Saab ist pleite. Und jetzt werden die Überreste der Marke, die 1937 als Flugzeughersteller gegründet wurde, verramscht. Dazu gehören auch 123 Autos, die bislang im Saab-Museum in Trollhättan ausgestellt waren, oder in den dazugehörigen Depots lagerten. Es sind natürlich nicht irgendwelche Saab-Typen, sondern besondere Modelle. Etwa das allererste Auto der Firma, der pausbäckige, 1946 entstandene Ur-Saab, der mangels eines eigenen Motors noch von einem DKW-Zweizylinder-Zweitakter angetrieben wurde. Oder die jeweils ersten und letzten Modelle einer Baureihe. Oder Autos von prominenten Saab-Fahrern und natürlich die Rallye-Modelle.
Saab nämlich reüssierte in den frühen sechziger Jahren auf Europas Rallyepisten. Das lag neben den zuverlässigen Autos vor allem an Erik Carlsson, der als bester Rallyefahrer seiner Zeit galt und zudem als Erfinder des Linksbremsens: der linke Fuß tritt das Bremspedal, der rechte bleibt auf dem Gas stehen. Unter anderem aufgrund dieser Technik gewann er in den Jahren 1962 und 1963 mit einem Saab 96 die legendäre Rallye Monte Carlo.
Auch diese Autos kommen jetzt unter den Hammer. Zwei Formel-Junior-Rennwagen in blau-gelber Lackierung ebenso wie der kantige Elektro-Minibus Elbils von 1976. Mit der Zwangsversteigerung wird die weltweit größte Saab-Sammlung wohl in alle Winde zerstreut. Zwar gibt es eine Gruppierung von Saab-Fans im Internet (www.saabsunited.com), die angeblich für mehrere Fahrzeuge ein Sammelgebot abgeben möchte, doch wer schließlich den Zuschlag für die Fahrzeuge erhält, ist noch offen. Im Zweifel wird sich Insolvenzverwalter Guy Lofalk wohl für die lukrativsten Gebote entscheiden. Doch mit Geld ist der Verlust dieser Marke und vor allem der hinreißenden Autos, die sie prägten, ohnehin nicht auszugleichen.
jüp
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