Auto-nom-mobile Im Kreisverkehr der Kunst

Wenn Autos in den Kreisverkehr der Kunst eingespeist werden, kommen sie meist erstaunlich verwandelt wieder heraus. Die Ausstellung "Auto-nom-mobile" des Kasseler Kunstvereins zeigt derzeit eine Auswahl zeitgenössischer Auto-Kunstwerke.


Wohin wir auch blicken, ein Auto ist meist zu sehen - oder sogar mehrere Autos. Bis zum 26. Februar gilt dies nun auch im Kasseler Kunstvrein - allerdings sind die Mobile, die dort gezeigt werden, erfrischend anders als jene, die sich auf Straßen, Parkplätzen oder in Garagen tummeln. Zu sehen sind Autos als Kunst und Kunst ums Auto, wobei die geballte Automobilität skurrilerweise im Kulturbahnhof ausgestellt ist, denn über die Treppen und durch die schmalen Türen des Fridericianums passten die teils verspoilerten, teils aufgedunsenen Karosserien - wie das scheinbar zuckerwattierte "Fat Car" von Erwin Wurm - gar nicht rauf und hindurch.

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Auto-nom-mobile: Parkplatz für Kunstwerke

Im Kulturbahnhof Kassel also macht nun eine zeitgenössische Autoschau Station, die von der Ausstellung Auto-Nom des NRW-Forums Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf vor zwei Jahren angeregt wurde. Für die aktuelle Veranstaltung in Kassel wurde das Thema noch etwas humoriger und ironischer eingefärbt, wobei der Kern der Ausstellung eher klassisch daherkommt. Es handelt sich um insgesamt neun der derzeit 15 BMW-Art-Cars, die das Münchner Unternehmen seit 1975 von namhaften internationalen Künstlern gestalten lässt. Derzeit arbeitet übrigens Olafur Eliasson am Wasserstoff-Rekordfahrzeug H2R von BMW, das im kommenden Jahr als Art Car Nummer 16 präsentiert werden soll.

Um die Art-Cars herum jedoch gibt es jede Menge erfrischender Perspektiven auf das Auto. Zum Beispiel die kleinen Mobilitätstierchen der Künstlerin Martin Fischer (martinafischer13), die immer nur so weit von der Steckdose wegflitzen können, wie es das Spiralkabel zulässt. Oder die Nummernschild-Poesie von Jürgen O. Olbrich, der eine halbe Stunde lang am Ortseingangsschild Autokennzeichen notierte, deren Interpretation er dem Betrachter überlässt. Oder die erotischen Bilder von Sylvie Fleury, die Crashtest-Szenen am liebsten frech-frivol deutet.

Die Ausstellung Auto-nom-mobile im Kasseler Kunstverein, die von BMW und der BMW-Niederlassung Kassel/Göttingen unterstützt wird, ist jeweils von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 20 Uhr geöffnet, am Freitag sogar bis 24 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro (ermäßigt drei Euro).



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