Coupé-Studien von Audi und BMW: Die Bayern-Böller

Coupé-Studien: Damit prahlen Audi und BMW auf der IAA Fotos
Audi

Der Konkurrenzkampf der beiden bayerischen Hersteller Audi und BMW ist eines der verbissensten Duelle der Branche. Auf der IAA Anfang September kommt es zum nächsten Showdown: Beide Marken stellen aggressive Coupé-Studien vor.

Rund ein Kilometer Luftlinie liegt zwischen den Messeständen von Audi und BMW auf der IAA. Weiter entfernt voneinander können zwei Hersteller auf dem Frankfurter Gelände nicht sein. Natürlich gehen die Deutschen vor allem deshalb auf größtmögliche Distanz, weil sie sich ansonsten so ähnlich sind. Davon zeugen auch die beiden Weltpremieren, die die beiden Autohersteller auf der IAA Mitte September präsentieren.

Audi zeigt dort den Quattro Concept und BMW den M4 Concept. Zwei Sportwagen mit wildem Vollgas-Styling und überdimensioniertem Antrieb, die exakt den Anspruch der beiden Marken ausdrücken: die sportliche Speerspitze des Autobaus zu sein.

In der Selbstwahrnehmung sind sie das längst. Beide Unternehmen bauen nach eigener Einschätzung Premium-Pkw von besonderer Sportlichkeit und Eleganz, die Produkte ähneln einander oft bis in die Details. Doch in der Wahrnehmung der Kunden trennen Audi und BMW Welten. Nie käme ein passionierter BMW-Fahrer auf die Idee, auf ein Audi-Modell zu wechseln - und umgekehrt. Dazu ist die Rivalität unter den Marken zu groß.

Ein Schmankerl für den harten Kern

Die Konkurrenz zwischen beiden Herstellern ist immens, zumal Audi gerne "der größte Premiumhersteller der Welt" werden möchte - ein Titel, den bislang BMW für sich in Anspruch nimmt. Zieht man die weltweiten Verkaufszahlen des vergangenen Jahres heran, ist die Sache eindeutig: BMW lag mit 1,54 Millionen abgesetzten Modellen klar vor Audi (1,46 Millionen) und Mercedes (1,32 Millionen).

Und auf der IAA würden die Münchner diesen Vorsprung gerne zementieren. Auf der Messe debütieren der Elektro-Kompaktwagen i3 und der Hybrid-Sportler i8, mit denen BMW Trendsetter bei den Autos mit alternativen Antrieben werden möchte. Dazu zeigen die Münchner, sozusagen als Schmankerl für den harten Kern ihrer Fans, das M4 Coupé, also die hausgetunte Variante der neuen 4er-Baureihe. Offiziell firmiert der Wagen noch als "Concept", doch im Prinzip ist klar, dass das Top-Modell der 4er-Serie auf die Straße kommen wird.

Motorleistung als Symbol

Zu den technischen Details gab BMW bislang noch keine Informationen bekannt, außer, dass der Wagen mit einem Dach aus Kohlefaserverbundstoff ausgeliefert werden wird. Beim Antrieb wird es wohl auf einen V8-Motor hinauslaufen. Der Vorgänger jedenfalls, das M3 Coupé, war mit einem Achtzylinder mit 420 PS bestückt, und es ist sehr wahrscheinlich, dass das kommende Modell diese Leistung übertrumpft.

Doch ganz gleich ob es nun 450, 500 oder gar 550 PS werden - die Audi-Studie für die IAA wird das noch toppen. Das Konzeptauto der Ingolstädter ist als Hommage an den legendären Ur-Quattro von 1984 gedacht. Schon einmal, beim Autosalon in Paris, stellte Audi einen Quattro Concept vor. Diesmal jedoch ist alles noch sehr viel extremer: Das IAA-Showcar, von dem bislang nur Zeichnungen veröffentlicht wurden, wird mit einem Plug-in-Hybridantrieb bestückt sein, der aus einem V8-Biturbo-Benziner und einer E-Maschine besteht und nahezu 800 PS entwickeln soll.

Dass ein Auto namens Quattro mit Allradantrieb bestückt sein muss, ist ohnehin klar. Weiterhin ist von Keramikbremsen, von 1000 Nm Drehmoment und einer Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h die Rede. Und es heißt, dass die Messestudie von Frankfurt nicht das Schicksal des Konzeptautos aus Paris teilen solle, von dem nie wieder was zu hören oder zu sehen war. In diesem Fall könnte es eine Kleinserie geben, die in drei Jahren startklar wäre.

So lange wird es nicht dauern, bis BMW das M4-Serienmodell auf der Straße hat. Der ist zwar weniger leistungsstark und spektakulär als der Audi, doch er dürfte die höheren Stückzahlen einbringen. Das Rennen zwischen Audi und BMW werden diese beiden Statussymbol-Coupés gewiss nicht entscheiden; aber beide Autos werden auf der IAA neue Gründe liefern, damit sich beide Hersteller an der Spitze des Autobaus wähnen können.

jüp

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insgesamt 148 Beiträge
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1. Die sollen auf,n Teppich bleiben ...
kampftier 17.08.2013
Und besser solche "Kosten" Spenden ..
2. Wann endlich?
ein-berliner 17.08.2013
Zitat von sysopAudiDer Konkurrenzkampf der beiden bayerischen Hersteller Audi und BMW ist eines der verbissensten Duelle der Branche. Auf der IAA Anfang September kommt es zum nächsten Showdown: Beide Marken stellen aggressive Coupé-Studien vor. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/audi-und-bmw-zeigen-sportcoupe-weltpremieren-auf-der-iaa-a-916792.html
Wann hat eine Bundesregierung den Mut eine Dummheiten- oder Schwachsinnssteuer für Abartigkeiten im Automobilbau einzuführen? Scheinbar geht es den Herstellern solcher Hirngespinste immer noch zu gut sich mit Krankheiten zu beschäftigen. Zur Abwechslung könnte man sich ja mal um ein taugliches Alltagsfahrzeug kümmern. Ist natürlich sehr schwer, wenn es nur noch Premium sein darf, also abgewandt von der Realität der Menschen hier.
3. Hm..
amalgam 17.08.2013
BMW zeigt ein Auto, das in Kürze zu kaufen ist und Audi eine Studie 2.0, die nie gebaut werden wird. Was soll uns der Vergleich eigentlich sagen?
4. Ach Gottchen
deranaluest 17.08.2013
werden nur noch Prolls Autodesigner? Den Kisten fehlt ja mal jede Eleganz und Ästethik.
5. Das sind genau die Autos, die die Welt
reifenexperte 17.08.2013
und die deutschen Autobahnen jetzt brauchen. Und das zeigt auch, dass die Elektroautos dieser Firmen nur ein Feigenblatt sind und nur zur rechnerischen Vermeidung von negativen Konsequenzen durch den Gesetzgeber führen sollen. Autos dieser Firmen sollte man deshalb konsequent boykottieren.
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