Autogramm Audi A6 Allroad quattro: Große Freiheit
Seit kurzem ist der neue Audi A6 Allroad auf der Straße. Aufgrund der gesteigerten Bodenfreiheit wirkt das Allradmodell noch wuchtiger als der ohnehin schon mächtige A6 Kombi. Vor allem in Deutschland wird dieser Typ geschätzt. Doch was macht den Wagen so anziehend?
Der erste Eindruck: Schon beim ersten Anblick des Autos drängt sich die Assoziation mit einer Riesentafel Schokolade auf. Der Wagen ist in "Javabraun metallic" lackiert, die Farbe gibt es nur für den A6 Allroad und sie sieht aus, als sei die Karosserie mit Schoko-Glasur überzogen - zum Reinbeißen. Und drinnen geht es weiter, mit Leder in "Santosbraun" nämlich. Schon jetzt ist klar, dass dieser Wagen der Andere unter den Luxusschlitten sein möchte. Ein bisschen legerer, ein bisschen exklusiver, ein bisschen cooler. Wer trägt heute schon noch schwarz?
Das sagt der Hersteller: Der neue A6 Allroad ist bereits die dritte Auflage einer Kombi-Idee, die Audi vor zwölf Jahren erstmals auf den Markt brachte und nach deren Muster seither gut 140.000 Fahrzeuge verkauft wurden. Vor allem in Deutschland sei die Allroad-Variante sehr beliebt, heißt es in Ingolstadt, unter anderem auch als Substitut der Luxuslimousine A8.
Geschickt positioniert das Marketing den Wagen als die ganz andere Form des Autofahrens - dabei handelt es sich lediglich um eine aufgeplusterte Variante des A6 Avant. Doch wer ein Auto verkaufen möchte, das wie unser Testwagen in voller Ausstattung rund 100.000 Euro kostet (Basispreis 62.100 Euro), muss diese triviale Tatsache natürlich blumig umschreiben. Im Prospekt etwa heißt es: "Ein freier Geist braucht eine freie Strecke. Und die Möglichkeit, sein Fahrzeug dieser Strecke anzupassen."
Das ist uns aufgefallen: Der Satz aus der Verkaufsbroschüre bezieht sich auf die in allen A6-Allroad-Varianten serienmäßig verbaute adaptive Luftfederung. Die lässt sich in fünf Voreinstellungen konfigurieren, wodurch auch die Bodenfreiheit um 4,5 Zentimeter auf maximal 18,5 Zentimeter angehoben werden kann. Viel wichtiger aber ist, dass schon bei ganz normaler Fahrt das Auto so geschmeidig auf der Straße liegt, dass man wirklich meint, sich in einem Schwebezustand zu befinden.
Wer vermutet, dass dieses flauschige Fahrgefühl mit einer gewissen Schlaffheit zu tun hat, liegt übrigens komplett falsch. Das Auto kann auch geradezu giftig agieren, losbollern wie ein Old-School-Ami und sehr rasant um die Ecken sägen. Weil einerseits das Fahrwerk bei derartiger Herangehensweise schlagartig knochentrocken agiert, und weil andererseits der Top-Motor dieser Modellreihe, ein 313 PS starker Sechszylinder-Diesel, keinerlei Mühe mit der rund zwei Tonnen schweren Fuhre hat.
Wie bereits erwähnt, steckten in unserem Testwagen Extras für knapp 38.000 Euro. Darunter beispielsweise die wirkungsvolle Akustikverglasung (1190 Euro), die kaum noch Windgeräusche in den Innenraum dringen lässt, oder das Festplattennavigationssystem (3500 Euro) sowie das Soundsystem von Bang & Olufsen (6000 Euro), mit einer Gesamtleistung von mehr als 1200 Watt und 15 Lautsprechern. Vorn neben den A-Säulen fahren nach dem Anlassen des Wagens sogenannte akustische Linsen aus, damit sich die Schallwellen aus den Lautsprechern besser im Raum verteilen - für gelegentliche Beifahrer ein echter "boah ey"-Effekt.
Das muss man wissen: Audi bietet den A6 Allroad in vier Motorvarianten an. Die drei Dieselaggregate leisten 204, 245 oder 313 PS; der Benziner tritt mit 310 PS an. Die billigste Variante ist das Modell mit dem kleinsten Selbstzünder für 54.600 Euro. Das Auto ist ein vorzüglicher Langstreckenwagen. Und es taugt als Luxustransporter. Der Laderaum fasst je nach Stellung der Rücksitze zwischen 565 und 1680 Liter, die zulässige Dachlast beträgt 100 Kilogramm, an den Haken dürfen bis zu zweieinhalb Tonnen Zuglast genommen werden.
Das werden wir nicht vergessen: Erst einmal ist man von so einem Auto natürlich überwältigt. Es ist wie im Märchen mit dem Hasen und dem Igel - sobald ein Wunsch auftaucht, ruft der Wagen "ich bin schon da". Das reicht von den schicken Lichtsignalen in den Außenspiegeln, sobald sich ein anderes Fahrzeug im toten Winkel befindet, über den radargestützten Tempomaten, der automatisch den korrekten Abstand zum Vorausfahrenden einhält, bis hin zur Müdigkeitswarnung, bei der eine stilisierte Kaffeetasse im Cockpit aufleuchtet.
Später fragt man sich, ob man das alles wirklich braucht. Und noch ein wenig später ist es fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Lehre daraus? Man gewöhnt sich rasend schnell an Luxus. Und mancher Autohersteller verdient daran prächtig. Dabei ist der A6 Allroad auch ohne Brimborium ein ziemlich gutes Auto.
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- Freitag, 03.08.2012 – 09:35 Uhr
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| Hersteller: | Audi |
|---|---|
| Typ: | A6 Allroad 3.0 TDI |
| Karosserie: | Kombi |
| Motor: | V6-Commonrail-Diesel |
| Getriebe: | Achtgang-Automatik |
| Antrieb: | Allrad |
| Hubraum: | 2.967 ccm |
| Leistung: | 313 PS (230 kW) |
| Drehmoment: | 650 Nm |
| Von 0 auf 100: | 5,6 s |
| Höchstgeschw.: | 250 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 6,7 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 176 g/km |
| Kofferraum: | 565 Liter |
| umgebaut: | 1.680 Liter |
| Gewicht: | 1.985 kg |
| Maße: | 4940 / 1898 / 1534 |
| Versicherung: | 22 (HP) / 29 (TK) / 28 (VK) |
| Preis: | 62.100 EUR |
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