Audi RS4 Der Vorbrenner glüht

Beim Genfer Autosalon vor 25 Jahren stellte Audi erstmals ein Quattro-Modell vor. Zum Jubiläum in diesem Jahr rollen die Ingolstädter den RS4 ins Rampenlicht, einen reinrassigen Sportwagen in Limousinenverpackung. Erst im Herbst beginnt die Auslieferung des Wagens, doch schon jetzt soll er den Quattro-Mythos anheizen.


Audi RS4: Ab Herbst in Limousinenform

Audi RS4: Ab Herbst in Limousinenform

Mit den Autos aus der Quattro-Schmiede in Neckarsulm verdient Audi richtig Geld. Und obendrein wird das Image gepflegt, denn was verblüfft mehr als ein scheinbar braver Kombi oder eine offenbar harmlose Limousine, die dann aber über die linke Spur bügeln, als gäbe es kein Morgen? Das jedenfalls ist das Quattro-Erfolgsrezept, und bislang hat es sich bestens bewährt. Vom RS4 der ersten Generation, die im Juni 2000 debütierte, wurden exakt 6030 Modelle verkauft - zuletzt zu einem Stückpreis von rund 70.000 Euro.

Den Preis des neuen RS4 verrät Audi zwar noch nicht, günstiger als das Vorgängermodell dürfte er jedoch nicht werden. Warum auch, schließlich bietet der Neue von allem etwas mehr. Außerdem wird es das Auto in Zukunft als Limousine und als Kombi namens Avant geben - während bislang der schnellste A4 lediglich in der Kombiversion verfügbar war. Der neue RS4 Avant übrigens wird erst in einem Jahr vom Stapel laufen, Audi startet seinen Mittelklasse-Tempobolzer zunächst in der Stufenheckversion.

Es wurde bereits angedeutet: Optisch ist der RS4 bei flüchtiger Betrachtung kaum vom normalen A4 zu unterscheiden. Vorn gibt es extra Lufteinlässe, seitlich erkennt man das Auto an speziellen Rädern, hinten fallen ein in den Kofferraumdeckel integrierter Spoiler sowie zwei große Auspuffendrohre auf. Und wer genau hinsieht, der bemerkt vielleicht sogar die breitere Spur oder das um drei Zentimeter tiefer gelegte Fahrwerk.

Neues Quattro:Modell: Von 0 auf 200 in gut 16 Sekunden

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Der Witz des Wagens steckt natürlich unter der Motorhaube. Dort sitzt ein 4,2-Liter-V8-Motor mit einer Leistung von 420 PS (Vorgänger 380 PS) und einem Maximaldrehmoment von 430 Newtonmeter. Dem Benzindirekteinspritzer können bis zu 8250 Umdrehungen pro Minute zugemutet werden, ehe der Drehzahlbegrenzer eingreift. Mit dieser immensen Kraft in einem vergleichsweise leichten Auto - jedes PS muss lediglich 3,93 Kilogramm bewegen - lässt sich allerhand bewerkstelligen. Der Spurt von 0 auf 100 km/h in 4,8 Sekunden zum Beispiel oder das Beschleunigen von 0 auf 200 km/h in 16,6 Sekunden.

Offiziell werden die Autos mit einem elektronischen Tempobegrenzer ausgeliefert, der bei 250 km/h die Hatz beendet. Doch mit der nötigen Barschaft und dem richtigen Tuner an der Hand lässt sich diese Sperre entriegeln, und dann dürften bis zu 300 Sachen drin sein. Man müsste sich vermutlich dann keine Sorgen machen, eine freie Strecke und einen kundigen Fahrer vorausgesetzt. Denn im Audi RS4 steckt Rennsporttechnik.

RS4-Cockpit: Eine Taste am Lenkrad schärft das Gaspedal

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Neben dem Hochdrehzahlmotor beispielsweise ein Aluminiumfahrwerk sowie, es gilt schließlich 25 Jahre Quattro zu feiern, permanenter Allradantrieb. Neu am System ist die so genannte asymmetrische Drehmomentverteilung. Das bedeutet, dass bei hurtiger Fahrweise etwas mehr Motorkraft an die Hinterräder geleitet wird als an die Vorderräder. So entsteht im Heck mehr Vorwärtsdrang und der Wagen neigt zu leichtem Übersteuern, was sportlich versierte Fahrer schätzen werden.

Zum Fahrwerkspaket zählen weiterhin eine 18-Zoll-Bremsanlage mit Trockenbremsfunktion (bei Nässe und feuchten Bremsscheiben legt das System - vom Fahrer unbemerkt - die Bremsbeläge leicht an, um die Scheiben zu trocknen), ein sportlich ausgelegtes ESP sowie eine Steuerung, die Wank- und Nickbewegungen des Autos reduziert (DRC genannt).

Audi betont gern, dass es sich beim neuen RS4 um eine Sportlimousine mit hoher Alltagstauglichkeit handelt. Also finden wir im Innenraum einen Motorstartknopf auf der Mittelkonsole, ein unten abgeflachtes Lenkrad und Aluminiumpedale, aber eben auch eine Klimaanlage, eine Einparkhilfe und elektrische Fensterheber vorne. Über eine Taste im Volant kann der Fahrer die Empfindlichkeit des Gaspedals verändern, falls er es mal besonders eilig hat. Dann empfiehlt es sich auch, per Knopfdruck die Seitenwangen der Schalensitze aufzublasen. So nämlich hockt man festgeklemmt wie in einem Schraubstock im Wagen und kann den Fliehkräften lächelnd entgegenrauschen.

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