Spektakuläre Fahrzeugsammlung Fuhrpark zu verkaufen, Vorbesitzer James Bond

Die wichtigste Requisite in einem James-Bond-Film? Natürlich das Auto! Jetzt stehen gleich Dutzende davon zum Verkauf - ein US-Milliardär will sich von seiner riesigen Sammlung originaler 007-Fahrzeuge trennen. Der Preis für die Flotte ist ziemlich fair.

Barbara Donovan

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Mal angenommen, James Bond hätte fast alle Fahrzeuge gesammelt, die er in seiner langen Karriere als Top-Agent gefahren ist: Dann würde sein Fuhrpark ziemlich genau so aussehen wie der von Michael Dezer. Dem US-Unternehmer gehört die größte Privatsammlung an 007-Fortbewegungsmitteln. Vom Aston Martin DB5 aus "Goldeneye" über den Lotus Esprit S1 aus "Der Spion, der mich liebte" bis zum Land Rover Defender aus "Skyfall". Insgesamt hat Dezer rund 60 Originalvehikel aus den Bond-Filmen zusammengetragen - und jetzt will er sie verkaufen.

Rund 24 Millionen Euro verlangt Dezer für die ganze Flotte. Ein echtes Schnäppchen angesichts der Anzahl und Geschichte der Fahrzeuge. Für jeden Anlass ist was dabei: Etwas mit Understatement? Dazu passt die gelbe Ente aus "In tödlicher Mission". Für den eleganten Auftritt in den Bergen empfiehlt sich der Aston Martin V8 mit ausfahrbaren Kufen. Fürs Grobe steht der russische T55 Panzer aus "Goldeneye" bereit und für eine Bootsfahrt die Fairy Huntress aus "Liebesgrüße aus Moskau".

Die Sammlung der extravaganten Filmrequisiten gibt es nur als Gesamtpaket. "Sie muss als Ganzes erhalten bleiben", sagt Barbara Donovan gegenüber SPIEGEL ONLINE. Die Britin und ihr Mann Stuart Donovan kümmern sich im Auftrag von Dezer um den Verkauf.

Momentan parken die Bond-Mobile in Miami, wo sie das Automuseum des Immobilien-Tycoons schmücken. Dort stehen sie neben anderen berühmten Originalen aus der Film- und Fernsehgeschichte, zum Beispiel dem Käfer aus "Herbie", dem Familienwagen der Feuersteins oder dem Einsatzfahrzeug der Ghostbusters.

Er kam, sah und kaufte

Wo die meisten Autosammler ihre Kollektionen über Jahrzehnte aufbauen, sie behutsam und wählerisch vergrößern und sich meistens auf eine bestimmte Marke, ein Modell oder ein Thema konzentrieren, interessieren Michael Dezer vor allem Stückzahlen: Insgesamt besitzt er mehr als 1500 Fahrzeuge - und nur ein Bruchteil davon war auf der Leinwand zu sehen. "Autos sind meine Leidenschaft", sagte er einmal in einem Interview mit SPIEGEL ONLINE. "Mir das alles kaufen zu können, das ist meine ganz persönliche Art des American Dream."

Ein paar Träume erfüllt er sich gerne auch mal auf einen Schlag - so wie bei den 007-Fahrzeugen. Die gesamte Armada stand nämlich bis vor drei Jahren noch im Bond-Museum im britischen Keswick, ehe der Besitzer es überraschend dicht machte. "Wir kontaktierten sofort Mr. Dezer und erzählten ihm, dass die Sammlung zum Verkauf steht", sagte Barbara Donovan, "und am nächsten Morgen kam er mit seinem Privatjet aus den USA angereist, kaufte alles und flog am Abend wieder zurück."

Ab in die Heimat

Ein paar Exponate hat Dezer in der Zwischenzeit noch hinzugefügt, zum Beispiel zwei Land Rover und einen Audi aus dem jüngsten Bond-Film "Skyfall" sowie den GAZ Volga aus "Octopussy". Aber so rasch, wie er die ganze Kollektion erwarb, trennt er sich jetzt auch wieder von ihr. "In Miami erhält sie nicht die Aufmerksamkeit, die ihr gebührt", antwortet Donovan auf die Frage, warum Mr. Dezer die Sammlung loswerden will. "Sie muss zurück nach Europa, in die Heimat von James Bond!"

Angeblich gibt es bereits Offerten aus verschiedenen Ländern. "Ihre Leser dürfen aber ruhig wissen, dass wir noch Angebote entgegennehmen", sagt Barbara Donovan. Wer also einen dicken Geldbeutel und Platz in der Garage hat: Unter der Mailadresse mayfairmotors@hotmail.co.uk wartet der Fuhrpark von James Bond.



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Seite 1
bebe_flusi 22.02.2014
1. T55 ?
...wäre selbst für Goldeneye zu alt.
meinungs_macher 22.02.2014
2.
also schnell heute Abend im Lotto gewinnen!
Newspeak 22.02.2014
3. ...
Vor zehn Jahren hätte ich so einen Beitrag mit Begeisterung gelesen. Heute finde ich es nur noch unerträglich dekadent, was bei Superreichen Alltag ist. Millionen Menschen wird das Nötigste zum Leben vorenthalten und ein Mensch besitzt 1500 Autos. Ganz egal, was dieser Mensch "geleistet" haben soll, um diesen Reichtum zu "verdienen" (hat er den Weltfrieden bewirkt, Aids oder Krebs besiegt, irgendetwas anderes von Belang für die Menschheit getan?), es ist einfach nur unanständig.
m_nagel 22.02.2014
4. Aston Martin DB5
Der DB5 stammt aus Goldfinger, _nicht_ aus Goldeneye (da war es ein BMW Z3). Ein bisschen Recherche hätte nicht geschadet, und wenn's der Aufruf einer älteren Fotostrecke gewesen wäre: http://www.spiegel.de/fotostrecke/50-jahre-007-was-bond-bewegt-fotostrecke-77472.html
Iggy Rock 22.02.2014
5.
Zitat von NewspeakVor zehn Jahren hätte ich so einen Beitrag mit Begeisterung gelesen. Heute finde ich es nur noch unerträglich dekadent, was bei Superreichen Alltag ist. Millionen Menschen wird das Nötigste zum Leben vorenthalten und ein Mensch besitzt 1500 Autos. Ganz egal, was dieser Mensch "geleistet" haben soll, um diesen Reichtum zu "verdienen" (hat er den Weltfrieden bewirkt, Aids oder Krebs besiegt, irgendetwas anderes von Belang für die Menschheit getan?), es ist einfach nur unanständig.
Sehen sie das Ganze doch nüchtern. Kann oder konnte er die 1500 Autos sinnvoll nutzen? Nein. Was hat er mit ihnen sinnvolles angestellt? Er hat sie, in wahrscheinlich museumswürdiger Qualität, auf eigene Kosten, für die Nachwelt erhalten. Es gibt Leute die stürzen mit ihrem Vermögen andere Menschen ins Elend oder zerstören die Natur, dagegen ist diese 007-Fahrzeugsammlung eine sympathische Angelegenheit. Neidisch kann man auf solche Personen auch nicht wirklich sein. Die predigen immer gerne, dass Geld "Freiheit" bedeutet und merken dabei schon gar nicht mehr, dass sie in Luxuskäfigen hocken und sich in den meisten Teilen der Welt nicht mehr frei bewegen können, im Gegensatz zu Durchschnittsbürgern. Geld macht irrsinnig abhängig von anderen, die man zwar damit kontrollieren kann, aber mit Freiheit hat das dann nicht viel gemein. Ob derartige Sammlungen erstrebenswert sind, ist eine andere Angelegenheit. Schließlich sammelt der Mensch immer dann Dinge, die er eigentlich nicht braucht, wenn er Einsamkeit zu kompensieren sucht.
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