Neue Verordnung: Autofahrer sollen Kennzeichen bundesweit mitnehmen können

Nummerschild: Wer in eine andere Stadt umzieht, soll künftig sein Kennzeichen behalten Zur Großansicht
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Nummerschild: Wer in eine andere Stadt umzieht, soll künftig sein Kennzeichen behalten

Autofahrer sollen ihr Nummernschild bei Umzügen bald bundesweit mitnehmen dürfen. Das hat das Bundeskabinett nun beschlossen. Unter anderem sollen Autofahrer so Geld sparen. Doch die Ersparnis dürfte nur gering sein.

Berlin - "Siehst Du einen mit PI, dann flieh'". Solche - nicht besonders netten - Sprüche könnten bald überflüssig werden. Bislang weisen die ersten Buchstaben auf dem Nummernschild eines Autos auf den Landkreis, in dem der Halter wohnt. Das soll sich bald ändern.

"Wer umzieht - auch über die Ländergrenzen hinweg - kann das bisherige Kennzeichen des Fahrzeugs behalten", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Mittwoch. Laut einer Verordnung, die das Bundeskabinett nun auf den Weg brachte, soll die bisherige Pflicht zur Umkennzeichnung beim Wechsel des Wohnsitzes entfallen. Die Neuregelung soll zum 1. Juli 2014 in Kraft treten, der Bundesrat muss noch zustimmen.

"Fahrzeughalter sparen Zeit und Geld, Bürokratie wird abgebaut", sagte Ramsauer. Die Ersparnis ist allerdings überschaubar, lediglich die Kosten für die Anfertigung eines neuen Nummernschildes entfallen. Einen Einfluss auf die Kfz-Versicherung wird die Regelung nicht haben. Auch künftig richtet sich die Prämie nach dem tatsächlichen Wohnort des Fahrzeughalters.

Die Neuregelung soll einen Beschluss der Länder-Verkehrsministerkonferenz von April vergangenen Jahres umsetzen. Innerhalb einiger Länder wie Schleswig-Holstein und Hessen kann das Kfz-Kennzeichen nach Ministeriumsangaben bereits mitgenommen werden. Dies soll künftig bundesweit möglich sein. Über die Pläne berichtete auch die "Passauer Neuen Presse" am Mittwoch.

Im vergangenen Jahr wechselten laut Ministerium bundesweit 600.000 Fahrzeughalter in einen anderen Zulassungsbezirk. Insgesamt sind in Deutschland mehr als 54 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts allein gut 43 Millionen Pkw.

Vorgesehen ist daneben auch, dass Fahrzeuge von Mitte 2014 an über ein Internetportal des Kraftfahrt-Bundesamts abgemeldet werden können. Dies soll über verschiedene Sicherheitscodes und den neuen Personalausweis ermöglicht werden.

rom/dpa

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Dann kann man doch auch gleich Wunschkennzeichen zulassen!
Emmi 22.05.2013
Dann kann man doch auch gleich Wunschkennzeichen zulassen! Denn die Begründung dagegen war ja, dass es angeblich für die Polizei einfacher sei (?) eine Halterermittlung durchzuführen, wenn das Kennzeichen dem Wohnort des Halters zugeordnet werden kann. Wenn einer mit "B-ND 123" auch in Garmisch-Partenkirchen wohnen kann, warum kann der dann nicht als Kennzeichen "BUMMI 1" haben!?
2. ?
bluemetal 22.05.2013
Sorry, Kapier ich nicht. Ich ziehe von München nach Berlin und fahre dort dann 20 Jahre mit meinem Münchner Kennzeichen herum ? Dann sollte man doch lieber bundeseinheitliche Kennzeichen ohne vorangestellten Zulassungsbezirk einführen, am besten Fahrzeugebunden
3.
marthaimschnee 22.05.2013
Zitat von sysoplediglich die Kosten für die Anfertigung eines neuen Nummernschildes entfallen
Ist die (dann eingesparte) Zulassung neuerdings kostenlos? Oder muß man das Fahrzeug gar am neuen Wohnort trotzdem bei der Zulassungsstelle ummelden, nur halt ohne Nummernschildwechsel? Das wäre dann ja wohl der bürokratische Hohn schlechthin!
4.
meinmein 22.05.2013
Zitat von marthaimschneeIst die (dann eingesparte) Zulassung neuerdings kostenlos? Oder muß man das Fahrzeug gar am neuen Wohnort trotzdem bei der Zulassungsstelle ummelden, nur halt ohne Nummernschildwechsel? Das wäre dann ja wohl der bürokratische Hohn schlechthin!
Natürlich müssen Sie sich selbst anmelden und Ihr Fahrzeug, wenn Sie umziehen. Da es nun aber egal ist, welche Buchstaben auf dem Schild stehen, steht einer Einführung von Wunschkennzeichen nichts mehr im Wege.
5. Viele Kennzeichen sichern das Überleben (der anderen;o)
iffel1 22.05.2013
Also hier in Berlin ist es unheimlich wichtig, einen großen Sicherheitsabstand zu allen OHVlern zu halten - vorne wie hinten. Denn die Fahrer (Ohne Hirn und Verstand) fahren beispielsweise auf die Autobahnen ohne zu blinken, abbiegen mit Blinker haben sie in der Fahrschule nicht gelernt, dafür aber mit 60 auf der linken Spur, denn es ist im Landkreis Oberhavel noch nicht angekommen, dass die Autos heute schneller fahren können als ihre Trabis. Und für die Berliner, die nach OHV ziehen, war das immer ein Grund, noch eine Meldeadresse woanders zu haben, damit man nicht dieses Kennzeichen aufs Auto (und Gemüt) bekommt - schön für sie !
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