Sicherheitsmängel Die Crashtest-Verlierer des Jahres

Schlechte Serienausstattung, defekte Airbags, instabile Fahrgastzellen: Die Prüfer hatten bei Crashtests in diesem Jahr wieder einiges zu bemängeln. Neun Fahrzeuge schnitten besonders miserabel ab - und ein Hersteller erhielt die Höchststrafe.

IIHS

Das Urteil war vernichtend. Schlechter als der Mazda 5, heißt es im Fazit des US-Verkehrssicherheitsinstituts Insurance Institute for Highway Safety (IIHS), habe bislang noch kein Fahrzeug bei einem ihrer Crashtests abgeschnitten. Die Tester ließen den Van im Juli frontal mit einem unbeweglichen Hindernis zusammenstoßen; dabei entriegelte sich die Fahrertür und die Seitenairbags lösten nicht aus. Mazda gelobte sofort Besserung - man werde, so der japanische Hersteller, die Analyse bei der künftigen Modellentwicklung berücksichtigen.

Ob es die Crashtets von IIHS oder von der Prüforganisation European New Car Assessment Programme (EuroNCAP) sind - werden Autos auf ihre Sicherheit geprüft, fängt bei den Herstellern das Zittern an. Kaum eine Botschaft fürchten sie mehr, als dass es bei ihren Produkten an Sicherheit mangelt.

Gerade weil sich die Standards bei Fahrzeugen in den vergangenen Jahren immer weiter verbessert haben, erwarten die Käufer, dass Untersuchungen von unabhängigen Prüfern die Versprechen der Hersteller bestätigen. Doch dass dies nicht immer der Fall ist, hat in diesem Jahr nicht nur der Mazda 5 bewiesen.

Welche Autos 2014 bei Crashtests schlecht abgeschnitten haben, sehen Sie hier.

Auto oder Quad?

Mehrere Neuwagen haben mit drei von fünf Sternen eine mäßige Bewertung beim EuroNCAP bekommen, in den USA fielen ebenfalls einige Autos durch. Mit dem Fortschritt bei der Fahrzeugsicherheit werden allerdings auch die Ansprüche der Tester höher. EuroNCAP wird 2015 beispielsweise weiter die Bedingungen verschärfen, indem die Prüfer ein neues Szenario mit einem Frontaufprall einführen.

Die Kunden sollen dabei auch für Ausstattungsdetails sensibilisiert werden. So hat etwa der Suzuki Celerio, seit November 2014 in Deutschland auf dem Markt, neulich nur drei Sterne im EuroNCAP bekommen. Dem Kleinstwagen wurde negativ angelastet, dass etwa Seitenairbags nur als Option erhältlich sind. Auch Gurtwarner gebe es nur auf den Vordersitzen, ein Notbremsassistent ist für das Auto überhaupt nicht erhältlich. Da hilftes wenig, dass er ganz ordentlich im Front- und Seitenaufprall-Test abgeschnitten hat.

Und manchmal wird eine Mogelpackung aufgedeckt - wie zum Beispiel beim Renault Twizy, der im Juni im EuroNCAP-Crashtest miserabel abschnitt. Bei dem kleinen E-Mobil handle es sich schließlich auch um ein Quad, und kein Auto, versuchte sich der Hersteller herauszureden. Gleichzeitig ist auf der offiziellen Webseite von Renault zu lesen, dass der Twizy "in punkto Sicherheit (...) problemlos mit einem PKW mithalten" könne.

smh



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insgesamt 97 Beiträge
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kral1 30.12.2014
1. Warum keine positive Nachricht wie IIHS
Am 23. d. M. hieß die Pressemeldung von IIHS "Safety gains ground: More vehicles gains top honors from IIHS" bzw. Sicherheit nimmt zu: Mehr Fahrzeuge gewinnen die höchste Auszeichnung von IIHS
mikaiser 30.12.2014
2. Ausstattungsmerkmale
Hoffentlich wird bei den Tests die Rundumsicht aus Fahrerpersposition irgendwann als sicherheitsrelevant erkannt und beurteilt. Elektronische Helferlein können den Mangel nur lindern, nicht beheben. Auch wenn sich bei winterlicher Autobahnfahrt die Außenspiegel wegen verkorkster Aerodynamik binnen Minuten so mit Salzlauge verkleistern, dass nichts mehr zu erkennen ist, sollte das Auto durchfallen. Ein nicht vorhandener Notbremsassistent ist dagegen harmlos.
zenfire 30.12.2014
3. hilft wenig?
? Die Kunden sollen dabei auch für Ausstattungsdetails sensibilisiert werden. So hat etwa der Suzuki Celerio, seit November 2014 in Deutschland auf dem Markt, neulich nur drei Sterne im EuroNCAP bekommen. Dem Kleinstwagen wurde negativ angelastet, dass etwa Seitenairbags nur als Option erhältlich sind. Auch Gurtwarner gebe es nur auf den Vordersitzen, ein Notbremsassistent ist für das Auto überhaupt nicht erhältlich. Da hilft wenig, dass er ganz ordentlich im Front- und Seitenaufprall-Test abgeschnitten hat.? An dieser Stelle sehe ich ein Problem mit der Glaubwürdigkeit: es hilft wenig, dass ein Auto strukturell gute Werte bei der Crashsicherheit hat? Warum das denn? Gerade das ist doch entscheidend. Ebenso der verantwortungsvolle Fahrer und Käufer, der auch ohne Gurtsensor angeschnallt ist und ggf. halt die Airbags extra bezahlt. Aber Bevormundung des Käufers scheint hier schwerer zu wiegen, als funktionierende Karosseriestruktur. Irgendwie symptomatisch.
zenfire 30.12.2014
4. Fehler
Bei den Bildunterschriften hat sich ein Fehler eingeschlichen: der Mazda 5 debütierte in der aktuellen Generation 2010, ebenso wie der Nissan Juke - er ist also keineswegs älter, außer man bezieht ältere Generationen ein. aber nach dieser Logik würde der Golf VII aus den Siebzigern stammen.
ratte321 30.12.2014
5.
Sind vor einiger Zeit nicht die Mercedes in den USA durchgefallen? Es gibt kein sicheres Auto und wer sich keinen Volvo leisten kann, muß abstriche hinnehmen.
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