Urteil nach Falschbehauptung Dreister Autohändler muss nachträglich zahlen

Mit einer dreisten Behauptung hat ein Autohändler aus Dormagen einen privaten Verkäufer über den Tisch gezogen und um 3000 Euro gebracht. Der Geschädigte hat ihn verklagt - mit Erfolg.

Gebrauchtwagen zu verkaufen: Autohändler setzt Privatverkäufer unter Druck
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Gebrauchtwagen zu verkaufen: Autohändler setzt Privatverkäufer unter Druck


Koblenz - Ein Preisnachlass, den ein Autokäufer mit Druck und bewusst falschen Behauptungen herausgehandelt hat, ist widerrechtlich. Das geht aus einem am Dienstag vom Oberlandesgericht (OLG) in Koblenz veröffentlichten Urteil hervor. Damit hatte der Verkäufer eines Wagens Erfolg, der einen gewährten Preisnachlass nachträglich einklagte (Az.: 2 U 393/13).

Der Kläger aus Montabaur hatte im Mai 2012 seinen 2008 gebauten Wagen im Internet für 8000 Euro angeboten. Ein Autohändler aus dem nordrhein-westfälischen Dormagen schlug bei dem Angebot zu. Bei der Übergabe kam es jedoch zu einem Streit: Als ein Mitarbeiter des Händlers den Wagen abholte, behauptete er, das Baujahr sei falsch angegeben worden - wissend, dass dem nicht so war. Mit dieser Lüge handelte er einen Preisnachlass von 3000 Euro heraus.

Verkäufer fühlte sich eingeschüchtert

Der Verkäufer des Wagens ließ sich zunächst einschüchtern und gab den Wagen für 5000 Euro her. Später forderte er jedoch auch die restlichen 3000 Euro und klagte vor dem Koblenzer Landgericht. Nachdem er dort gescheitert war, hatte er nun mit der Berufung vor dem Oberlandesgericht Erfolg.

Das OLG sah es als erwiesen an, dass dem Käufer als Fachmann und erfahrenem Autoeinkäufer bewusst gewesen sei, dass das angegebene Baujahr im Angebot des Klägers zutreffend war. Eine derartige Drohung sei widerrechtlich. Das Urteil ist rechtskräftig.

smh/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 56 Beiträge
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Seite 1
TICKundTOOF 18.11.2014
1. Klar
Wenn mir einer nicht das zahlt, was ich will, verkaufe ich trotzdem und klage den Rest ein...
optism 18.11.2014
2.
Deswegen würde ich mein Auto niemals einem "professionellen Einkäufer" verkaufen, es sei den er verhält sich wie ein zivilisierter Mensch. Meistens, vor allem bei den Kartenverteilern, findet man sich allerdings sofort im Kriegszustand wieder und muss grundsätzlich mit Betrug rechnen. Man kommt dann meistens zu zweit und versucht den unbedarften Verkäufer in die Enge zu treiben.
droogster 18.11.2014
3. Drohhung?
Irgendwie fehlt in dem Artikel die Schilderung, wie der Verkäufer bedroht worden ist. Eine, wenn auch unverschämte, Lüge ist keine Drohung...
eigene_meinung 18.11.2014
4. Das Verhalten des Autohändlers
ist üblich für diese Branche - wie auch für die Branche der Immobilienhändler. Leider machen die meisten Gerichte (wie auch in dem geschilderten Fall in der unteren Instanz) bei diesen Betrügereien mit. Honi soit qui mal y pense
höhenflieger 18.11.2014
5. In diesem
wundert mich gar nichts mehr. Wenn der Verkäufer auf das Auto einen Preisnachlass gewährt, ob nun eingeschüchtert oder nicht, handelt er bewußt. Wenn ihm das Benehmen des Käufers dabei nicht gefällt darf er das Geschäft nicht abschließen. Tut er es doch, dann handelt der Verkäufer fahrlässig. Wieso wird dann vom deutschen Rechtstaat für so ein Fehlverhalten neuerdings auch noch geschützt?
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