Auto-Gadget Trackstick Roter Reise-Faden

Ein normales Navi hat inzwischen jeder - die eigene Route en detail digital nachzuzeichnen, war bisher allerdings Speditionen und Spezialagenten vorbehalten. Inzwischen gibt es die sogenannten Tracking-Geräte auch für Otto Normalfahrer.


Fürs Reisetagebuch mussten Autowanderer ihre Route früher akribisch notieren. Heute genügt dafür ein kleiner elektronischer Helfer, der kaum größer ist als ein Feuerzeug. Der sogenannte Trackstick verfügt über einen eingebauten GPS-Sensor, der mit Hilfe von Satelliten permanent die aktuelle Position ermittelt und diese automatisch speichert.

Am Ende der Reise wird der digitale Zauberstab über eine USB-Schnittstelle an einen Computer angeschlossen - schwupps zeigt der Rechner, zum Beispiel auf Google Earth, mit einer roten Linie die zurückgelegte Route. Sogar als Video lässt sich die Fahrt abrufen. Dabei kann nahe heran gezoomt werden, denn die Genauigkeit liegt dem Hersteller zufolge bei 2,5 Metern.

Waren solche Systeme neben dem Einsatz bei Polizei und Behörden bislang vor allem Bestandteil des Flottenmanagements für Lieferfahrzeuge, Wert- oder Gefahrentransporte, sind sie inzwischen so unkompliziert, klein und billig, dass sie auch für Privatkunden interessant werden. Der in den USA entwickelte Trackstick wird beispielsweise von einem auf Detektiv-Zubehör und Agentenspielzeug spezialisierten Unternehmen aus Belgien ( www.spy3K.be ) in vertrieben oder von Internet-Versandhändlern auch direkt aus den USA angeboten.

Wasserdicht eingeschweißt und mit einem magnetischen Gürtelclip ausgestattet, läuft der Routendetektor mit zwei herkömmlichen Batterien und hat mit vier Megabyte Speicher genügend Kapazität für eine vierwöchige Reise. So lange halten üblicherweise auch die Batterien, verspricht der Importeur. Allerdings gelten für den GPS-Empfänger die gleichen Einschränkungen wie etwa für Navigationssysteme im Auto: In engen Häuserschluchten, in Tiefgaragen oder Tunnels ist die Positionsbestimmung erschwert oder vollends unmöglich.

Natürlich taugt der Trackstick nicht nur als digitales Reisetagebuch. In den USA wird er zum Beispiel auch als Kontrollinstrument für den Aktionsradius frühreifer Teenager beworben. Und auch eifersüchtige Ehepartner oder misstrauische Arbeitgeber hätten dafür sicherlich Verwendung. Zumindest wer ein schlechtes Gewissen hat, sollte deshalb künftig öfter mal ins Handschuhfach oder unter die Stoßfänger schauen, bevor er sich auf Abwege begibt.

Korrektur: Anders als in der ursprünglichen Version dieses Artikels behauptet sind GPS-Satelliten nicht geostationär. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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