Schleppender Absatz Umweltministerin bringt Quote für Elektroautos ins Gespräch

Trotz einer Kaufprämie bleibt das Interesse an Elektroautos überschaubar. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will das ändern - mit einer Quote.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD)
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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD)


Die Absätze von Elektroautos sind in Deutschland nach wie vor schleppend. Die Sonderzulage, die vor einem halben Jahr für den Kauf von E-Autos eingeführt wurde, hat daran bisher wenig geändert. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat nun eine Quote ins Gespräch gebracht.

"Um den Übergang ohne Brüche zu organisieren", sei es "gut möglich, dass wir eine Quote für Elektroautos brauchen werden", sagte die Ministerin der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

"Und das sage ich nicht als Umweltministerin, sondern als Sozialdemokratin, die die guten Arbeitsplätze in Deutschland erhalten möchte. Die Quote wird die Hersteller auch dazu bewegen, endlich Modelle anzubieten, die für Normalverdiener erschwinglich sind." Ein pauschales Verbot für Verbrennungsmotoren sehe sie aber nicht.

Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland 11.410 reine Elektroautos neu auf die Straßen, knapp tausend weniger als im Vorjahr. Die Zahl der neuen Hybridautos mit kombiniertem Verbrennungs- und Elektromotor stieg von rund 33.600 auf 48.000.

Elektroautos sind in Deutschland nach wie vor Ladenhüter. Bis zum 1. Januar 2017 wurden nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle lediglich 9023 Anträge auf eine Prämie gestellt. Davon waren rund 5100 Anträge für reine Elektroautos und knapp 3900 für Plug-in-Hybride.

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) in Deutschland rechnet im laufenden Jahr mit einem deutlichen Zuwachs beim Absatz von E-Autos. "Wir gehen davon aus, dass der Elektromarkt im Jahr 2017 um 50 Prozent zulegen wird", sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel der "Automobilwoche". Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe rechnet bei den Zulassungen 2017 mit rund 15.000 E-Autos und 55.000 Hybriden, davon 22.000 Plug-ins.

pem/dpa



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