Bentley Continental GT Speed Von Porsche lernen

Die raffinierte Art und Weise, auf die Porsche seine Baureihe 911 in zahllose Varianten auffächert, gilt als einzigartig in der Branche. Die Nobelmarke Bentley eifert den Zuffenhausenern nach - und legt mit dem Continental GT Speed eine weitere Version ihres größten Umsatzbringers auf.


Mit dem neuen Modell, dem Bentley-Chef Franz-Josef Paefgen einen "schärfer konturierten Charakter" nachsagt, runden die Briten die Continental-GT-Baureihe in Richtung Rasanz ab. Nach dem Coupé, der Limousine Flying Spur, dem Cabriolet und diversen Spezialauflagen (Diamond Series, Mulliner) soll das Modell mit dem Namenszusatz "Speed" nun die besonders eilige Kundschaft befriedigen. Und all jene, die unbedingt einen Superlativ in der Garage brauchen - denn das neue Auto ist das stärkste und schnellste bislang gebaute Serienmodell der Marke.

Als erstes Fahrzeug aus dem Hause Bentley knackt der Continental GT Speed die Marke von 200 Meilen pro Stunde (322 km/h). Er lässt sich auf bis zu 202 Meilen beschleunigen, was einem Tempo von 326 km/h entspricht. Um dies zu erreichen, wurde die bekannte W12-Maschine von VW mit sechs Litern Hubraum und zwei Turboladern auf nun 610 PS Leistung und ein maximales Drehmoment von 750 Nm aufgezwirbelt.

Derart muskelbepackt spurtet der mit Leder und Holzfurnier ausgekleidete Wagen in viereinhalb Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Wer diese Eckwerte tatsächlich ausreizt, wird das Auto natürlich weit oberhalb des offiziell angegebenen Durchschnittsverbrauchs von 16,6 Liter Benzin je 100 Kilometer bewegen - und den damit einhergehenden CO2-Ausstoß von 396 Gramm je Kilometer ebenfalls deutlich übertreffen.

Kleiner Unterschied, große Preisdifferenz

Inzwischen ist die Continental-Baureihe für den Löwenanteil der Bentley-Erlöse verantwortlich. Knapp 10.000 Stück setzt das Unternehmen jährlich ab, 2006 waren darunter 8810 Continentals. Zeitgleich mit dem Debüt des Continental GT Speed renoviert Bentley auch das nahezu baugleiche Coupé - dessen fast identischer Motor allerdings 560 PS leistet und das auf eine Höchstgeschwindigkeit von 318 km/h kommt.

Beide Modelle der VW-Tochter fahren mit einer retuschierten Frontpartie vor, in der zum Beispiel die Scheinwerfer Chromringe tragen. Ferner wurde durch Veränderungen am Kühlsystem und am Fahrwerk das Fahrzeuggewicht um 35 Kilo gesenkt. Und auf Wunsch können Kunden nun Bremsscheiben aus Kohlefaser-Keramik-Verbundmaterial bestellen, die das ganze Autoleben lang halten sollen.

Im September in Frankfurt wird der Continental GT Speed erstmals öffentlich vorgestellt. Zum Jahreswechsel dann soll die Produktion in Crewe starten und kurz danach dürften die ersten Autos ausgeliefert werden. Während das auch nicht gerade träge Coupé ab 179.928 Euro verkauft wird, verlangt Bentley für den GT Speed 205.751 Euro. Das ist der Preis des für manche offenbar erstrebenswerten Gefühls, mit Tempo 326 die meisten anderen Luxussportwagen hinter sich lassen zu können.

jüp

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