Auto-Zukunfts-ABC: Von adaptiver Abstandsregelung bis Zero Emisson Vehicle

Mobilität ist ein Schlüsselbegriff der modernen Gesellschaft. Individuelle Mobilität gilt als hohes Gut - entsprechend hoch ist der Stellenwert des Autos. Wie aber werden Autos morgen oder übermorgen aussehen? Was werden sie können? Und womit werden sie fahren?

Automatische adaptive Abstandsregelung

Die Kombination von Tempomat und Radarsensorik ermöglicht es, dass der Wagen bei eingeschalteter Geschwindigkeitsautomatik von allein abbremst, wenn ein vorausfahrendes Auto langsamer fährt, und selbsttätig wieder beschleunigt, sobald die Straße frei ist. Besonders hilfreich sind solche Systeme bei Stopp-and-go-Verkehr, wo sie den Fahrer spürbar entlasten.

Bio-Kraftstoffe
Zu den Bio-Kraftstoffen zählen Bio-Diesel, Pflanzenöl, Bio-Ethanol oder synthetische Kraftstoffe; durch sie sollen die Vorräte an fossilen Kraftstoffen geschont und zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beigetragen werden. Die Technik, diese Kraftstoffe in Fahrzeugen einzusetzen, ist unterschiedlich ausgereift. Auf die Infrastruktur der Bio-Kraftstoffversorgung trifft dies ebenfalls zu.

nach oben

CAN-Bus
Abkürzung für "Controller Area Network", das in einem linearen Bus-System zusammengefasst wird. Ein Datenbus bündelt mehrere parallel laufende Datenleitungen. Im Auto vernetzt ein CAN-Bus unterschiedlichste Bestandteile der Fahrzeugelektronik miteinander.

Doppelkupplungsgetriebe
Zwei ineinander laufende Getriebewellen mit je einer Kupplung ermöglichen den manuellen oder automatischen Gangwechsel. Der Clou dabei: Es wird geschaltet ohne Schaltpause. Die Kraft fließt ohne Unterbrechung vom Motor zu den Antriebsrädern, und das macht sich durch eine außergewöhnliche stetige Beschleunigung bemerkbar.

nach oben

Einparkhilfe
Sensoren am Auto erfassen Hindernisse rund um den Wagen und helfen so beim Ein- und Ausparken. Das System arbeitet mit Warntönen oder optischen Hinweisen oder einer Kombination aus beidem.

Fliegende Autos
Der Traum vom individuellen Luftverkehr - in diesem Jahrhundert noch könnte er wahr werden. Verschiedene Firmen arbeiten derzeit an der Entwicklung senkrechtstartender Mini-Jet, die in der Luft und auf der Straße bewegt werden können. Bis zu einer Zulassung solcher flugfähiger Autos dürfte es aber noch einige Jahrzehnte dauern.

nach oben

GPS
Das Satelliten-gestützte "Global Positioning System" ermöglicht eine bis auf wenige Meter exakte Standortbestimmung und ist die Grundlage für jedes Navigationsgerät. In Zukunft könnten GPS- und Kartendaten mit der Fahrzeugelektronik so vernetzt werden, dass zum Beispiel bei schneller Fahrt der Autofahrer speziell vor scharfen Kurven oder gefährlichen Einmündungen gewarnt wird.

Hybridantrieb
Antriebssystem mit Motoren, die unterschiedlich betrieben werden. Hybrid-Pkw haben üblicherweise einen Verbrennungsmotor und ein oder zwei Elektromotoren. Je nach Fahrsituation und Systemkonfiguration, wird das Auto von je einem der unterschiedlichen Motortypen oder von beiden parallel angetrieben.

nach oben

Individualverkehr
Der Individualverkehr mit dem Auto wird sich nach Ansicht der MIT-Forscher John Heywood und Daniel Roos in Zukunft drastisch verändern. "Wir wollen die persönliche Mobilität, was wir aber sicher nicht brauchen, sind Wohnzimmer auf Rädern. Unsere künftigen Autos müssen radikal weniger Treibstoff verbrauchen." Als Ausweg aus dem Dauerstau sehen die Experten nur die Erhebung von Straßennutzungsgebühren abhängig von der Tageszeit, dem Verkehrsaufkommen und den gefahrenen Kilometern.

Kurvenlicht
Scheinwerfertechnik, die den Lichtkegel bei Kurvenfahrt in die Fahrtrichtung lenkt und damit für eine bessere Ausleuchtung der Fahrbahn sorgt. Ähnlich funktioniert auch Abbiegelicht, bei dem ein fest installierter Schrägscheinwerfer bei langsamer Kurvenfahrt die Fahrtrichtung erhellt.

nach oben

Lack
Autos mit Nanolack, der besonders kratzfest und brillant ist, werden bereits verkauft. An Lacken, die sich selbst reinigen, die ihre Farbe verändern können oder die Strom produzieren, forschen und entwickeln die Zulieferfirmen derzeit.

Magnetfelder
Noch ist es eine Utopie, zu sehen war sie zum Beispiel im Hollywood-Film "Minority Report": Die Autos der Zukunft bewegen sich danach, von unsichtbaren Kräfte gesteuert, auf einer Art Magnetschienen. Verkehrsflüsse werden automatisch geleitet, Karambolagen gibt es nicht mehr.

nach oben

Nachtsichtsystem
Infrarotscheinwerfer leuchten bei Dunkelheit - für das menschliche Auge unsichtbar - zusätzlich zum Abblendlicht und deutlich weiter als dieses, den Bereich vor dem Auto aus. Eine Infrarotkamera nimmt das Bild auf und überträgt es auf einen Monitor im Cockpit. Die Sichtweite des Fahrers wird so erheblich vergrößert.

Objekterkennung
K.I.T.T., das nachtschwarze Auto des Knight Rider, lässt grüßen: Bald können Autos selbstständig auf Gefahren reagieren. Dabei ist die künstliche Intelligenz auf Rädern schneller als der aufmerksamste Fahrer. Kamera, Sensoren und Hochleistungsrechner ermöglichen nicht nur die Erfassung und Analyse der Objekte, sondern leiten auch die nötigen Reaktionen des Fahrzeugs ein.

nach oben

Pre-Safe
Sicherheitssystem von Mercedes-Benz, das unfallträchtige Situationen bereits im Ansatz erkennt. Etwa wenn die Bremsverzögerung besonders stark ist oder Schleudergefahr besteht. In solchen Fällen strafft das System vorsorglich die vorderen Sicherheitsgurte und pumpt Luftpolster in den Sitzen auf, die die Passagiere in eine optimale Position bringen und abstützen.

Rückfahrkamera
Eine Kamera in der Mitte des Hecks erfasst beim Rückwärtsfahren den für den Fahrer nicht sichtbaren Bereich hinter dem Auto. Wird der Rückwärtsgang eingelegt, erscheint das Bild der Rückfahrkamera auf dem Bildschirm im Cockpit oder im Armaturenbrett.

nach oben

Schmalspurauto
Reine Stadtfahrzeuge specken in Zukunft möglicherweise ab. Die Autos werden schmaler, Fahrer und Passagier sitzen hintereinander, wie in der Volvo-Studie Tandem. Das Vehikel ist lediglich 1,30 Meter breit, daher passen zwei Tandem-Modell nebeneinander auf eine Fahrspur.

Thermoplastisches Elastomer (TPE)
Hightech-Kunststoff, der bei der Automobilherstellung verwendet wird. Die Vorteile: Das Material ist stabil, billig und kann im Gegensatz zu Gummi beliebig oft eingeschmolzen und wiederverwendet werden.

nach oben

Unterflurmotor
Bei der Platzierung der Maschine unter oder im Fahrzeugboden spricht man von einem Unterflurmotor. Der Vorteil dieses Bauprinzips ist die platzsparende Anordnung; Voraussetzung sind allerdings sehr flache Aggregate, wie etwa Boxermotoren.

Vierradlenkung
Bereits 1992 stellte Honda mit dem Modell Prelude den ersten Serien-Pkw der Welt mit Vierradlenkung vor, das System setzte sich jedoch nicht durch. Zuletzt aber zeigten einige Hersteller wieder Konzeptautos mit vier gelenkten Rädern. Der Vorteil: Die Fahrzeuge sind wendiger beim Rangieren und spurstabiler in Kurven bei höheren Geschwindigkeiten.

nach oben

Wartungsfrei
Bei den Autos der Zukunft muss der Fahrer praktisch keine Wartungsarbeiten mehr übernehmen. Die Intervalle für Werkstattbesuche werden ebenfalls länger. Und falls doch einmal etwas nicht am Wagen stimmt, schlagen Kontrollsystem wie die Reifendrucküberwachung Alarm - und gegebenenfalls bucht der Bordcomputer automatisch einen Termin bei der Werkstatt.

Zero Emission Vehicle
In Zukunft fährt man umweltschonend, im besten Fall in Zero Emission Vehicles. Das sind Fahrzeuge, die keinerlei Abgase ausstoßen, in der Regel also elektrisch angetriebene Verkehrsmittel. Ganz geht die Rechnung allerdings nur auf, wenn der Strom nicht aus fossilen Kraftwerken, sondern aus Wind-, Wasser- oder Solarenergie gewonnen wird.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
Twitter | RSS

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback

Aktuelles zu