Bizarre Formel-1-Rennwagen Rasend komisch

Um ein Auto schneller zu machen, war fast jedes Mittel recht. Jahrzehntelang wurde in der Formel 1 nach dieser Maxime getüftelt und geschraubt. Dabei entstanden wahrhaft bizarre Rennautos. Hier sind die spektakulärsten.

Rainer W. Schlegelmilch / Getty Images

Von Christian Frahm


Spitzer, breiter, brutaler - wenn die neue Formel-1-Saison am 26. März mit dem Großen Preis von Melbourne in Australien beginnt, werden die Rennwagen so aggressiv aussehen wie seit Jahren nicht mehr. Der Grund sind Änderungen des technischen Reglements, wie es sie seit der Saison 2009 nicht mehr gab. Entsprechend gleichförmig sahen die Autos in den vergangenen Jahren aus - und verbreiteten mehr und mehr optische Langeweile.

Früher war das undenkbar. Da gab es zwar auch technische Vorgaben, doch die waren weitaus laxer gefasst - nicht einmal die Zahl der Räder war festgelegt. Das brachte beispielsweise Derek Gardener, den Renningenieur des Tyrrell-Teams dazu, einen sechsrädrigen Rennwagen zu konstruieren. Das Auto war als "Ferrari-Killer" gedacht, denn Niki Lauda war in der Saison 1975 mit dem Renner aus Maranello überlegen Weltmeister geworden. Gardener konstruierte also ein Auto mit vier je zehn Zoll großen lenkbaren Vorderrädern, die nahezu vollständig hinter dem Frontflügel verschwanden und das Kurvenverhalten deutlich verbessern sollten.

"Ein Haufen Schrott" fährt zum Sieg

Der Tyrrell P34, das war der offizielle Name des "Six-Wheelers", sorgte für Spott und Staunen gleichermaßen. Im vierten Rennen der Saison 1976 belegten die beiden Tyrrell-Piloten Jody Scheckter - der das Auto angeblich "einen Haufen Schrott" nannte - und Patrick Depallier beim Grand Prix in Schweden überlegen die Plätze eins und zwei. Die Konkurrenz war geschockt und tüftelte ebenfalls an sechsrädrigen Rennwagen - die jedoch nie zum Einsatz kamen. Scheckters Sieg blieb der einzige Formel-1-Triumph auf sechs Gummis, und längst ist im Reglement festgelegt, dass ein Rennauto vier Räder haben muss.

Von Staubsaugern und Steinschleudern

Auch ein "Staubsaugerauto", wie es Brabham-Chefkonstrukteur Gordon Murray für die Saison 1978 entwickelte, ist heute nicht mehr vorstellbar. Niki Lauda gewann mit dem Rennwagen, bei dem ein riesiger Ventilator am Heck für Unterdruck unterm Auto sorgte, was die Bodenhaftung extrem verbesserte, den Grand Prix von Schweden. Unmittelbar danach jedoch verboten die Rennkommissare jeden weiteren Einsatz des Wagens, denn zahlreiche Fahrer hatten sich über Staub und Steine beschwert, die der monströse Rotor ihnen entgegengeschleudert hatte. Dass der Wagen überhaupt zugelassen worden war, lag an einem Trick: Murray hatte den Ventilator als Teil der Motorkühlung ausgeben.

In einer Bildergalerie hat SPIEGEL ONLINE diese und weitere der abgefahrensten Vollgaskreationen zusammengestellt:

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Bizarre Formel-1-Rennwagen: Das waren Renner!


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insgesamt 29 Beiträge
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reabirah 14.03.2017
1. Eilmeldung aus welchem Grund?
Der wird mir nicht ganz klar...
majonga 14.03.2017
2. 2002
nicht zu vergessen der Frontflügel von BMW im Jahre 2002 gefahren von Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher
Mertrager 14.03.2017
3. Naja
Das kann man alles nachlesen und noch viel mehr. Wissen kann man es auch. Verstehen könnte man es auch. Solche Artikel sind Lückenfüller und inhaltlich begrent sinnvoll.
alexanderschulze 14.03.2017
4. Interessant, aber
Eilmeldung?
antitsch 14.03.2017
5. Eilmeldung?
Warum dieser Bericht eine push Nachricht als Eilmeldung wert ist bleibt mir ein Rätsel. Und ist ein Grund die App vom Handy zu schmeissen.
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