Berliner Klinikum Charité testet autonome Busse

An der Berliner Charité kommen Patienten und Besucher jetzt auch fahrerlos ans Ziel. Gemeinsam mit der Berliner Verkehrsgesellschaft testet das Klinikum Roboterbusse.

Ein Robo-Bus.
OMER MESSINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Ein Robo-Bus.


Mit dem Bus zur passenden Station - ganz ohne Fahrer: Diesen Service gibt es ab heute auf dem Gelände des Campus Mitte der Berliner Charité. Gemeinsam mit der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) und dem Land Berlin testet das Klinikum bis 2020 autonome Busse.

Insgesamt vier elektrische Minibusse verkehren täglich auf zwei Ringlinien auf dem Campus Mitte und am Virchow-Klinikum. Überschattet wird der Start vom tödlichen Unfall mit einem autonomen Auto des Fahrdienstleisters Uber in Arizona, das eine Fußgängerin überfahren hatte. Damit die Fahrgäste sich in Berlin sicher fühlen, sind deshalb bis zum Frühjahr 2019 Sicherheitsfahrer an Bord, die im Notfall eingreifen können.

Maximal zwölf km/h

Besonders schnell sind die Busse für elf beziehungsweise sechs Fahrgäste allerdings nicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei überschaubaren zwölf km/h. Die beiden Klinikstandorte eignen sich laut BVG aber gut, um die neue Technik zu erproben: Die Testfläche ist ausreichend groß und von öffentlichen Straßen abgegrenzt. Gleichzeitig bilden sie mit Fußgängern, Radfahrern und Krankenwagen den Berliner Verkehrsalltag im Kleinen ab.

Die BVG und das Bundesumweltministerium, das das Projekt mit 3,2 Millionen Euro fördert, erhoffen sich deshalb neue Erkenntnisse aus dem Einsatz der Busse. "Wir wollen erforschen, ob man mit diesem Ansatz mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen und so die Umwelt entlasten kann", erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Dabei gehe es auch um die Frage, inwieweit Fahrgäste autonomes Fahren akzeptieren, um daraus für den weiteren Einsatz solcher Fahrzeuge zu lernen, so Schulze.

Selbstfahrende Busse ergänzen den öffentlichen Nahverkehr immer häufiger. So testet beispielsweise die Deutsche Bahn seit Oktober ein ähnliches Angebot im bayerischen Kurort Bad Birnbach, dort pendeln autonome Busse mit zwanzig km/h zwischen dem Bahnhof und der Therme. Auch am Frankfurter Flughafen werden Roboterbusse getestet, sie transportieren Mitarbeiter zwischen den Terminals eins und zwei.

ene



insgesamt 5 Beiträge
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lobivia 26.03.2018
1. Pseudoautonom
Nach meiner Kenntnis ist eben doch ein Mensch für die letztinstanzliche Verantwortung an Bord.
rennflosse 26.03.2018
2. Kenntnisse
Ich kenne das Charité Gelände. Ist sicher geeignet für so ein Experiment. Vor allem fahren dort keine anderen Fahrzeuge, außer vielleicht mal ein Krankenwagen. In seiner Beschränktheit ist das zweifellos ein gutes Experimentierfeld. Vielleicht kann man in zehn Jahren solche Robo-Busse nachts auf wenig befahrenen Nebenstrecken am Stadtrand einsetzen. Im richtigen Leben muss der Busfahrer ja auch kassieren, das dürfte bei dem Versuch flachfallen.
hobbypsychologe 26.03.2018
3. Bvg
Die BVG heißen aber Berliner Verkehrsbetriebe und Gesellschaft! Auch wenn das nicht mit dem Kürzel korreliert (BVB hieß das Pendant im Ostteil der Stadt)
VoKut 26.03.2018
4. Nachtrag für @hobbypsychologe
Hintergrund der Namensgebung bzw. deren Abkürzung https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Verkehrsbetriebe
Plasmabruzzler 27.03.2018
5. Autononu
"Charité testet autonome Busse" - Nein, es sind zum Glück autonom fahrende Busse. Einen autonomen Bus würde ich tunlichst meiden.
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