Biosprit-Einführung: Teure Alternative bei E10-Unverträglichkeit

Nach wochenlangen Verzögerungen bei der Einführung des E10-Kraftstoffs liefern jetzt immer mehr Mineralölkonzerne den neuen Sprit aus. Dadurch wird das herkömmliche Super-Benzin schnell verschwinden. Verträgt das Auto E10 nicht, bleibt meist nur eine teure Alternative: Super Plus.

E10-Kraftstoff: Eine Zapfpistole an einer Tankstelle in Berlin Zur Großansicht
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E10-Kraftstoff: Eine Zapfpistole an einer Tankstelle in Berlin

Hamburg - Der neue Kraftstoff E10 mit maximal zehn Prozent Ethanol steht kurz vor seiner flächendeckenden Einführung. Nach Marktführer Aral sowie anderen Anbietern hat auch der Branchenzweite Shell mit dem Verkauf von E10 begonnen. Ausgehend von Bayern und Baden-Württemberg strebe Shell die schnelle Belieferung seiner 2200 Stationen während des ersten Quartals an, teilte das Unternehmen am Sonntag in Hamburg mit. Der neue Kraftstoff werde Shell Fuel Save Super E10 heißen und zum gleichen Preis wie bisher angeboten.

Das Problem: Ungefähr zehn Prozent der 31 Millionen Autos mit Benzinmotor vertragen kein E10, und der Wagen könnte beschädigt werden. Viele Autofahrer sind deshalb verunsichert. "Wir stellen leider fest, dass die Verbraucher weder vom Gesetzgeber noch von der Automobilindustrie ausreichend über die Verträglichkeit des neuen Kraftstoffs für ihr Auto aufgeklärt wurden", klagt Aral-Chef Stefan Brok. Die sind sich aber zum Teil selbst nicht sicher, zumal bei älteren Autos oder importierten Modellen. Eine Liste der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) im Internet gibt Auskunft über die E10-Verträglichkeit.

Der Trick mit dem Super Plus

Um die Autos betanken zu können, die kein E10 vertragen, hat Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) den Ölkonzernen eine weitere Pflicht ins Gesetz geschrieben: Sie müssen eine sogenannte Schutzsorte mit maximal fünf Prozent Ethanol (E5) an jeder Tankstelle anbieten. Und hier tut sich ein großes Missverständnis auf. Offensichtlich sind Politik und Verbraucherverbände davon ausgegangen, dass die Tankstellen E5 und E10 zum gleichen Preis anbieten. Doch daraus wird nichts.

"Das herkömmliche Super E5 mit 95 Oktan wird nicht mehr angeboten", sagt Shell-Experte Jörg Adolf. Sowohl die Raffinerien als auch die Tanklager und die Tankstellen hätten schlicht nicht den Platz und die Kapazität, um eine solch kleine Sorte weiter zu produzieren und zu lagern. Somit hätten die Tankstellen keine andere Wahl, als ihr höherwertiges Benzin mit 98 Oktan (Super Plus) und E5 als Schutzsorte anzubieten. "Das entspricht in vollem Umfang den gesetzlichen Regelungen", heißt es beim MWV.

Nun müssen rund drei Millionen Autofahrer 98-Oktan-Benzin tanken und für den Liter je nach Anbieter fünf bis acht Cent mehr bezahlen. Der ADAC ist empört. "Diese Preisgestaltung ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen Autofahrer, die nach wie vor E5-Benzin tanken müssen", sagt ADAC-Präsident Peter Meyer.

Herkömmliches Benzin mit höherem Energiegehalt

Der SPD-Abgeordnete Dirk Becker springt dem Autofahrerclub zur Seite. "Die Konzerne nehmen die E10-Einführung zum Anlass, mit unlauteren Methoden ihre Gewinne zu erhöhen", behauptet er. Noch vor drei Jahren waren sowohl der ADAC als auch der damalige Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) vor der Einführung von E10 zurückgeschreckt, weil sie eben diese Folge befürchtet hatten.

Doch wenn Super E5 und E10 zum gleichen Preis verkauft würden, dürften sich viele Autofahrer für E5 entscheiden. Denn dieser Sprit enthält mehr Energie - das Auto fährt damit etwas weiter. Und dann würde das Ziel des Gesetzes nicht erreicht: Den Anteil von Bio-Kraftstoffen zu erhöhen.

rom/dpa

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1. Hach ja ...
FoxhoundBM 20.02.2011
Genauso wurde es bei der schleichenden Marktentfernung von Normal Benzin gemacht - das was man nicht mehr auf dem Markt anbieten möchte wird verteuert angeboten damit der Kunde auf das "günstige" Neuprodukt zurückgreift. Aber bei E10 ist es noch krasser, denn super zu Normal war nicht unbedingt schädlich ... Aber jetzt hat ja der heilige Klima-Krieg begonnen, da darf man ja nicht zimperlich sein. Der Anbau der für E10 notwendigen Pflanzen beansprucht Flächen für den Nahrungsmittelanbau in der dritten Welt und verteuert die Lebensmittelpreise. Sofern dafür nicht auch noch Regenwälder abgeholzt bzw. gerodet werden. Und noch schlimmer, bald kommt die globale Erwärmung: Im Frühjahr wird's wärmer ... Aber wie das halt so ist, am deutschen Umwelt-Wesen soll die Welt genesen. Man müsste den ganzen Umwelt-Quatsch glatt vor's Verfassungsgericht bringen. Denn auch dieses Mal wird das Kartellamt wieder keinerlei Beweise für Absprachen unter den Ölkonzernen finden, obwohl sie offenkundig sind, juristisch lässt sich das derzeitige Vorgehen völlig unwiderlegbar als sog. konkludentes Handeln werten. Rückblickend: 1. Autos ohne G-Kat die größten Stinker (Steuererhöhung) 2. Diesel war zu der Zeit der Saubermann (Steuerbefreit) 3. Öko-Steuer auf die Mineralsteuer (Steuererhöhung) 4. Danach "Diesel" sind die größten Stinker (Steuerhöhung) siehe 2. 5. Euro 1 Steuerbefreit, jetzt aber die größten "Stinker" 6. Leute müssen Super 98 kaufen, weil E10 teilweise schädlich ist (versteckte Steuererhöhung) Es geht also nicht ums Klima oder die Umwelt, sondern ums Geld, denn bei 1,5-2 Liter Mehrverbrauch ist auch die CO²-Einsparung hinüber. Vor knapp 3 Jahren haben die Spanier den Grenzübergang zu. Frankreich dicht gemacht, um gegen hohe Kraftstoffpreise zu demonstrieren. Das war zu der Zeit, als Diesel bei uns 1,45 gekostet hat. Auch die Franzosen bringen sowas immer mal wieder ganz gerne. Die Griechen können auch schön demonstrieren und sogar mal ausfallend werden. Und was machen wir Deutschen? Der deutsche Michel mault an der Tankstelle mal wieder, wird aber auch wieder mit ca.85 bis 90% Stimmenanteil bei den nächsten Wahlen die dafür verantwortlichen Parteien ankreuzen. Zum Abschluss zitiere ich mal wieder Volker Pispers: „Meine Damen und Herren, die halten uns für so blöd, wie wir sind!“ Religion im Mittelalter: Wenn ihr nicht betet, kommt ihr in die Hölle. Religion heute: Wenn ihr nicht zahlt, kommt das Klima und bringt euch alle um.
2. Granatenmäßiger Blödsinn
maipiu 20.02.2011
Gut gemeint ist selten auch gut gemacht. Abgesehen davon, dass die "Konzerne" immer wissen, wo sie bleiben, stellt sich mir die Frage, ob es sinnvoll ist, in Zeiten von teueren Grundnahrungsmitteln landwirtschaftliche Rohstoffe der Nahrungsmittelproduktion zu entziehen, um damit den mobilen Mitgliedern der Industrienationen das Autofahren ohne schlechtes Gewissen zu ermöglichen.
3. Der übliche grüne Irrsinn
reinhard_m 20.02.2011
Ein weitere grüne Dummheit, die den großen Konzernen Profite bringt und den Menschen bei uns und in der Dritten Welt schadet. Auch der "Umwelt" bringt der Unfug rein gar nichts.
4. Unwahrheiten hoch zehn
weltbetrachter 20.02.2011
Zuerst hab ich mal bei Fiat angefragt, ob mein Auto E-10 verträgt. NEIN war die Antwort, zu alt. Nun gut, also einen Artikel des Verbandes der Automobilhersteller gesehen. Dort gibt M. Wittmann an, es betrifft ca. 300.000 Fahrzeuge in Deutschland - aber wir meinen nur "DEUTSCHE MODELLE". Das war Schlag Nummer zwei. Also mit allen Fahrzeugen auf deutschen Straßen gerechnet sind es etwa 3,5 Millionen PKW, die kein E-10 vertragen. . Anschließend zur Tankstelle. Wir wissen nur, das wir ab nächste Woche E-10 haben werden und dann nur noch Super-Plus - hieß es bei Shell. . Dann habe ich in TV einen Bericht gesehen. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, braucht man zur E-10-Biomasse-Herstellung eine Fläche zweimal so groß wie Belgien nur um den Bedarf in Europa zu decken. Werden jetzt wieder Wälder auf der Welt abgeholzt um die Biomasse für E-10 mit irgendwelchen Pflanzen herzubrinen? . ÖKO ist was anderes - wie ich meine. . Und die Mehrkosten an der Tankstelle mit Super-Plus zalt, weil alternativlos, mal wieder der Verbraucher !! Schönen dank dafür !!!!!
5. Granatenmäßiger Blödsinn
mynona3 20.02.2011
Zitat von maipiuGut gemeint ist selten auch gut gemacht. Abgesehen davon, dass die "Konzerne" immer wissen, wo sie bleiben, stellt sich mir die Frage, ob es sinnvoll ist, in Zeiten von teueren Grundnahrungsmitteln landwirtschaftliche Rohstoffe der Nahrungsmittelproduktion zu entziehen, um damit den mobilen Mitgliedern der Industrienationen das Autofahren ohne schlechtes Gewissen zu ermöglichen.
Dass es nicht das Ziel sein kann, den Mineralölkonzernen noch mehr Profite in die Taschen zu schaufeln stimme ich auch zu. Wird aber sicher von der Bundesregierunng gerne in Kauf genommen. Wenn man aber nicht die Grenzen für den Nahrungs- und Futtermittelimport zu machen will ("freier Welthandel") und die Erzeugerpreis nicht noch weiter abrutschen lassen will, kommt halt sowas raus. Und damit jagt man dann die Lebensmittelpreise weltweit in die Höhe. Über die Importschraube könnte man die Erzeugerpreise auch wieder auf ein angemessenens Niveau bringen, damit würde das Geld, das im Moment in der Energieverschwendung auf unseren Strassen in die Luft geblassen wird auch etwas knapper gemacht. Und schon könnten wir den Rohölimport auch wieder ein Stück reduzieren - da bräuchte es keinen Biosprit. Bei einem Engel-Koeffizienten (in Deutschland) von unter 12 Prozent aber von teuren Grundnahrungsmitteln zu sprechen, finde ich auch ein Witz. In den 50iger Jahren gingen in Deutschland ca 50% des Einkommens für Nahrungsmittel drauf. Wir reden da von einer Reduzierung der Ernährungskosten auf unter 25% innerhalb von 50 Jahren!
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Alle Informationen zum neuen E10-Benzin
Was ist E10 und warum wird es eingeführt?
Das "E" steht für Ethanol, die "10" für den künftig zehnprozentigen Anteil von Bioethanol im Benzin. Mit Erhöhung der Beimischung von fünf auf zehn Prozent setzt die Bundesregierung EU-Vorgaben um. Hintergrund ist das Ziel, den CO2-Ausstoß von Autos zu senken.
Das neue, E10 genannte Benzin vertragen allerdings nicht alle Autos.
Fahrer sollten sich also informieren, ob ihr Wagen betroffen ist.
Warum kann E10 für ein Auto gefährlich sein?
Laut ADAC kann E10 aggressiv mit Metall- und Kunststoffteilen reagieren. Im schlimmsten Fall sind auch Motorschäden denkbar. Der Alkohol kann Aluminium zersetzen, das auch in Motoren oder in Benzinpumpen verwendet wird. Daneben kann E10 den Kunststoff von Kraftstoffschläuchen oder Dichtungen angreifen. Werden Leitungen löchrig, kann sich Benzin an heißen Motorbauteilen entzünden.
Welche Autos vertragen E10 - und welche nicht?
Laut Bundesumweltministerium (BMU) können 90 Prozent der Autos mit Benzinmotor "ohne Einschränkungen" E10 tanken. Über vier Millionen der in Deutschland zugelassenen Autos vertragen den Sprit demnach nicht. Informationen zur Verträglichkeit geben Händler und Hersteller. Aus dem Alter eines Autos lässt sich dies nicht ableiten, teils ist E10 auch für neuere Modelle ungeeignet. Eine Liste mit Autos, die den neuen Sprit nicht tanken sollten, hat die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Informationen gibt es auch beim ADAC.
Was tanken künftig Autos, die kein E10 vertragen?
Für die gibt es an allen Tankstellen auch weiter E5 mit fünf Prozent Bioethanol - laut BMU "zeitlich unbefristet". E10 selbst wird künftig als "Super E10" an den Zapfsäulen gekennzeichnet sein, E5 wie bisher als "Super".
Wie viel kostet E10?
Das BMU schließt nicht aus, dass Benzin durch die Einführung von E10 teurer wird. Auf die Ölkonzerne kämen zusätzliche Kosten etwa für die Herstellung von Ethanol zu. Zudem steigt demnach auch der Benzinverbrauch durch E10 um knapp zwei Prozent wegen des geringeren Energiegehalts von Alkohol im Vergleich zu Benzin.
Weitere Informationen im Internet

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