Forderung der EU: Autohersteller sollen Spritverbrauch realistischer messen

Kraftstoffbedarf: Ein Display zeigt den momentanen Verbrauch eines Pkw an Zur Großansicht
dapd

Kraftstoffbedarf: Ein Display zeigt den momentanen Verbrauch eines Pkw an

Beim Spritverbrauch liegen Herstellerangaben und Realität weit auseinander - meist verbrauchen die Autos deutlich mehr, als im Verkaufsprospekt angegeben. Nun will die EU neue Richtlinien zur Verbrauchsmessung einführen. Das Erstaunliche daran: Die Industrie will das Vorhaben sogar unterstützen.

Den Verbrauchsangaben der Autohersteller traut heute kaum noch jemand. In der Praxis lassen sich die genannten Werte eigentlich nie erreichen. Deswegen will die EU jetzt eine neue Art der Messung des Spritverbrauchs durchsetzen, die künftig realistischere Angaben ermöglichen soll. Zudem soll außer Abgasen wie Kohlendioxid auch der von Autos ausgehende Lärm künftig durch Gesetze begrenzt werden. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Mittwochsausgabe.

Dem Blatt liegt ein Strategiepapier der Cars-21-Gruppe vor, einer Runde führender Vertreter der EU-Länder und Unternehmenschefs wie Dieter Zetsche (Daimler) und Philippe Varin (Peugeot). Industriekommissar Antonio Tajani und der Chef des Branchenverbands ACEA sowie Fiat-Vorsitzender Sergio Marchionne wollen das Konzept am Mittwoch in Brüssel offiziell vorstellen.

Hintergrund für den Bericht des hochkarätig besetzten Gremiums ist die Krise der Branche in Europa durch schwindende Verkäufe und neue Importkonkurrenz aus Korea. Trotz des wachsenden Exportgeschäfts für die deutschen Oberklassehersteller wie Audi, BMW und Mercedes machen Massenhersteller wie Fiat, Opel und Peugeot in ihrem europäischen Geschäft hohe Verluste und kämpfen mit Überkapazitäten.

Einsicht bei der Industrie

Für das laufende Jahr erwartet die Cars-21-Gruppe, dass der europäische Automarkt zum fünften Mal hintereinander schrumpft und nur noch 12,4 Millionen Autos verkauft werden. Das wären drei Millionen weniger als 2007 und so wenige wie seit 1996 nicht mehr. Mit einer baldigen Erholung des Markts sei nicht zu rechnen.

Der Bericht betont die Bedeutung der Branche für den Wohlstand in Europa. Die Autoindustrie zähle zwölf Millionen Beschäftigte und trage mit 70 Milliarden Euro positiv zur Handelsbilanz bei. Auf staatliche Kaufanreize wollen die Hersteller verzichten. Vielmehr sollen die Rahmenbedingungen für verstärkte Exporte in Überseemärkte verbessert werden. Dazu zählen außer der Forschungsförderung mit Milliardenbeträgen weitere Freihandelsabkommen mit Ländern wie Indien und Japan, die auf einem gegenseitigen Abbau von Zollschranken basieren, sowie eine Harmonisierung der technischen Anforderungen.

Ausdrücklich genannt wird eine global angepasste Verbrauchsmessung. Diese solle realistischere Annahmen als bisher zugrunde legen. So wurde bislang weniger Stadtverkehr - mit vielen Brems- und Anfahrtsvorgängen - angenommen. Deshalb liegen die offiziellen Angaben für neue Autos regelmäßig unter dem tatsächlichen Verbrauch. Der neue Zyklus könnte möglicherweise zum September 2014 eingeführt werden. Ab dann gilt auch die neue Abgasnorm Euro 6.

Dass die Autoindustrie die Differenz selbst eingesteht, ist neu. Außerdem will sich die EU künftig erstmals der Regulierung von Lärmemissionen widmen. Das könnte vor allem für die Hersteller teurer Sportwagen - wie etwa die zum VW-Konzern gehörenden Luxusmarken Bugatti und Porsche - relevant werden. Darüber hinaus mahnt die Expertengruppe eine europaweite Koordination der staatlichen Kaufanreize für Autos mit alternativen Antrieben an, also für Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge.

rom

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1.
FoxhoundBM 05.06.2012
Der ECE-Verbrauch ist eine Richtlinie, mehr nicht. Er gibt vor, wie Sparsam man unterwegs sein kann, WENN MAN BOCK HAT. Zudem geht die ECE-Richtlinie von einem 120-Limit auf Autobahnen aus, wie es in den meisten EU-Staaten gang und gäbe ist. In Deutschland dagegen wird mit 200 über die Autobahn geballert und dann wundert man sich, warum die Karre mal eben 40 % mehr verbraucht. Jeder Autofahrer hat seinen ihm eigenen Fahrstil, weshalb man schon dedeswegen keinen "Einheitsverbrauch" errechnen kann. Es gibt Autofahrer, die orgeln im 3. Gang durch den Stadtverkehr, ist doch kein Wunder das da selbst Kleinwagen anfangen zu saufen. Den ECE-Verbrauch im Alltag zu erreichen war für mich noch nie ein Problem. Auf der Autobahn Tempomat auf 130, im Stadtverkehr nicht über 2.000 U/min, vor Ampeln ausrollen lassen. So spart man Sprit - sogar mit V6, V8 und V12. Wenn man solche Autos ausfahren will, gibts genug Rennstrecken, wo man am Wochenende ein paar Runden drehen kann. Ich habe in den USA einen Dodge Avenger R/T (3.6 Liter V6, 6,3 sek 0-100, 6-Stufen-Automatik) durch Georgia bewegt. Bei 65 Meilen schnurrte der mit 1.700 U/min über den Highway. Das Ding hat über 2.500 km rund 8 l/100 km verbraucht - bei 290 PS! Und Spaß hats trotzdem gemacht.
2.
FoxhoundBM 05.06.2012
Zitat von sysopdapdBeim Spritverbrauch liegen Herstellerangaben und Realität weit auseinander - meist verbrauchen die Autos deutlich mehr, als im Verkaufsprospekt angegeben. Nun will die EU neue Richtlinien zur Verbrauchsmessung einführen. Das erstaunliche daran: Die Industrie will das Vorhaben sogar unterstützen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,837162,00.html
Der ECE-Verbrauch ist eine Richtlinie, mehr nicht. Er gibt vor, wie Sparsam man unterwegs sein kann, WENN MAN BOCK HAT. Zudem geht die ECE-Richtlinie von einem 120-Limit auf Autobahnen aus, wie es in den meisten EU-Staaten gang und gäbe ist. In Deutschland dagegen wird mit 200 über die Autobahn geballert und dann wundert man sich, warum die Karre mal eben 40 % mehr verbraucht. Jeder Autofahrer hat seinen ihm eigenen Fahrstil, weshalb man schon dedeswegen keinen "Einheitsverbrauch" errechnen kann. Es gibt Autofahrer, die orgeln im 3. Gang durch den Stadtverkehr, ist doch kein Wunder das da selbst Kleinwagen anfangen zu saufen. Den ECE-Verbrauch im Alltag zu erreichen war für mich noch nie ein Problem. Auf der Autobahn Tempomat auf 130, im Stadtverkehr nicht über 2.000 U/min, vor Ampeln ausrollen lassen. So spart man Sprit - sogar mit V6, V8 und V12. Wenn man solche Autos ausfahren will, gibts genug Rennstrecken, wo man am Wochenende ein paar Runden drehen kann.
3. Naja ...
Ing. Hans Maulwurf 05.06.2012
... die Verbrauchsangaben sollen vergleichbar sein. Daher würde es eigentlich ausreichen, zu sagen '0.6 Liter im NEFZ' oder ähnliches. Was wirklich dortsteht hat ja eher psychologische Vorteile a la "Meine Karre braucht bei mir 7 Liter, das Modell da wird mit 5.5 Litern beworben, also braucht der weniger. "
4. Ich ärgere mich immer darüber...
sappelkopp 05.06.2012
Zitat von sysopdapdBeim Spritverbrauch liegen Herstellerangaben und Realität weit auseinander - meist verbrauchen die Autos deutlich mehr, als im Verkaufsprospekt angegeben. Nun will die EU neue Richtlinien zur Verbrauchsmessung einführen. Das erstaunliche daran: Die Industrie will das Vorhaben sogar unterstützen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,837162,00.html
...wenn gesagt wird, dass man die "theoretischen" Wert nicht erreichen kann. Ich fahre seit 1987 alle drei Jahre ein neues Auto. Mir ist es bisher jedesmal gelungen, den angegebenen Wert zu erreichen. Ist einfach eine Frage der Fahrweise. Mit 180 auf der Autobahn schaffe ich das natürlich nicht.
5.
-bix- 05.06.2012
Die Autobahnfahrt müsste mit 80 % der Höchstgeschwindigkeit erfolgen ... das wäre realistisch. Autos mit vielen PS (und hohen Endgeschwindigkeiten) würden dadurch erheblich beim Verbrauch zulegen. Die CO2-Einordnung wäre dann wieder sehr interessant. Die Hersteller müssten dann massiv Hybridsysteme vorantreiben, was am Ende dann auch den Kleinwagen zugute kommen würde.
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Mit diesen Tipps sparen Sie Sprit
Motor ausschalten
Machen Sie öfter mal den Motor aus. Das lohnt sich oft schon ab einer Standzeit von zehn Sekunden. Bei älteren Autos sollte sie jedoch eine halbe Minute betragen. Außerdem muss die Maschine die Betriebstemperatur erreicht haben und die Batterie voll aufgeladen sein.
Beim erneuten Anlassen des Aggregats sollten Sie auf keinen Fall das Gaspedal drücken, weil sonst der Einspareffekt ausbleibt.
Stromverbraucher ausschalten
Je mehr elektrische Verbraucher die Lichtmaschine belasten, desto höher ist der Verbrauch. Schalten Sie also Geräte wie Klimaanlage, Sitz- oder Heckscheibenheizung aus, wenn sie nicht gebraucht werden.
Niedrigtourig fahren
Mit geringer Motordrehzahl zu fahren, kann nach Angaben des Verkehrsclub Deutschland (VCD) bis zu 30 Prozent Kraftstoff sparen. Das gilt für alle Autos, die in den vergangenen 20 Jahren gebaut wurden. Der VCD berichtet, dass zum Beispiel ein Porsche 911 Carrera bei 50 km/h im zweiten Gang 15,1 Liter, im sechsten Gang jedoch nur 6,2 Liter Benzin verbraucht.
Fahren Sie ohne Ballast
Das Gesamtgewicht des Autos beeinflusst den Verbrauch enorm. 100 Kilogramm weniger auf der Waage bedeuten im Schnitt etwa 0,3 bis 0,5 Liter weniger Verbrauch. Fahren Sie also nicht mit leeren Getränkekisten, alten Reifen und sonstigen überflüssigen Gegenständen umher.
Auch einen unnötigen Dachgepäckträger sollten Sie demontieren. Das reduziert zusätzlich noch den Luftwiderstand. Wer zum Beispiel mit drei Fährrädern auf dem Dach unterwegs ist, muss mit einem Mehrverbrauch von bis zu vier Litern auf 100 Kilometern rechnen.
Vorausschauend fahren
Vor allem Anfahren und Beschleunigen verbraucht viel Kraftstoff. Fahren Sie zum Beispiel auf eine rote Ampel zu, nehmen Sie deshalb den Fuß vom Gas und rollen einfach auf den Haltepunkt zu. Im Idealfall kommen Sie also gar nicht erst zum Stehen, sondern das Signal schaltet vorher schon auf Grün. Allerdings sollten Sie darauf achten, den nachfolgenden Verkehr nicht zu behindern.
Früh schalten
Wenn Sie mit einem Auto mit manuellem Getriebe unterwegs sind, nutzen Sie den ersten Gang nur zum Anfahren. Bereits nach wenigen Metern sollte der Fahrer in den zweiten Gang schalten. Dann sollte mit viel Gas beschleunigt und bei 2000 Umdrehungen pro Minute in die nächsten Gänge gewechselt werden. Haben Sie die gewünschte Geschwindigkeit erreicht, fahren Sie am besten im höchsten Gang.
Reifendruck
Ein leicht erhöhter Reifendruck um maximal 0,2 bar über der Empfehlung des Hersteller bringt laut ADAC bei gemäßigter Fahrweise eine Spritersparnis von bis zu drei Prozent. Fahrer sollten aber nachschauen, ob dies laut der Bedienungsanleitung bei ihrem Wagen zulässig ist.

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