Kosten an der Zapfsäule: Änderungen des Benzinpreises 2012 auf Rekordniveau
Verwirrtaktik oder notwendig: Die Preise an den Tankstellen haben sich 2012 an jedem Tag geändert - so oft, wie noch nie zuvor. Unterm Strich kannte der Benzinpreis dabei vor allem eine Richtung: nach oben. Durchschnittlich war ein Liter etwa sieben Cent teurer als noch 2011.
Bochum - Im laufenden Jahr gab es an 361 Tagen eine Preissenkung sowie eine Preiserhöhung, teilte der Tankstellenkonzern Aral am Donnerstag in Bochum mit. Auch das Ausmaß der Preisveränderungen ist so ausgeprägt wie noch nie; es lag bei 4,3 Cent je Liter - im Durchschnitt. "Ohne die Erhöhungsversuche hätte das Tankstellengeschäft nicht kostendeckend betrieben werden können", heißt es in der Aral-Mitteilung.
Der Durchschnittspreis für einen Liter Superbenzin der meistgetankten Sorte E5 betrug im Aral-Netz 1,643 Euro, für Diesel 1,49 Euro. Damit war 2012 das bislang teuerste Tankjahr; die Durchschnittspreise lagen um sieben bis acht Cent höher als noch 2011. Als einen Grund nennt Aral den hohen Rohölpreis. In Dollar war Rohöl im vergangenen Jahr im Durchschnitt kaum teurer als im Jahr zuvor. Umgerechnet kostete ein Barrel (159 Liter) jedoch 87 Euro und damit acht Euro mehr als im Vorjahr und so viel wie noch nie.
Nach Berechnungen des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID konnten die Konzerne in diesem Jahr zudem ihre Gewinnmargen ausbauen. Sie verdienten mit Verarbeitung und Vertrieb 10 bis 15 Euro je Tonne. Das wäre für die gesamte deutsche Mineralölindustrie ein Vorsteuergewinn von 1 bis 1,5 Milliarden Euro und damit laut EID das beste Ergebnis seit 2008.
Das Auf und Ab der Tankstellenpreise hat einen extrem hektischen Rhythmus erreicht. Zum Vergleich: Noch vor zehn Jahren gab es lediglich an 73 Tagen Preiserhöhungen, also ein bis zwei Mal pro Woche. Die Branche erklärt das mit einem intensiven Wettbewerb, Kritiker sprechen hingegen von einer Verwirrungstaktik der Mineralölkonzerne zur Gewinnmaximierung.
Gegenwärtig bereitet das Bundeskartellamt den Aufbau einer Preismeldestelle vor, die vermutlich im Sommer oder im Herbst ihre Arbeit aufnehmen wird. Völlig offen ist, ob diese Meldestelle, die alle Autofahrer mit aktuellen und korrekten quasi amtlichen Preisdaten versorgen soll, den Preiswettbewerb eher dämpft oder nochmals anheizt. Dazu liegen keine Erfahrungen vor. "Wir sehen durch die Markttransparenzstelle auf jeden Fall Vorteile für den Verbraucher", sagte Andreas Hölzel vom ADAC in München. Durch informierte Verbraucher könne sich der Wettbewerb auf dem Benzinmarkt verbessern und damit auch das Preisniveau insgesamt im Zaum gehalten werden.
rom/dpa-AFX
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- Donnerstag, 27.12.2012 – 16:40 Uhr
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