Auto-Umweltliste: Hybridmodelle fahren vorne weg

Von Jürgen Pander

Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland hat in Berlin die neue Auto-Umweltliste vorgestellt. Bewertet wurden 385 Pkw-Typen nach dem CO2-Ausstoß und der Umweltbelastung durch Lärm, Partikel und Stickoxide. Hybridfahrzeuge dominieren das Ranking.

Auto-Umweltliste: Runter mit dem Spritverbrauch Fotos

Erst kürzlich wurde bekannt, dass die durchschnittliche Leistung der in Deutschland verkauften Autos im vergangenen Jahr auf 129,9 PS kletterte - mit weiter steigender Tendenz. Der Fortschritt beim CO2-Ausstoß ist weit weniger rasant: Der Durchschnittswert der 2010 hierzulande neu zugelassenen Autos lag bei 151 Gramm je Kilometer; die Vergleichsziffer für die EU lag immerhin bei 140 Gramm CO2 je Kilometer. Für das Jahr 2020 sollen es in der EU nur noch 95 Gramm je Kilometer sein - der Weg dahin scheint noch weit.

Andererseits gibt es bereits zahlreiche Modelle, die schon heute diesen Grenzwert unterschreiten. Der Smart Fortwo CDI etwa (86 Gramm) oder das Hybridfahrzeug Lexus CT 200 h sowie der VW Polo 1.2 TDI Blue Motion (beide 87 Gramm), oder die Typen Toyota Prius Hybrid, Toyota Auris Hybrid, Seat Ibiza 1.2 TDI und Skoda Fabia Greenline 1.2 TDI mit jeweils 89 Gramm. Diese Autos und noch sehr viel mehr hat der VCD jetzt in seiner aktuellen Auto-Umweltliste bewertet und eingeordnet.

Das Ranking gilt als umfassendste Öko-Bewertung von Pkw hierzulande. Im Jahreswechsel werden die Autos untersucht nach unterschiedlichen Kriterien ihrer Umweltbelastung - in diesem Jahr standen die Schadstoff- und Lärmemissionen im Betrieb im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Staffelung der Fahrzeuge erfolgt unter anderem in unterschiedlichen Kategorien. Unter anderem gibt es eine Bestenliste der umweltfreundlichsten Siebensitzer, die angeführt wird

  • vom Erdgas modell VW Touran 1.4 TSI Ecofuel CNG,
  • gefolgt vom Renault Grand Scénic Energy dCi 130 eco sowie
  • vom VW Touran 1.6 TDI Blue Motion Technology.

Nur ein deutsches Modell unter den besten 10 Öko-Autos

Erstmals veröffentlichte der VCD auch eine Liste mit Elektroautos. Zwar wurden die Fahrzeuge nicht nach Umweltkriterien bewertet, weil dabei vor allem die Herkunft des Stroms eine entscheidende Rolle spielt, aber in der Tabelle lassen sich die E-Mobile nach Preis, Reichweite, Stromverbrauch und Batteriekapazität vergleichen. Gerd Lottsiepen, der verkehrspolitische Sprecher des VCD sagt: "E-Autos sind auf absehbare Zeit in Privatbesitz wenig sinnvoll. Aufgrund hoher Kosten für die Batterie bleiben die Fahrzeuge deutlich teurer als sparsame Benziner oder Diesel, die Reichweiten sind beschränkt." Allerdings sollten die Elektrofahrzeuge im Flottenbetrieb Intensiv genutzt und weiterentwickelt werden.

Für Autofahrer interessanter ist mittelfristig wohl ein Hybridmodell oder ein Pkw mit spritsparender Auslegung. "Fünfzig Prozent Energieeinsparung im motorisierten Individualverkehr ist allein durch eine konsequente Effizienzsteigerung möglich", sagt Lottsiepen. "Leider ist unter den Top Ten 2011 nur ein deutsches Modell vertreten. Es reicht einfach nicht aus, sich nur auf das Premiumsegment zu konzentrieren, auch wenn sich damit im letzten Jahr viel Geld verdienen ließ." Welche Autos es in die Top-Ten des Gesamtrankings der umweltfreundlichsten Fahrzeuge gebracht haben, sehen Sie hier.

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insgesamt 123 Beiträge
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1. Hybrid sieht nur grün aus und ist teuer.
nickname123 16.08.2011
Dieses Ranking ist einfach nur schlecht. Es wird nicht ganzheitlich geschaut, wieviel Energie bei der Produktion verbraucht wurde, noch wurde der CO2 Ausstoß in Relation zu Nutzen und Preis begutachtet. Wer sich hier einen Polo für 16.000 kauft, könnte auch die restlichen 16.000 in andere Projekte stecken um die CO2 Bilanz aufzubessern. Sieht mir eher nach eine Toyota Aktion aus, die allen eintrichtet, dass Hybrid die beste Lösung ist.
2. Ergebnisorientiert
BreitCalde 16.08.2011
Zitat von sysopDer ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland hat in Berlin die neue Auto-Umweltliste vorgestellt. Bewertet wurden 385*Pkw-Typen nach dem CO2-Ausstoß und der Umweltbelastung durch Lärm, Partikel und Stickoxide. Hybridfahrzeuge dominieren das Ranking. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,780511,00.html
Jeder dreht sich halt die Kriterien solange hin bis das Ergebnis stimmt
3. dieser ganze Hybrid Hype....
derlabbecker 16.08.2011
... ist zum kotzen. Ich fahre einen Diesel mit 184 PS und fahre viel Autobahn. Ich schlage da, trotz zügiger Fahrweise, jeden Hybriden um Längen... und schleppe bei Tempo 200 keine unnützen Batterien mit mir rum, die in der Herstellung Unmengen an Co2 verballern..
4. Ganzheitlich
nobi007 16.08.2011
Zitat von nickname123Dieses Ranking ist einfach nur schlecht. Es wird nicht ganzheitlich geschaut, wieviel Energie bei der Produktion verbraucht wurde, noch wurde der CO2 Ausstoß in Relation zu Nutzen und Preis begutachtet. Wer sich hier einen Polo für 16.000 kauft, könnte auch die restlichen 16.000 in andere Projekte stecken um die CO2 Bilanz aufzubessern. Sieht mir eher nach eine Toyota Aktion aus, die allen eintrichtet, dass Hybrid die beste Lösung ist.
Herstelluhg: Beim Toyota Prius gibt es zB. Keine Lichtmaschine, keinen Anlasser, keine Kupplung, kleinere Hydraulik, keinen Keilriemen zum Antrieb von Zusatzagregaten, denn Wasserpumpe und Klimakompresser sowie Servolenkung werden elektr. betrieben. Das lineare Automatikgetriebe besteht aus 7 Zahnrädern und ist nicht viel Größer als eine Coladose. Zusatz: zwei Elektromotoren, und eine 40Kg Batterie. Weniger mech. Verschleiß da keine Kupplung, kein mech. Zuschaltung eines Anlassers, Bremsbeläge, da der Elektromotor als Generatur wirkt. Gerade diese Einfachheit besticht. Informieren hilft. http://de.wikipedia.org/wiki/Toyota_Prius http://www.priuswiki.de/wiki/PSD
5. Hybrid
ewigmeckerer 16.08.2011
Eine Beurteilung eines Hybrid-Fahrzeuges hinsichtlich Fahrkomfort, Wirtschaftlichkeit und Nutzen bleibt denen vorbehalten, die ein derartiges Fahrzeug besitzen. Das Gegeifer gegen einen Vollhybrid ist nur auf Unkenntnis zurückzuführen. Die "alibi"Hhybridfahrzeuge mit sogen. "Teilhybrids" können dem Ruf des Vollhybriden nur schaden. Wenn Dieselfahrer ihrem vielgewünschten "Fahrspass" nachkommen, dann mutieren sie ganz schnell zu Umweltferkeln.
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