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05. August 2012, 08:38 Uhr

Michelin Designwettbewerb

Erleichtert in die Zukunft

Zukunftsfahrzeuge von Autoherstellern wirken oft mutlos, die Angst vor dem konservativen Mainstream ist groß. Der Reifenhersteller Michelin geht freier an die Sache heran. Er sucht das kreativste Nachwuchsdesign für ein leichtes Auto - und präsentiert jetzt eine Vorauswahl der mutigsten Entwürfe.

"Half! Lightweight with a Passion" - so lautet das Motto der "Michelin Challenge Design 2013". Leichtbau ist das zentrale Thema des diesjährigen Designwettbewerbs, zum dem der französische Reifenhersteller Designbüros, Studenten der Fachrichtung Transportation Design, freie Designer aber auch die Kreativen der Autohersteller und Zulieferfirmen weltweitweit aufgerufen hat.

Michelin veranstaltet den Wettstreit bereits zum zwölften Mal, und die Idee ist ja nicht verkehrt: So wird der Konzern mit Design in Verbindung gebracht, obwohl seine Produkte ästhetisch belanglos sind. Und gerade für angehende Designer ist dieser internationale Wettbewerb eine Chance, die Branche auf sich aufmerksam zu machen und so etwas wie eine öffentliche Bewerbung.

Die Aufgabenstellung für die Challenge Design 2013: Das Familienauto der Zukunft soll kreiert werden. Mit vier bis sechs Sitzplätzen, mit allen aktuellen Sicherheitsausstattungen, mit einem zukunftsweisenden Antrieb und natürlich mit einem originellen Design. Außerdem verlangt Michelin - der Bezug zum Hauptprodukt des Pneufabrikanten soll schließlich sichergestellt werden - von allen eingereichten Beiträgen eine dezidiert gestaltete Leichtbau-Rad-Reifen-Kombination.

132 Design-Vorschläge von Teilnehmern aus 70 Ländern gingen bis Juni ein. Jetzt fand in den USA eine erste Sitzung der neunköpfigen Jury statt, nach deren Ende 15 Arbeiten für die Endausscheidung übrig geblieben sind. "Es geht längst nicht mehr nur um spektakuläres Design", sagte Jury-Mitglied Freeman Thomas, Designdirektor für strategische Konzepte bei Ford, in der "New York Times". "Es geht heute ums Ganze, das visuell zum Ausdruck gebracht werden muss, etwa die technischen Innovationen." Zudem müsse modernes Autodesign darauf achten, dass es in einer möglichst breiten Zielgruppe als schick und zugleich sozialverträglich akzeptiert wird.

Autofahren soll auch in Zukunft Spaß machen. Auch diese Botschaft ist nach Ansicht der Jury entscheidend. Denn nicht zuletzt soll die Realisierbarkeit der eingereichten Fahrzeugkonzepte ein Kriterium für deren Bewertung sein. Die 15 Auserwählten haben jetzt noch einige Monate Zeit, um ihre Vorschläge zu konkretisieren und weiter zu verfeinern. Im kommenden Januar auf der Motorshow in Detroit werden die Gewinner verkündet.

jüp

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