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Auto-Kunst von Richard Prince: Die Pin-Up-Trucks

Auto-Kunst von Richard Prince: "Cool Shit" in Bregenz Fotos
Richard Prince/ Kunsthaus Bregenz/ Foto: Markus Tretter

Er pinselt Chevys bunt an und betoniert Mustangs ein: Ob Richard Prince wirklich Kunst schafft, weiß er selbst nicht. Überzeugt ist er von seinen Werken trotzdem.

Bregenz - Vier rostige Fahrertüren hängen dicht nebeneinander an einer Wand im Kunsthaus Bregenz. Titel der Arbeit: "The Doors". Für den Fall, dass man den Witz nicht gleich kapiert, hat der Künstler Richard Prince noch ein Bild von Jim Morrison dazugehängt, dem Sänger der legendären Band "The Doors".

Wer Spaß an derlei Kalauern hat, wird die Ausstellung "It's a free concert" lieben, die noch bis zum 5. Oktober in Bregenz zu sehen ist. Im Katalog zur bislang größten Schau von Richard Prince in Europa heißt es erfrischend direkt: "Die Potenz der Arbeit liegt in ihrer eklatanten Seichtheit."

Meister der künstlerischen Verfremdung

Richard Prince, 1949 geboren, gilt als Meister der künstlerischen Verfremdung von US-amerikanischen Alltagsmythen; seine Arbeiten werden heute für Millionen gehandelt. Etwa jene Fotografien aus der Serie "Cowboys": Prince fotografierte in den Achtzigerjahren Ausschnitte von Werbeplakaten für die Zigarettenmarke "Marlboro" ab - ohne Logo oder sonstigen Hinweis. "In den ersten Jahren standen die Leute vor diesen Bildern und wussten nicht, was genau sie da sahen - das habe ich sehr genossen", sagt Prince.

In Bregenz dürfte das nicht passieren. Hier stehen mehrere komplett ausgeweidete, klassische US-Modelle - Ford Mustang, Buick Grand National, Chevrolet El Camino - die auf Betonsockeln ruhen, pechschwarz bemalt oder mit Fotos aus Prince' Pin-up-Girl-Serie bedruckt sind. Eine höhere Botschaft, teilte der Künstler der österreichischen Zeitung "Der Standard" mit, habe das Ganze nicht, sondern es handle sich einfach um "Cool Shit". Sozusagen Sex, Cars und Rock'n'Roll.

Der Witz des Kleingedruckten

Viele der in Bregenz ausgestellten Werke sind zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen, Prince hat sie eigens für diese Schau angefertigt. Es hängen aber auch etliche ältere Bilder von ihm in den großen Sälen. Zum Beispiel ein paar Werke aus seiner "Joke-Serie", große weiße Flächen, auf denen in kleinen Buchstaben Witze aufgedruckt sind.

Dem Magazin "Art", das über die Ausstellung berichtete, verriet Yilmaz Dziewior, Direktor des Kunsthauses Bregenz, welcher der Witze sein liebster sei. Er geht so: "Meine Frau ist eine schlechte Autofahrerin. Eines Tages kommt sie und erzählt mir, im Motor sei Wasser. Wo ist das Auto, frage ich. Im See."

jüp

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Ohne Butterklecks
BettyB. 08.09.2014
Da ein beschriftetes Pissoir, der Butterklecks in der Zimmerecke Kunst sind, warum nicht ein bemaltes Auto? So what oder was aber damit?
2. kunst oder nicht kunst ?
angryoldman 08.09.2014
spielt doch ueberhaupt keine rolle! solagne er idioten findet, die bereit sind sich baumaterial und metallschrott als kunst anderehen zu lassen, ziehe ich meinen hut, vor dem man. er ist ein kuenstler.... ein performance-kuenstler! ;-)
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