Berlin - "Rekordpreis für Benzin: Sprit so teuer wie noch nie" - so lautete die Überschrift am 20. August 2012. Der ADAC hatte am Wochenende zuvor einen Schnitt von 1,692 Euro pro Liter Super E10 an deutschen Tankstellen ermittelt. Drei Wochen später ist dieser Wert Makulatur. Die Messlatte für teures Benzin liegt nun bei 1,697 Euro pro Liter Super E10.
ADAC-Präsident Peter Meyer kritisierte angesichts des weitgehend stabilen Ölpreises und des kaum veränderten Wechselkurses die Preispolitik an den Zapfsäulen. "Für meine Begriffe überspannen die Mineralölkonzerne den Bogen derzeit drastisch." Bereits seit Wochen verkauften die Unternehmen Benzin und Diesel viel zu teuer. "Jetzt abermals an der Preisschraube zu drehen ist dreist."
In der Tat haben sich die Rahmenbedingungen am Freitag zugunsten der Autofahrer verändert. Der Ölpreis gab nach und liegt bei etwas mehr als 113 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent. Der Euro dagegen wurde gegenüber dem US-Dollar stärker und erreichte mit fast 1,28 den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Das spricht dafür, dass der Druck auf die Benzinpreise etwas nachlässt und die Preise an der Tankstelle in der kommenden Woche fallen könnten.
Entscheidend sind allerdings nicht die Rohölpreise, sondern die Preise für Ölprodukte am europäischen Großmarkt in Rotterdam. Sie hatten am Donnerstag in Euro einen Höchststand erreicht. Benzin kostete dort umgerechnet etwa 70 Cent je Liter.
cst/dpa
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