Benzingespräch mit Annett Louisan "Große Autos find' ich besser"

Annett Louisan singt forsch-frivole Chansons auf Deutsch, hält sich aber beim Autofahren zurück. Mit SPIEGEL ONLINE sprach die 30-jährige Wahl-Hamburgerin über Führerschein-Pläne, Wunschautos und das Straßenverkehrsverhalten kleiner Männer.


SPIEGEL ONLINE: Frau Louisan, Sie haben keinen Führerschein, warum nicht?

Annett Louisan: Erst fehlte das Geld, jetzt fehlt die Zeit zum Führerschein...
105 Music

Annett Louisan: Erst fehlte das Geld, jetzt fehlt die Zeit zum Führerschein...

Louisan: Als Studentin fehlten mir das Geld und die Motivation dafür. In Hamburg hat man ein gut ausgebautes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln, deshalb war es auch kein Problem ohne Führerschein. Jetzt fehlt mir definitiv die Zeit. Aber irgendwann möchte ich den Führerschein noch machen. Schon aufgrund der Freiheiten, die man dann hat.

SPIEGEL ONLINE: Als Künstlerin haben Sie schon viel erreicht. In der Fahrschule müssten Sie wieder bei Null anfangen.

Louisan: Ich würde einen Crash-Kurs bevorzugen. Über mehrere Monate ein- oder zweimal in der Woche in die Fahrschule zu gehen, wäre für mich zeitlich gar nicht mehr zu machen. Allerdings kann ich mich erinnern, dass ich mal mit 18 Jahren eine Fahrstunde genommen habe. Der Fahrlehrer war ein älterer Herr mit Hut, und da kam dann gleich erstmal ein blöder Spruch wegen meiner Größe. Das war's dann.

SPIEGEL ONLINE: Sind Sie nochmals bei einer anderen Gelegenheit selber Auto gefahren?

Louisan: In der Türkei bin ich schon auf einsamen Landstraßen gefahren und bin dabei gleich in eine Schafherde geraten. Mein Mann beruhigte mich und sagte, ich solle vorsichtig weiterfahren - die Schafe machten dann tatsächlich Platz. Aber im richtigen Straßenverkehr bin ich natürlich noch nicht unterwegs gewesen. Da wäre ich wohl das Schaf.

SPIEGEL ONLINE: Sind Sie eine gute Beifahrerin?

Louisan: Ich glaube schon. Ich unterhalte den Fahrer gerne und sorge für eine angenehme Musikauswahl. Aber Landkarten kann ich nicht lesen und Routen kann ich mir auch nicht merken - zumindest tue ich so als ob, denn ich lass' mich ungern für diese Aufgabe einspannen. Nach dem Weg dürfte man mich also nicht fragen. Aber ich denke, es macht trotzdem Spaß, mit mir Auto zu fahren.

SPIEGEL ONLINE: Wie kommen Sie von einem Termin zum anderen?

Louisan: Ich fahre natürlich viel Taxi. Das macht mir Spaß, weil man viele interessante Menschen kennenlernt. Oder mein Mann fährt mich.

SPIEGEL ONLINE: Und was machen Sie dann während der Fahrt?

Louisan: Ich habe meistens einen iPod dabei. Ich finde es sehr schön, während der Fahrt Musik zu hören. Aber ich unterhalte mich auch gern oder telefoniere und gebe Interviews. Häufig lässt der Zeitplan das nicht anders zu. Lesen hingegen kann ich nicht, da wird mir schnell schlecht.

SPIEGEL ONLINE: Kommen Ihnen im Auto Ideen für neuen Songs?

Louisan: Ja, ich finde Autofahren hat etwas Hypnotisches. Die Geschwindigkeit, dass man ständig in Bewegung ist, inspiriert mich. Trotzdem hat man Zeit sich zu konzentrieren oder zu träumen.



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.