Elektromobil vorgestellt Die Google-Kugel

Diese Nachricht wird die Autoindustrie in Aufruhr versetzen: Google will ein eigenes, selbstständig fahrendes Auto auf den Markt bringen. Der Prototyp, ein zweisitziges Elektromobil, fährt bereits.

Google

Mountain View - Der Internetkonzern Google will in den kommenden Jahren ein selbst fahrendes Auto ohne Lenkrad oder Gas- und Bremspedale auf die Straße bringen. Die ersten Prototypen der kleinen Elektrofahrzeuge für zwei Insassen wurden bereits getestet, sagte Google-Mitbegründer Sergey Brin am Dienstag auf einer Konferenz in Kalifornien.

Zunächst sollen rund hundert Testfahrzeuge gebaut werden, kündigte der Konzern in einem Blogeintrag in der Nacht zum Mittwoch an. Sie werden anfangs noch die altbekannten Steuerelemente haben, dann sollen in Kalifornien die Prototypen ohne Lenkrad getestet werden. Die Arbeit an einer marktreifen Version werde gemeinsam mit Partnern noch einige Jahre dauern, schrieb Projektleiter Chris Urmson.

Google arbeitet bereits seit Jahren an der Technologie für selbst fahrende Autos. Die Systeme wurden bisher in Fahrzeuge etablierter Hersteller eingebaut, vor allem von Toyota.

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Selbst fahrendes Auto: Googles Coup
Erste Gerüchte, dass der Internetkonzern auch komplett eigene Autos entwickelt, gab es im vergangenen Jahr. Sie wurden mit einiger Skepsis aufgenommen: Automobilbau ist ein komplexes Feld, in dem Google die Expertise fehlt. Allerdings soll der Konzern eine Reihe von Partnern rekrutiert haben. In einem Video zu Googles Blogeintrag ist kurz die Arbeit an Karosserieteilen mit vielen Zeichnungen zu sehen.

Wenig Komfort, höchstens 40 km/h schnell

Nach einer Befragung der Wirtschafts- und Beratungsorganisation KPMG unter Autofahrern in Kalifornien, ob sie ein selbst fahrendes Auto eher von Unternehmen wie Google oder Apple kaufen würden oder von klassischen Autokonzernen, lagen die Technologiekonzerne vor Autobauern wie BMW, Nissan oder Daimler. Zwar war die Untersuchung nur bedingt repräsentativ, zeigt aber deutlich den Trend, der die etablierten Autohersteller aufhorchen lassen sollte.

Dem "New York Times"-Reporter John Markoff zufolge, der vergangene Woche in einem Prototyp mitfuhr, bietet das Fahrzeug viel Beinfreiheit. Die Windschutzscheibe ist aus Plastik, und ein großes Display im Cockpit zeigt Uhrzeit, Lufttemperatur und die voraussichtliche Ankunftszeit an. Die ersten Prototypen hätten noch wenig Komfort für die Insassen, räumte Projektchef Urmson ein. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf rund 40 Kilometer pro Stunde begrenzt.

Google hofft, mit einem kleinem selbst fahrenden Fahrzeug die Bedürfnisse für die Nutzung von Autos in der Zukunft zu treffen. Er denke nicht, dass es überwiegend darum gehen werde, die Fahrzeuge zu besitzen, sagte Google-Mitgründer Sergey Brin der "New York Times". "Sie dürften größtenteils als ein Service bereitgestellt werden." Google habe die Technologie, das umzusetzen, sagte Brin. "Und es ist wahrscheinlich, dass wir eine Menge Partner haben werden - das könnten Autohersteller, Zulieferer, Dienstleistungsanbieter, Städte oder Länder sein."

cst/mhu/dpa/Reuters

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insgesamt 128 Beiträge
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kopp 28.05.2014
1. Das wär doch was für Rentner
Würde ich mir sofort kaufen !
ralf_si 28.05.2014
2. optional
Nochmals die Frage, die bislang unbeantwortet ist: (Unabhängig, wer die Technik einsetzt) Beeinträchtigt die Technik, die auf den Fahrzeugen zum Einsatz kommt Passanten, denen ein Defibrillator eingesetzt wurde?
hjka 28.05.2014
3. und mit jeder Buchung
Zitat von sysopGoogleDiese Nachricht wird die Autoindustrie in Aufruhr versetzen: Google will ein eigenes, selbstständig fahrendes Auto auf den Markt bringen. Der Prototyp, ein zweisitziges Elektromobil, fährt bereits. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/auto-von-google-selbstfahrendes-elektromobil-vorgestellt-a-972088.html
Miete oder Kauf sowie zur Aktivierung des Fahrzeugs gibt man dem Datenkraken wieder ein Stück mehr seiner Privatsphäre preis. Einfach nur krank!
lambda1 28.05.2014
4. Das ideale Auto..
Für Jogi Löw in der "BMW-Pause"....
konserv1 28.05.2014
5. Vielseitiger Einsatz
- als Taxi (das Auto kommt auf Bestellung, bringt mich zum Ziel) - als Car-Sharing Auto (das Auto kommt auf Bestellung, bringt mich zum Ziel; sofern ich nicht gleich weiter will, steht das Auto für andere Carsharing-Teilnehemr bereit) - eigenes Auto (bin in der Kneipe und trinke ein Bier; das Auto kommt und bringt mich heim) Alle drei Ansätze gehen fließend ineinander über. Eine Konkurenz für Taxis - eine Konkurenz für die Automobilhersteller. Es bleibt die Frage der Verantwrotung bei einem Verkehrsunfall.
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