Auto-Abschiede 2017 Ende Gelände

2017 endete die Produktion zahlreicher Automodelle. Ein Überblick über Baureihen, die nicht mehr vom Band laufen werden.

Daimler AG

Von Christian Frahm


Die Premiere eines neuen Modells feiern Hersteller stets mit viel Tamtam. Das Ende einer Baureihe geschieht dagegen leise. Das ist verständlich, denn ein Produktionsende ist meist das Eingeständnis einer Niederlage.

Manchmal liegt es an schlechten Verkaufszahlen, manchmal lohnt es sich nicht, die Technik den neuesten Erfordernissen anzupassen, und manchmal passen Autos auch einfach nicht mehr in die Konzernstrategie. Diese Schicksale hat auch 2017 einige Modelle ereilt.

Spitzenreiter bei den automobilen Abschieden 2017 ist Mercedes, die Stuttgarter schickten gleich drei Modelle in den Ruhestand:

  • Mit dem Produktionsende des B 250e strich Mercedes das einzige Elektroauto aus dem Programm. Eigentlich paradox, denn während einerseits die neue Submarke für Elektromobilität namens EQ lanciert wurde, dümpelten die Verkaufszahlen des verfügbaren Elektroautomodells gen null. Seit der Einführung des B 250e im Jahr 2013 wurden lediglich rund 3700 Exemplare verkauft. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht, die ersten Typen auf der E-Plattform EQ sind erst für 2019 angekündigt.
  • Die Großraumlimousine Mercedes R-Klasse wiederum war mit 200.000 produzierten Einheiten seit der Einführung 2005 zwar ungleich erfolgreicher, musste nun aber dem SUV-Trend weichen. Einst im US-Werk in Alabama gefertigt, wird dort nun die Produktion des Mercedes GLE ausgeweitet.
  • Ein Auto, dessen Einstellung nahezu unbemerkt bleiben dürfte, war der Mercedes G500 4x4². Die Extrem-G-Klasse werden die wenigsten schon einmal in Aktion erlebt haben. Denn der 226.000 Euro teure Geländewagen mit Vierliter-V8-Motor und 422 PS Leistung richtete sich an eine exklusive Kundschaft und war dementsprechend rar. Ursprünglich als Studie gedacht, ging der Mercedes G500 4x4² im Jahr 2015 aufgrund der hohen Nachfrage dann doch in Serienproduktion. Da die neue G-Klasse inzwischen in den Startlöchern steht (Weltpremiere ist im Januar 2018 in Detroit), endete nun die Produktion des aufgebockten Allradlers.

Aus für den Käfer-Nachfolger

Volkswagen nahm in diesem Jahr Abschied von zwei Modellen - allerdings waren das Autos, die schon mal weg waren und dann wiederkamen:

  • Nicht mehr vom Band rollen wird der Scirocco. Erstmals baute VW das Kompakt-Coupé zwischen 1974 und 1992, im Jahr 2008 dann lebte das Auto und die Idee vom sportlichen Golf-Derivat neu auf. Nun also das erneute Aus. Der Grund war auch diesmal mangelnde Nachfrage. Vom aktuellen Scirocco wurden im vergangenen Jahr lediglich 2000 Exemplare verkauft. Für einen Großserienhersteller wie VW ist das Kleckerkram.
  • Ähnlich erging es dem 1997 vorgestellten VW Beetle, dessen Produktion 2017 gestoppt wurde. Das Vorbild, der VW Käfer, wurde bis 1978 in Deutschland gebaut; in Mexiko endete die Käfer-Produktion nach knapp 22 Millionen Exemplaren im Jahr 2003. Anders als erfolgreiche Retro-Modelle wie der Fiat 500 oder der Mini, hatte VW mit dem Beetle nur mäßigen Erfolg. Im vergangenen Jahr verkaufte VW gerade einmal 14.700 Exemplare in Deutschland. Vorerst weiter produziert wird das Beetle Cabrio. Wie lange noch, hängt einzig und allein von der Nachfrage ab.

Bei BMW endete mit der Produktion des BMW M5 (Baureihe F10) eine Ära, nämlich die des Heckantriebs bei diesem Extrem-Auto. Das Nachfolgemodell, die sechste Generation der Sportlimousine, tritt demnächst mit Allradantrieb an.

Um die Hecktriebler-Fangemeinde aber nicht ganz zu vergraulen, wird es im neuen M5 eine Taste geben, mit der man auf reinen Hinterradantrieb umstellen kann. Der klassische M5 geht also, aber er geht - zumindest gefühlsmäßig - noch nicht so ganz.

Es gibt noch mehr Modelle, die keine Zukunft mehr haben. Hier ist der Überblick, für welche Autos 2017 das Produktionsband zum letzten Mal lief:



insgesamt 25 Beiträge
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lobivia 01.01.2018
1. Schade!
Auch der Yeti, eines der wenigen akzeptablen SUV, verfällt dem allgemeinen Verfettungswahn. Skoda weiss, was Frauen wollen.
neurobi 01.01.2018
2.
Ecosport statt B-Max? Das soll ein Witz sein, oder? Gibt es bald keine vernünftigen Autos mehr?
Referendumm 01.01.2018
3.
Muss beiden Foristen (#1 u #2) recht geben: Ein Skoda Yeti kann doch niemals nen Skoda Karoq (was für ein dussliger Name) als Nachfolger bekommen. Einen individuellen und witzigen Skoda Yeti durch irgendeinen Fettsack zu ersetzen, ja gehts noch? Übrigens, wie lässt sich denn die riesen Heckklappe eines Skoda Yeti durch eine 08/15-Heckklappe eines Skoda Karoq ersetzen? Fragen über Fragen. Ford Ecosport? Boah-eh ist der hässlich. Der sieht aus wie ein aufgeblasenes Bobbycar-Modell. Na wenigstens hat der ne große riesige Hecktüre. Aber das Design - gräuslich! P.S.: Was macht denn jetzt Vanessa-Mobilcamping mit ihrem Schlafsystem für den Minivan Skoda Yeti? Die bezeichnen den Yeti übrigens als als Minivan!
GyrosPita 01.01.2018
4.
Oh, hab ich gar nicht mitbekommen das das Beetle-Coupe gar nicht mehr gebaut wird. Ist das für mich als langjährigen Beetle-Piloten (seit 2012) jetzt gut oder schlecht?
jasper366 01.01.2018
5.
Zitat von ReferendummMuss beiden Foristen (#1 u #2) recht geben: Ein Skoda Yeti kann doch niemals nen Skoda Karoq (was für ein dussliger Name) als Nachfolger bekommen. Einen individuellen und witzigen Skoda Yeti durch irgendeinen Fettsack zu ersetzen, ja gehts noch? Übrigens, wie lässt sich denn die riesen Heckklappe eines Skoda Yeti durch eine 08/15-Heckklappe eines Skoda Karoq ersetzen? Fragen über Fragen. Ford Ecosport? Boah-eh ist der hässlich. Der sieht aus wie ein aufgeblasenes Bobbycar-Modell. Na wenigstens hat der ne große riesige Hecktüre. Aber das Design - gräuslich! P.S.: Was macht denn jetzt Vanessa-Mobilcamping mit ihrem Schlafsystem für den Minivan Skoda Yeti? Die bezeichnen den Yeti übrigens als als Minivan!
Dummes Gesicht und guten Eindruck?? ;-) Lieferanten von Zubehör ist bewußt das ein Modell ggf. auch kurzfristig eingestellt werden kann, je erfolgreicher das Fahrzeug ist, desto unwahrscheinlicher ist das natürlich. Aber selbst nach einem Facelift kann es ja schon passieren, dass diverse Dinge so abgeändert wurden das altes Zubehör nicht mehr passt.
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