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06. Oktober 2017, 14:29 Uhr

Tief "Xavier"

So können sich Autofahrer bei Wind und Sturm schützen

Das Sturmtief "Xavier" hat mehrere Menschen das Leben gekostet - fast alle starben im Auto. Wie man sich unterwegs bei extremer Witterung verhalten sollte.

Im Sturmtief "Xavier" sind in Deutschland mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer starben im Auto, weil sie durch umstürzenden Bäumen oder herabfallenden Ästen getötet wurden. Die Betroffenen waren sowohl in der Stadt als auch außerhalb von Ortschaften unterwegs. Ein Lkw-Fahrer in Mecklenburg-Vorpommern erlitt tödliche Kopfverletzungen, nachdem ein abgeknickter Baum sein Führerhaus völlig zerstört hatte.

Wie kann ich mich als Autofahrer gegen ein solches Unglück schützen?

"Im Prinzip ist das Auto ein sicherer Rückzugsort bei Unwetter, beispielsweise bei Gewitter", sagt ein ADAC-Sprecher dem SPIEGEL. Kommt es zu extremen Wetterlagen wie beim Sturmtief "Xavier", empfiehlt es sich jedoch erst gar nicht in den Pkw zu steigen. Herabstürzende Äste oder umkippende Bäume sind für Autofahrer deshalb so gefährlich, weil sie - anders als beispielsweise bei einem Überschlag - die Fahrzeugkarosserie punktuell extrem belasten. "Je nach Gewicht des Baumstammes haben die Insassen kaum eine Überlebenschance", so der ADAC-Sprecher.

Was sollte man tun, wenn man auf der Fahrt von einem Sturm überrascht wird?

Der ADAC gibt dazu folgende Tipps:

Übernimmt die Versicherung Sturmschäden am Fahrzeug?

Kommt es durch einen Sturm zu einem Schaden, springt in der Regel die Teilkaskoversicherung ein. Versichert ist allerdings nur der Zeitwert des Wagens, nicht der Neuwert. Wichtig: Ohne Rücksprache mit der Versicherung sollten Halter die Schäden nicht vorschnell beseitigen. Die Versicherung muss immer die Möglichkeit haben, den Schaden durch eigene Gutachter bestimmen zu lassen, heißt es beim Bund der Versicherten (BdV).

Eventuell muss die Meldung bei der Versicherung mit Angaben des Wetteramts ergänzt werden, heißt es beim ADAC : "Grund: Zum Zeitpunkt der Beschädigung muss der Wind mindestens Stärke 8 gehabt haben." Bei einem durch Sturm bewirkten Fahrfehler kommt nur die Vollkasko für den Schaden auf - vorausgesetzt, es liegt keine grobe Fahrlässigkeit vor.

Einen Anspruch gegen Hausbesitzer von umgestürzten Bäumen oder Baufirmen haben Autofahrer nur dann, wenn diesen eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vorgeworfen werden kann.

dpa/mhu

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