Rekordkosten für Sprit Schon wieder schockt der Benzinpreis

Noch nie war Kraftstoff so teuer: Der Durchschnittspreis für einen Liter Super lag am Sonntag bei 1,71 Euro. Der erneute Rekordwert hängt zwar einerseits mit den Osterferien zusammen - andererseits erwarten Fachleute, dass sich an den hohen Preisen so rasch nichts ändern wird.

Tankstellentafel in Baden-Württemberg: Die Benzinpreise sind weiter auf einem Rekordhoch
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Tankstellentafel in Baden-Württemberg: Die Benzinpreise sind weiter auf einem Rekordhoch


Hamburg - Ostern rückt näher und die Benzinpreise steigen. Am Sonntag registrierten die Ölkonzerne Durchschnittspreise von 1,68 Euro für einen Liter Super E10 und 1,71 Euro für die meistgetankte Sorte Super E5. Das ist Rekord. Der Liter Dieselkraftstoff kostete 1,53 Euro im bundesweiten Durchschnitt. Am Montag bildeten sich die Preise zunächst leicht zurück und lagen gegen Mittag um ein bis zwei Cent niedriger als am Vortag. Eine Entspannung auf dem Benzinmarkt ist nach Ansicht von Fachleuten mittelfristig nicht zu erwarten.

Der Volkswirt Hanno Beck von der Hochschule Pforzheim führt dies zum einen auf die nach wie vor hohe Nachfrage aus aufstrebenden Staaten wie China, Brasilien und Indien zurück. Außerdem befinde sich ein Großteil der Energiereserven auf dem Boden von Staaten, deren politische Situation mitunter relativ schwierig sei. Das werde sich auf absehbare Zeit nicht ändern.

Beck sieht in den Rekordständen ein Risiko für die deutsche Wirtschaft. "Steigende Energiepreise bedeuten natürlich eine Gefährdung des Wachstums", betonte er. Das habe man ganz deutlich bei früheren Energiekrisen etwa in den siebziger Jahren gesehen. "Es gab dramatische Einbrüche beim Wachstum, es gab eine Inflation." Darin bestehe ein Bedrohungspotenzial.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Hans-Heinrich Driftmann, fordert von der Bundesregierung eine Begrenzung der Energiesteuern, sollten sich die Benzinpreise langfristig auf dem hohen Niveau einpendeln. "Bei zwei Euro an der Preistafel fängt die Konjunktur an zu knirschen", sagte Driftmann der "Bild"-Zeitung.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnt bisher jedoch eine Senkung von Mineralöl- oder Mehrwertsteuer beim Benzin ab. Sein Sprecher betonte, es gebe keine Planungen, ob ab einem bestimmten Benzinpreis Änderungen an dieser Haltung anstünden.

cst/dpa

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