Audi A1 Ein Mini aus Ingolstadt

Generalstabsmäßig wurde auf die Premiere des Autos vorbereitet: Seit vor drei Jahren in Tokio die Studie A1 Projekt Quattro enthüllt wurde, gilt der Mini-Audi als das neue, große Ding aus Ingolstadt. Im Brüsseler Werk wird das Auto bereits gebaut - SPIEGEL ONLINE zeigt die ersten Bilder.

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Audi A1: Auffällige Dachkonstruktion
Eigentlich wollte der VW-Konzern seine Fabrik in Brüssel vor ein paar Jahren schließen. Doch dann sprang Audi in die Bresche, modernisierte das Werk für einen dreistelligen Millionenbetrag und machte die Anlage zur Basis für eine Art Zwergenaufstand: Denn um der BMW-Marke Mini Paroli zu bieten, den Kundenstamm zu verjüngen und dem Trend zum kleineren Auto zu folgen, baut Audi in Belgien das neue Einstiegsmodell der Marke, den A1.

Noch bevor der Kleinwagen auf der technischen Basis des VW Polo beim Autosalon in Genf Anfang März Weltpremiere feiert und dann ab Sommer bei den Händlern steht, veröffentlichen die Ingolstädter jetzt die ersten Daten und Fotos. Die Bilder zeigen einen Dreitürer von 3,95 Metern Länge, der sich stark an der Studie "Metro Project Quattro" aus dem Jahr 2007 orientiert und eigentlich nur eine Überraschung bietet: Während die Frontpartie mit dem aerodynamisch geglätteten Single-Frame-Kühlergrill und den auffälligen Scheinwerfern vertraut wirkt ist die Seitenansicht ziemlich ungewohnt.

Wie schon bei der Studie vor drei Jahren ist auch beim Serienmodell die Dachlinie in einem metallischen Farbton lackiert, was den Wiedererkennungseffekt erhöht. So poppig und bunt wie der Mini oder der Citroën DS3 ist der A1 zwar nicht, doch bringt der neue, kleine Audi deutlich mehr Pep auf die Straße als der technisch identische VW Polo, der optisch eher ein Langweiler ist.

Außen typisch Audi, aber innen darf der Kleine etwas Farbe zeigen

Dem Auto eine gewisse Originalität mitzugeben war eine der wichtigsten Aufgaben der Interieur-Designer. Bei 2,47 Meter Radstand kann der Innenraum nicht allzu üppig ausfallen. Audi bietet den A1 deshalb zunächst nur als Viersitzer an. Der Zustieg zum Fond soll durch sogenannte Easy-Entry-Sitze erleichtert werden. Und im Heck bleiben noch 267 Liter Stauvolumen für das Gepäck.

Wie in kaum einem anderen Audi kann der Kunde beim A1 mit Farben und Formen spielen, die Tönung des Innenraumlichts wählen und sogar beleuchtete Lautsprecher bestellen. Dazu gibt es für die Kunden ein üppiges Infotainment-Programm, das dem Angebot in größeren Audi-Modellen in nichts nachsteht. Und so schwingt auch beim A1 der Navigationsmonitor so selbstverständlich aus dem Cockpit, als säße man in einem A8.

Bei der Technik hört der Drang zu Höherem allerdings auf. Wie eigentlich immer spricht Audi zwar von einem knackigen Fahrwerk samt elektronischer Quersperre und einer sehr direkten Lenkung, was den A1 angeblich zum sportlichsten Auto seiner Klasse machen solle. Die Motorenpalette jedoch folgt erst einmal dem Gebot der Sparsamkeit: Der A1 startet mit je zwei vergleichsweise kleinen Benzin- und Diesel-Motoren, die eine Leistungsspanne von 86 bis 122 PS abdecken. Für einen Kleinwagen ist das zwar allemal genug, doch bei Konkurrenzmodellen wie Mini (bis zu 211 PS) oder der Alfa Romeo Mito (bis zu 170 PS) sind die maximalen verfügbaren Motorleistungen deutlich höher.

Alle Varianten fahren mit Start-Stopp-Automatik und Rekuperation vor

Freilich passen die bescheideneren Motorisierungen perfekt zum gegenwärtigen Effizienz-Trend. Der Bordcomputer ist darüber hinaus mit einem Sparprogramm bestückt, alle Maschinen erhalten eine Start-Stopp-Automatik und es ist ein System zur Rückgewinnung der Bremsenergie (Rekuperation) an Bord. Weil zudem das Grundgewicht bei relativ mageren 1045 Kilogramm liegt und der Wagen an der Frontpartie sowie am Unterboden aerodynamisch optimiert wurde, ist der genügsamste A1 im Durchschnittsverbrauch mit 3,8 Litern zufrieden. Und selbst das vorerst stärkste Modell geht mit 5,2 Litern noch als recht sparsam durch.

Audi will mit dem A1 Stückzahl machen und möglichst viele neue Kunden für die Marke gewinnen. Später, so die Hoffnung, werden die Einsteiger dann einen A4 oder A6 kaufen. Andererseits soll der A1 auch als exklusiver Kleinwagen wahrgenommen werden. Das gewährleistet schon der Basispreis von voraussichtlich rund 16.000 Euro. Den Hauptkonkurrenten Mini gibt es für fast 1000 Euro weniger, und der technisch eng verwandte Polo ist bereits ab 12.150 Euro zu haben.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
Akka, 10.02.2010
1. ganz nett
Der A1, letztendlich ein netter Zweisitzer. Auch noch so bequem zu handhabende vordere Klappsitze ersetzen nicht die zwei fehlenden Hintertüren. Zum Kindertransport sicherlich gut geeignet, aber schon Teenagern fehlt nicht nur der bequeme Einstieg sondern auch im Notfall der schnellstmögliche Ausstieg.
stupp 10.02.2010
2. Langweilig...
Während der A2 ein sowohl konstruktiv als auch im Design wirklich innovatives Fahrzeug war, ist der A1 einfach nur langweilig: Ein paar Design-Spielereien kombiniert mit völlig unnützen Öko-Gadgets für das Gewissen (Rekuperation). Das genügt heutzutage einfach nicht mehr! Da bringen andere Hersteller wesentlich interessantere Produkte (Mitsubishi MIEV). Schade, daß sich Audi im "Premium-Bereich" ausruht. Aber offensichtlich geht es denen da zu gut - und sowas macht faul...
Blitztrumpf 10.02.2010
3. schade
Also optisch finde ich den Wagen nicht besonders. Da kann ich dem Polo schon eher was abgewinnen (Ich muss wohl langweilig sein). Arg störend finde ich auch den übertriebenen "bösen Blick" der Scheinwerfer, den man nun bei jedem Audi serienmäßig dabei hat. Das war früher eigtl. immer ein Erkennungsmerkmal eines assozial "gepimpten" Renault Twingos oder Opel Corsas. Bzgl. der "zu schwachen" Motorisierung: Hallo? 122PS auf nicht mal 1,1 Tonnen Gewicht sind doch mehr als ausrechend. Gerade die Zielgruppe des Wagens, die recht jungen Erwachsenen hat idR nicht die Fahrpraxis die man für ein 200PS(und mehr) Geschoss haben sollte...
SoJaco, 10.02.2010
4. Bekanntes Gesicht neu aufgewärmt
Liebe Ingolstädter, musstet Ihr den bösen Scheinwerferblick unbedingt auch noch dem kleinsten Modell an den Bug modellieren? Ein etwas freundlicherer Gesichtsaudruck (wie z.B. beim ersten A3) wäre auch mal wieder schön gewesen, gerade bei einem politisch korrekten Kleinmobil wie dem A1. Wer es aggressiver mag, kann dann immer noch zum Tuner rennen ...
hollo43 10.02.2010
5. Kein Hingucker
Zitat von sysopGeneralstabsmäßig wurde auf die Premiere des Autos vorbereitet: Seit vor drei Jahren in Tokio die Studie A1 Projekt Quattro enthüllt wurde, gilt der Mini-Audi als das neue, große Ding aus Ingolstadt. Im Brüsseleler Werk wird das Auto bereits gebaut - SPIEGELONLINE zeigt die ersten Bilder. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,676774,00.html
Die Front besteht nur noch aus gigantischen Lufteinlässen. Das hat man, obwohl dort interessanter gelöst, selbst bei den Peugots inzwischen satt. Die lächerlichen Scheinwerfer sind noch garnicht so lange auf dem Markt; aber die kann man auch nicht mehr sehen. Ich freue mich immer, neue Formen genießen zu können. Aber hier klappt mir der Kiefer runter. Schade!
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