Mehr Sicherheit für Radfahrer Erster geschützter Fahrradweg in Berlin eröffnet

Grün, 3,50 Meter breit und mit rot-weißen Absperrpollern vom Autoverkehr getrennt: In Berlin wurde am Donnerstag die erste gesonderte Fahrradspur eröffnet, acht weitere sollen folgen. Ein kleines Manko gibt es aber.

Erster geschützter Fahrradweg in Berlin.
DPA

Erster geschützter Fahrradweg in Berlin.


Berliner Fahrradfahrer sind in der Hauptstadt künftig sicherer unterwegs - zumindest auf einer Strecke von 450 Metern. Denn so lang ist der Abschnitt des nun eröffneten, besonders gesicherten Fahrradwegs in der Holzmarktstraße in Berlin-Mitte. Besonders gesichert deshalb, weil die grün unterlegte Spur für Zweiräder zu einer Seite mit rot-weißen Pollern vom Pkw-Verkehr getrennt ist. Zum anderen können schnellere Radfahrer auf der 3,50 Meter breiten Fahrspur gefahrlos überholen.

Der geschützte Fahrradweg, bei Fachleuten auch "Protected Bike Lane", kurz PBL genannt, ist einer von insgesamt neun geplanten Spuren, die in einem Modellversuch fünf Jahre lang erprobt werden sollen. Während dieser Phase werden unterschiedliche Möglichkeiten zur Abgrenzung und verschiedene Materialien erprobt und darüber hinaus auch die Radfahrer nach ihren Erfahrungen befragt.

Das Projekt ist Neuland in der deutschen Verkehrsplanung. Bislang sind geschützte Radwege in der Straßenverkehrsordnung noch nicht vorgesehen. Dabei gehören die Fahrradspuren zum Ausbau der im Berliner Mobilitätsgesetz festgelegten Fahrradinfrastruktur.

Ein kleines Manko gibt es aber

Der ADFC begrüßt den ersten voll geschützten Fahrradweg. "Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung", sagt Lara Eckstein vom ADFC Berlin. Man wünsche sich allerdings auch eine schnelle Ausweitung des Projekts und ein flächendeckendes Netz der Fahrradspuren. "Wir brauchen diese Lösung an allen großen Hauptstraßen, damit die Fahrradfahrer in Berlin künftig überall sicherer unterwegs sind."

Allerdings seien eine Bushaltestelle und das Ende des neuen Fahrradstreifens im Kreuzungsbereich ungünstig angelegt, sodass Radfahrer ungeschützt unterwegs sind. "Da wünschen wir uns noch Nachbesserungen", so Eckstein.

Der nun eröffnete Grünstreifen kostete insgesamt rund 500.000 Euro und ist damit relativ günstig. Allerdings können die grünen Radwege nicht überall einfach gebaut werden, da sie viel Platz benötigen. Die Radspur an sich ist mindestens zwei Meter breit; hinzu kommt eine ein Meter breite Fläche, auf denen die Poller stehen. Immerhin könnte der Wunsch des ADFC Berlin in Erfüllung gehen. Die Berliner Senatsverwaltung für Verkehr kündigte eine bauliche Korrektur am neu eröffneten Radweg an.



insgesamt 313 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
achim21129 09.11.2018
1. Alter Schwede,
ganze 450 m!? Wieviel km waren es noch in Kopenhagen, Amsterdam, Groningen ... ? Aber klar, wir sollten auch nicht zu weit vorpreschen. Außerdem braucht die Autoindustrie jetzt unser aller Hilfe.
Das Pferd 09.11.2018
2.
klar, und der Handwerker daneben steht in der einen verbleibenden Spur im Stau. der kann seinen vollen Kombi nicht gegen ein Fahrrad tauschen. der bezahlt aber den ganzen schwachsinn, der ist ja der letzte der in diesem Land noch Steuern bezahlt. denn dann wenigstens die Radfahrer dann, wenn sie ihre super rennbahn verlassen, sich einigermaßen regelkonform benehmen würden, wäre ich ja schon mal froh. aber der normalfall ist doch hier in Berlin ohne Licht freihändig gegen die Fahrtrichtung. Oder mit unangemessener Geschwindigkeit über den bürgersteig egal ob da Kinder spielen oder nicht
sailor60 09.11.2018
3. Diese Poller liebe ich schon jetzt
weil man an denen so schön hängen bleiben kann... bleibt man an einem hängen, knallt man gleich auf den nächsten. Liebe Behörden, bevor ihr lange testet, werft doch mal einen Blick in die Niederlande, oder nach Dänemark. Da gibt es das schon.
alabama110 09.11.2018
4. Bitte auch sofort.....
.....flächendeckend in Göttingen umsetzen!
migampe 09.11.2018
5. und wieder müßen wir etwas testen
was sich woanders bereits bewährt hat. Kann man nicht einfach von den Erfahrungen in Amsterdam, Leeuwaarden, Kopenhagen, etc. profitieren? Da kann man auch sehen, daß dieser 1m breite rot-weiße Pömpelstreifen völlig überzogen ist. Einfache, kantige Betonsteine (max. 20cm breit) erfüllen den gleichen Zweck! Und ich plädiere trotz dieser Entwicklung immer noch für Tempo 30 innerorts und ALLE auf die Straße! Da wird man beim Rechtsabbiegen auch nicht übersehen!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.