Auto-Zukunft Der Kostendruck-Baukasten

Auto-Ingenieure und -Entwickler haben sich in Wolfsburg getroffen, um das zentrale Thema der Branche zu diskutieren: "Fahrzeugkonzepte für das 2. Jahrhundert Automobiltechnik". Im Mittelpunkt stand das Baukasten-Prinzip.


Das Produktionsprinzip der Zukunft dürfte das Baukasten-Modell sein
AP

Das Produktionsprinzip der Zukunft dürfte das Baukasten-Modell sein

Auf einer Veranstaltung des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie und der Gesellschaft für Fahrzeug- und Verkehrstechnik wurden im Wesentlichen zwei Trends diskutiert: Einerseits wird in Zukunft die Autoproduktion darauf Rücksicht nehmen müssen, dass immer mehr Kunden ein möglichst individuelles Fahrzeug möchten. Und andererseits besteht der Druck, die Herstellungskosten noch weiter zu drücken.

Als Resultat daraus setzen die meisten Hersteller bei der Auto-Fertigung auf ein so genanntes Baukasten-Prinzip - bei Volkswagen ist diese Methode auch als Plattform-Strategie bekannt. Letztlich geht es darum, einen "Kasten" mit diversen Bauteile so zu konzipieren, dass diese miteinander kompatibel sind. So können zum Beispiel durch den Einsatz unterschiedlicher Achsen an der gleichen Karosseriestruktur, unterschiedlicher Motoren oder unterschiedlichen Karosserieteilen auf dem gleichen Chassis eine ganze Reihe verschiedener Modelle gebaut werden, ohne dass deshalb jedes Auto von Grund auf neu entwickelt werden müsste. Dieses Prinzip ist natürlich schon längst Realität in der Autobranche, doch wird es in Zukunft darauf ankommen, es zu verfeinern und zu erweitern.

Vor allem deshalb, weil ein solcher Baukasten dabei hilft, Kosten zu sparen und Entwicklungsphasen abzukürzen. Andererseits, und auch dieser Trend wurde in Wolfsburg diskutiert, geben die Autohersteller immer mehr Entwicklungsaufträge an externe Betriebe. In Zukunft dürften über 80 Prozent der Produktionsleistung an einem Auto von Zuliefererfirmen erbracht werden, so die Prognose der in Wolfsburg versammelten Fachleute.

Volker Schindler, Leiter des Fachgebiets "Kraftfahrzeuge" an der TU Berlin, machte folgende Rechnung zum Thema Abgasemissionen auf: Damit die Automobilhersteller ihr Ziel erreichen, bis zum Jahr 2008 bei Neufahrzeugen den Verbrauch und damit die Kohlendioxid-Emission um ein Viertel auf 140 g/km zu senken, müsse ein hoher technischer Aufwand getrieben werden. Dieser Aufwand mache die Autos teurer.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.