Messe-Blog IAA 2013

IAA-Blog Audis dickes Ding

REUTERS

Von Jürgen Pander


Klassischer IAA-Moment: Ein Drehteller, auf dem eben noch der neue Audi A8 präsentiert wurde, verschwindet im Bühnenboden, es wird düster, Scheinwerfer stechen aus dem dunklen Loch und Kunstnebel steigt auf. Bei so viel Dramatik muss jetzt der Show-Höhepunkt folgen. Und er kommt - in Gestalt der Studie Audi Sport Quattro Concept. Dann wird es allerdings wieder ziemlich vage.

Audi-Chef Rupert Stadler hatte vor der Show ins Publikum gerufen: "Wer die Augen zum Leuchten bringt, dem gehört die Zukunft." Und jetzt liegt tatsächlich ein gieriger Schimmer auf den Pupillen einiger Zuschauer. "Will ich haben", sagt dieser Blick, den Autobauer so sehr herbeisehnen - der in diesem Fall aber womöglich enttäuscht wird.

Zunächst einmal soll das Konzeptauto nämlich vor allem demonstrieren, dass Audi voll auf Höhe der Zeit ist. Daran gab es zuletzt immer mal wieder Zweifel, die sich noch verstärkten, als die Ingolstädter ihren Elektrosportwagen R8 E-Tron zurückzogen und parallel dazu erst der Münchner Rivale BMW mit den elektrischen i-Modellen vorpreschte und nun auch noch Mercedes die Führerschaft beim Thema autonomes Fahren für sich reklamiert.

Das Sport Quattro Concept soll jetzt wenigstens die vom Volkswagen-Konzern angekündigte Elektro-Offensive unterstützen. Unter der rassig geformten Karosserie steckt nämlich ein Plug-in-Hybridantrieb. "Unser stärkster Plug-in-Hybridantrieb", wie der neue Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg betont.

Der 4-Liter-V8-Biturbo und die Elektromaschine des Audi kommen im Verbund auf 700 PS. Die elektrische Energie im flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Akku im Heck reicht für angeblich 50 Kilometer spritfreies Fahren, was sich in einem Normverbrauch von 2,5 Liter je 100 Kilometer niederschlägt. Eigentlich müssten die Autohersteller jeden Tag einen Dankesbrief nach Brüssel schicken, um sich immer wieder neu für die EU-Verbrauchsnorm für Hybridfahrzeuge erkenntlich zu zeigen, die derartige Quatschwerte möglich macht.

Die gelbe Audi-Studie steht übrigens auf 21 Zoll großen Rädern. Noch mal einen Zoll größer sind die Walzen der zweiten Audi-Studie Nanuk, die bereits am Vorabend während der Konzernfeierlichkeiten enthüllt wurde.

Noch so ein ultrasportliches Quattro-Modell, in diesem Fall sogar "mit der DNA eines Geländewagens", wie Audi-Chef Stadler sagt. Wenn man fragt, wer auf so eine verquere Mixtur aus Renner und SUV denn eigentlich gewartet habe, erntet man erst einen verwunderten Blick und dann die Andeutung, dass angeblich vor allem russische Kunden auf derart martialische Straßenfeger abfahren.

Audi will eben mit aller Macht der größte "Premiumhersteller" werden. Jetzt, wo der bisherige Inhaber dieses inoffiziellen Titels - nämlich BMW - das Projekt i gestartet hat, erst recht.

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33 Leserkommentare
noalk 10.09.2013
Crom 10.09.2013
ezb 10.09.2013
PaulMeister 10.09.2013
Sherlock70 10.09.2013
peakperformance 10.09.2013
jwalter2 10.09.2013
danys86 10.09.2013
123mike 10.09.2013
Andreas-Schindler 10.09.2013
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mischpot 10.09.2013
Akkon 10.09.2013
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micha1163 10.09.2013
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patrick6 10.09.2013
Kvert 11.09.2013
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Klaus-Hans Protern 14.09.2013

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