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Deutsche Umwelthilfe: Autofahrer sollen zu hohe Spritverbräuche melden

Zapfpistolen: "Falschangaben beim Spritverbrauch" Zur Großansicht
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Zapfpistolen: "Falschangaben beim Spritverbrauch"

Neue Autos verbrauchen oftmals viel mehr Sprit als im Prospekt angegeben. Gegen die Tricksereien der Autoindustrie sollen sich Pkw-Fahrer künftig wehren - mit Hilfe einer Internetseite.

Berlin - Viele Autos verbrauchen deutlich mehr Sprit als vom Hersteller angegeben. Dagegen will die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nun mit einer Kampagne vorgehen. Sie ruft Autofahrer dazu auf, sich bei der DUH zu melden, falls sie einen erhöhten Spritverbrauch feststellen. Auf der eigens dafür eingerichteten Internetseite www.spritfrust.de können Pkw-Besitzer ihre Praxisverbräuche ab sofort melden.

Mit den Daten will die DUH den Druck auf die Bundesregierung verstärken, die Verbraucherschutzrechte zu stärken und gegen falsche Angaben bei den Verbräuchen vorzugehen. "Die amtlich geduldeten und seit 2007 stark zunehmenden Falschangaben beim Spritverbrauch schädigen Autobesitzer mit Mehrkosten, den Bundeshaushalt mit zu niedrigen Kfz-Steuern und die Umwelt durch zu hohe Klimagas-Emissionen", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2007 können Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten und vom Hersteller Schadenersatz verlangen, wenn der reale Spritverbrauch ihres Wagens mehr als zehn Prozent über dem angegebenen Normwert liegt. Für 2014 rechnet die DUH mit durchschnittlichen Abweichungen von mindestens 30 Prozent. Ihren Angaben zufolge entstehen Vielfahrern dadurch Mehrkosten von mehreren tausend Euro im Jahr.

mhu/dpa

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insgesamt 39 Beiträge
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1. Mathe
LDaniel 30.04.2014
Das ist mal wieder eine Matherechnung, wo selbst Milchmädchen entnervt den Kopf schütteln würden. Wieso haben Vielfahrer dadurch Mehrkosten???? Bloß weil eine andere Zahl auf dem Zettel steht, ist der Motor ganz genau der Gleich und der Verbrauch auch... . Das Problem an der Sache sind die dämlichen Bestimmungen, die die Hersteller quasi dazu zwingen, den Verbrauch so gering wie eben möglich zu gestalten - sprich absolute Idealbedingungen zu schaffen. Eine Lösung wäre realistischere Vorgaben und einheitliche, unabhängige Tests. Ende der Probleme.
2. Kausalität
tdmdft 30.04.2014
ist nicht die Stärke mancher Zeitgenossen. "Mehrkosten" kann man nur relative zu einem Referenzwert angeben. Wer die Normwerte als Referenz verwenden will, muss auch genau so fahren, wie in den EU Sprit Normbedingungen vorgeschrieben ist. Wer im Stadtverkehr und im Stau stehe, wer an der Ampel dann im Bleifuss losfährt, wird schnell ein vielfaches des Normwerts erreichen. Mehrkosten fallen aber nicht an, weil der Fahrstil eben spritintensiver ist. Genau wie wenn Leute auf 25°C heizen und das Fenster aufmachen. Dann sind die Heizkosten auch höher als nach Energiepass zu erwarten wäre. Leider Verstehen vielen Leute den Unterschied zwischen Norm-verbrauch und realen Verbrauch nicht. Der Normverbrauch dient nur der Vergleichbarkeit der Fahrzeuge untereinander.
3. Freiwillig private Daten melden?
mcvitus 30.04.2014
Geht's noch? Irgendwann wird man dann wegen Energie Verschwendung vom Staat zur Kasse gebeten. Nein danke.
4. ich weiß ja nicht
parsimony 30.04.2014
spritmonitor.de gibt es ja schon seit Jahren. Klar kann man realistischere Vorgaben für die Ermittlung des Normverbrauchs fordern. Andererseits hängt der Verbrauch natürlich von der Fahrweise und vom Streckenprofil ab. Das die mittleren realen Verbräuche um ca. 25 bis 30% über dem Normverbrauch liegen ist auch kein Geheimnis. Vielleicht ist ein Zusatzhinweis die einfachste Lösung, so im Sinne von "kann Spuren von Nüssen enthalten" dann halt "Realverbräuche fallen in der Regel 25% höher aus".
5. Vollkommen witzlos!
marthaimschnee 30.04.2014
Das Problem ist schließlich nicht, daß die Angaben falsch sind, sondern daß die Testprogramme keine realen Fahrsituationen schaffen und somit nicht dazu taugen, mit Realverbräuchen verglichen zu werden. Im Fall von Hybrid sind sie nichtmal in der Lage, den wirklichen Energieverbrauch zu erfassen, deswegen brüstet sich zB Porsche mit völlig unrealistischen Verbrauchswerten beim Spyder. Nur falsch ist der Wert eben nicht, er ist einfach unbrauchbar!
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