Bericht über weitere Betrugssoftware Dobrindt lässt Vorwürfe gegen Audi untersuchen

Hat der Hersteller Audi auch bei Spritverbrauch-Tests betrogen? Entsprechende Hinweise soll eine US-Umweltbehörde gefunden haben. Jetzt geht das Kraftfahrt-Bundesamt den Vorwürfen nach.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU)
DPA

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU)


Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) lässt Berichte prüfen, nach denen die US-Umweltbehörde Carb bei Audi-Modellen illegale Manipulationen der Abgaswerte entdeckt haben soll. Dazu lägen bisher keine Informationen von Carb vor, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Montag. Das Kraftfahrt-Bundesamt sei daher nun "angewiesen, dem Sachverhalt nachzugehen". Das bedeute, dass nun erst einmal Informationen beschafft würden, um sie anschließend zu bewerten.

Die "Bild am Sonntag" hatte berichtet, die US-Umweltbehörde Carb habe im Sommer dieses Jahres eine weitere illegale Softwarefunktion in Audi-Modellen entdeckt. Diese habe Audi auch für die Manipulation von CO2-Werten für Diesel und Benziner in Europa verwendet. Bei der Carb war am Wochenende zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Audi hat die Vorwürfe bislang weder bestätigt noch dementiert - mit der Begründung, wegen des Rechtsstreits um die Abschaltautomatik bei Dieselautos in den USA dürfe sich der Hersteller nicht öffentlich zum dem Thema äußern.

"Der Skandal im Skandal"

Für den grünen Verkehrspolitiker Oliver Krischer kommen die nun angeordneten Untersuchungen des KBA viel zu spät. Er kritisierte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) scharf. "Wieder einmal ist es eine US-amerikanische Behörde und keine deutsche, die Softwaremanipulationen bei deutschen Autobauern feststellt", sagte Krischer der "Rheinischen Post". Dabei sei im Bericht des Kraftfahrt-Bundesamtes vom April nachzulesen, dass die Prüfer der Manipulation von Audi auf der Spur waren. Dobrindt habe sich stattdessen mit lapidaren Erklärungen abspeisen lassen.

Mit Audi zeige sich erneut, dass der Abgasbetrug bei den Autokonzernen System habe. Der Bundesverkehrsminister habe bislang keinen Beitrag zur Aufklärung des Skandals geleistet. "Dass Dobrindt bis heute beim Abgasskandal nicht durchgreift, ist der Skandal im Skandal", sagte Grünen-Politiker Krischer.

cst/dpa



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