: Ausstattung weglassen und dafür Aufpreis kassieren(!), oder das Coupe (Cayman) 10,000 teurer als das Cabrio (Boxter) verkaufen. Lamborghini macht auch ähnliches (sie Gallardo). Solange es die Käufer mitmachen, geschieht das Ihnen recht!
Genau, jetzt haben Sie's denen aber gezeigt! Als ob diesen Kunden 10000 hin oder her was ausmachen würden... PS es heisst "Boxster" und der Motor dazu heisst "Boxermotor". Sry für's kleinliche Verbessern, aber das machen unheimlich viele Leute falsch.
4. °
Satiro 27.01.2011
>> maximales Drehmoment von 490 Nm und ein automatisiertes Siebengang-Getriebe
5. S
59755 27.01.2011
Zitat von corGenau, jetzt haben Sie's denen aber gezeigt! Als ob diesen Kunden 10000 hin oder her was ausmachen würden... PS es heisst "Boxster" und der Motor dazu heisst "Boxermotor". Sry für's kleinliche Verbessern, aber das machen unheimlich viele Leute falsch.
Ja stimmt schon Boxschter. Aber auch mit den S drin ist und bleibt es ein Xcheixx Auto. Dass die bei Eschten die viel schöneren Autos bauen als die in Zuffenhausen wird hier wohl niemand bestreiten.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
Twitter | RSS
alles zum Thema Aston Martin
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 12 Kommentare
Aktuelles zu


Aktuelles zu