Audi R10 Mit Diesel zum Sieg?

Audi hat einen Rennwagen mit Dieselmotor enthüllt, der den Gesamtsieg bei legendären Langstreckenrennen in Le Mans einfahren soll. Es wäre der erste Triumph eines Autos mit Selbstzünder bei einem derart hochkarätigen Rennen.


"Wir haben die Chance, uns in die Geschichtsbücher des Motorsports und der Dieseltechnologie einzutragen", sagt Wolfgang Ulrich, der Motorsportchef von Audi. "Die TDI-Technologie wurde im Rennsport bislang noch nicht an ihre Grenzen getrieben. Wir sind die Ersten, die sich damit beschäftigen." Damit die Revolution auch wirklich wahrgenommen wird, streben die Ingolstädter als erster Automobilhersteller der Welt mit einem Dieselmodell den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans an. Dort soll am 17. und 18. Juni nächsten Jahres der R10 antreten - ein komplett neu entwickelter Rennwagen mit schier unerhörten Leistungsdaten.

Audi R10: Le-Mans-Renner mit Ölbrenner

Audi R10: Le-Mans-Renner mit Ölbrenner

Angetrieben wird das silbergraue, offene Fahrzeug von einem 5,5 Liter großen Zwölfzylinder TDI-Motor mit Biturbo-Aufladung und einer Leistung von gut 650 PS sowie einem Drehmoment von 1100 Newtonmetern. Das V12-Aggregat ist vollständig aus Aluminium gefertigt und soll dem Vernehmen nach besonders leise und für einen Rennmotor vergleichsweise sparsam arbeiten. "Das Le-Mans-Projekt wird unseren Technikern helfen, noch mehr aus der TDI-Technologie herauszuholen", sagte Audi-Chef Martin Winterkorn bei der Vorstellung des Wagens in dieser Woche in Paris.

Bereits mit dem Vorgängermodell R8 testete Audi eine neue Technik im Rennsport, die später in der Serienfertigung übernommen wurde. Der R8 war mit einem Benzindirekteinspritzer-Turbomotor unterwegs und fuhr mit diesem Triebwerk insgesamt 61 Siege bei 77 Renneinsätzen ein - darunter auch fünf Gesamtsiege in Le Mans. Mit dem neuen R10 mit Dieselantrieb soll diese Erfolgsserie nun fortgesetzt werden. Aufgrund des enormen Drehmoments des Autos müssen die Fahrer wesentlich weniger schalten, zudem liegt der Kraftstoffverbrauch niedriger als bei den Konkurrenten mit Ottomotoren.

Um den Dieselmotor unterzukriegen, musste der Radstand verlängert und das Kohlefaser-Monocoque neu entwickelt werden. Erste Testfahrten mit dem R10 sind nach Angaben von Audi erfolgreich absolviert worden. Bis zum Langstreckenrennen an der Sarthe soll der Wagen nun weiter getestet und unter anderem auch beim Zwölf-Stunden-Rennen in Sebring (USA) am 18. März eingesetzt werden.



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