Elektrische Tretroller Bamberg wird erste deutsche Stadt mit Scooter-Sharing

In vielen Ländern gehören Tretroller mit Elektroantrieb bereits zum Straßenbild. Noch in diesem Jahr kommen die Scooter nach Deutschland. Die ersten Fahrer werden allerdings mit einer Sondergenehmigung unterwegs sein.

Bird-Roller in Bamberg
Matthias Hoch / Bird

Bird-Roller in Bamberg


Die bayerische Stadt Bamberg baut ein Ausleihsystem für elektrische Tretroller auf - nach eigenen Angaben das erste in Deutschland. Ab Dezember sollen Testfahrer Roller des US-amerikanischen Betreibers Bird nutzen und so erste Erfahrungen auf den Straßen der Universitätsstadt sammeln.

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Roller-Sharing: Elektrischer Hype aus den USA

Die Gefährte sind noch nicht flächendeckend zugelassen, weshalb die ersten Fahrer mit einer Sondergenehmigung unterwegs sein werden. Voraussichtlich ab Frühjahr 2019 soll die Nutzung der Roller auf öffentlichen Straßen gesetzlich gestattet sein. Dann stehen in Bamberg 100 Roller allen Nutzern der App zur Verfügung.

"Das E-Scooter-Sharing bietet eine Chance, die wir nutzen möchten", erklärte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD). Die Roller sollten den öffentlichen Nahverkehr der Stadt um ein emissionsarmes und günstiges Fortbewegungsmittel ergänzen.

In vielen Städten der USA und auch in europäischen Ländern wie Österreich gehören die Scooter bereits zum Alltagsbild. Benutzer leihen die Tretroller per App aus, und lassen sie am Ziel einfach stehen.

Leihgebühr von 15 Cent pro Minute

In Bamberg werden die maximal 20 km/h schnellen Roller über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Die Nutzung kostet 15 Cent pro Minute, hinzu kommt ein Grundpreis von einem Euro pro Fahrt. Die Fahrer müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Nach Fahrtende müssen die Roller so abgestellt werden, dass sie Fußgänger nicht behindern.

Viele Städte, darunter San Francisco, haben schlechte Erfahrungen mit derartigen Leihsystemen gemacht - viele Roller landeten im Gebüsch oder in öffentlichen Gewässern. Um die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, sollen Bird-Mitarbeiter in Bamberg kontrollieren, ob Nutzer die Roller ordentlich abstellen. Falls nötig, stellen sie sie um.

Damit die Stadt nicht durch achtlos liegen gelassene Roller verschandelt wird, will Bird die Roller jeden Abend um 21 Uhr einsammeln und gegebenenfalls reparieren. Steigt die Nachfrage stark, soll die Zahl der Roller erhöht werden.

ene



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zaptag 28.11.2018
1. Wo sollen die denn fahren?
Falls die Scooter sich dann auch noch auf den Gehwegen tummeln sollten, wovon ich sicher ausgehen zu können meine, würde es, zusätzlich zu den Fahrrädern, noch etwas enger für die Fussgänger*innen werden; es würde dann de facto ein shared space entstehen, allerdings ungeregelt. Hier fehlt ganz klar eine gesetzliche Regelung des Verkehres auf Gehwegen, die die modernen Verkehrsformen berücksichtigt. - Unter der gegenwärtigen Herrschaft der normativen Kraft des Faktischen sind Fussgänger klar benachteiligt.
Draw2001 28.11.2018
2. Da war doch noch was - mit endlosen Voraussetzungen.......
Die Roller sollten doch - nicht so wie auf dem Bild - mit Blinker, Stoplicht, Hupe und Licht, sowie einem Versicherungskennzeichen ausgestattet sein. Dann glaube ich, dass noch ein Führerschein gemacht werden sollte. Dann dürften die Roller, wenn es keinen Fahrradweg gäbe, auf die Straße (mit 20KM/h), um dort den Autofahrern zu zeigen wie langsam es auch noch möglich sein könnte. Bei unserer Straßenbreite, gäbe es bei einem Sicherheitsabstand von 1,5 Metern beim Überholen, kaum noch eine Chance für die Kraftfahrzeuge die Geschwindigkeit von 50 KM/h zu erreichen. Eigentlich wäre folgende Version am besten. Roller mit zwei Bremsen, Klingel und Licht mit max. 15 KM/h und ohne Versicherungskennzeichen, mit der Berechtigung, auch auf dem Bürgersteig fahren zu können - falls es keinen Radfahrweg gibt. Bereits mit einem Fahrrad, das mit ca. 15 KM/h fährt, fühlt man sich auf einer 50 KM/h-Straße nicht mehr ganz so wohl. Da fahren bereits viele auf dem Bürgersteig. Der Roller entwickelt auch eine niedrigere Betriebsgefahr als ein Fahrrad.
Lobhudel 28.11.2018
3. Nervige Verschrottung der Innenstädte !
Warum machen wir die gleichen Fehler wie andere Städte? Ein Roller-Verleih ohne feste Mietstationen und Kaution fördert geradezu Rücksichtslosigkeit und Vandalismus. Vorschlag: Halterhaftung der Verleihfirmen für jede nicht fahrerspezifisch feststellbare OWI - dann dürfte den smarten Start-Ups bald die Lust am Geschäftsmodell vergehen.
rromijn 28.11.2018
4. das wird ähnlich unausgegoren wie die Pedelic Regelung
das wird ähnlich unausgegoren wie die Pedelic Regelung. dort dürfen sPdelics nur auf der Strasse fahren, aber nur 45km/h, damit sie auch ja die autos stören. Nun dürfen diese nur auf Radwegen fahren, wo sie dann die Pedelics, die mit 25km/h fahren mit ihren 20km/h stören. Auf den Radwegen ist es eh schon unruhiger geworden zwischen Pedelics und Motorlosen Fahrrädern Wer denkt sich sowas aus?
ash26e 28.11.2018
5. Ich hab die Leihroller vor 4 Wochen in Wien kennengelernt
Zitat von LobhudelWarum machen wir die gleichen Fehler wie andere Städte? Ein Roller-Verleih ohne feste Mietstationen und Kaution fördert geradezu Rücksichtslosigkeit und Vandalismus. Vorschlag: Halterhaftung der Verleihfirmen für jede nicht fahrerspezifisch feststellbare OWI - dann dürfte den smarten Start-Ups bald die Lust am Geschäftsmodell vergehen.
Fand ich doll. Von jedem respektiert und gern angenommen. Aber wenn die deutschen K(r)ampfradler sich auf den Rollern genauso benehmen.... Aber da diese Roller über einen App verliehen werden und abgerechnet werden kann jeder Gesetzesverstoß dem Fahrer zugeordnet werden . Wie immer gilt: erst informieren! Dann kann man dagegen sein.
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