Blech-Verehrung Die zehn wichtigsten Oldtimer-Schaulaufen

Villa d'Este, Schloss Dyck, Amelia Island - für Oldtimerfans sind das magische Orte. An diesem Wochenende findet im kalifornischen Pebble Beach das weltweit berühmteste Schaulaufen für Autoklassiker statt. SPIEGEL ONLINE stellt die zehn wichtigsten Veranstaltungen vor.


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Blecherne Verehrung: Die zehn wichtigsten Auto-Concours
Für Golfspieler ist es nur ein schöner Platz an der kalifornischen Pazifik-Küste. Für Oldtimer-Fans hingegen ist Pebble Beach der Nabel der Welt - zumindest an diesem Wochenende. Denn Mitte August wird die Luxusoase auf der Halbinsel von Monterey zur Bühne für die schönsten und edelsten Altautos aus aller Welt. Es ist Concours d'Elegance, und Sammler in Japan, den USA und Europa öffnen die klimatisierten Garagen und lassen ihre Schmuckstücke nach Kalifornien fliegen, nur um sie dort für ein paar Stunden auf den vom Küstennebel dauerbefeuchteten Rasen zu stellen.

Bei der Prämierung am Sonntagmittag werden die Oldtimer über die Rampe vor dem Clubhaus tuckern. Dabei geht es um Eitelkeiten, aber auch um eine Menge Geld. Schon die Teilnahme in Pebble Beach ist ein Ritterschlag; eine Platzierung unter den besten Autos jedoch wirkt auf den Wert eines Wagens wie ein Turbo. Und das gilt nicht nur für die Veranstaltung in Pebble Beach, sondern auch bei den anderen großen Oldtimertreffen. Die Altmetall-Fraktion nennt diese Veranstaltungen allerdings lieber Concours dElegance, was deutlich edler klingt.

Dass sich wohlhabende Auto-Enthusiasten treffen, um ihre mobilen Wertanlagen vorzustellen, hat Tradition. "Ins Leben gerufen wurden die Concours d'Elegance in der Gründerzeit des Automobils vor allem, um in einem besonderen Rahmen die Kauflust jener zu wecken, die eigentlich schon genügend Autos hatten", sagt Marcus Herfort, der die Classic Days auf Schloss Dyck am Niederrhein ausrichtet. Schon damals wurden alle Register gezogen, um die neuen Modelle reizvoll erscheinen zu lassen. Herfort berichtet beispielsweise von adretten Tänzerinnen, die Handstände auf den Kühlerhauben machten.

Ein Ex-Investmentbanker entwickelte einen Oldtimer-Index

Die wirtschaftliche Bedeutung der aktuellen Concours-Veranstaltungen kann Dietrich Hatlapa bestens einschätzen. Er war Investmentbanker in London, hat aber jetzt seine Leidenschaft für klassische Automobile zu seinem Beruf gemacht: Mit dem Instrumentarium eines Wertpapieranalysten und Marktbeobachters verfolgt er die Kursentwicklung der Klassiker. Sein Fazit: "Hochwertige klassische Automobile sind nicht nur ein nachhaltig wertsteigerndes, sondern auch ein krisenfestes Investment."

Der von ihm wie Dax oder Dow Jones zusammengestellte Historic Automobile Group Index (HAGI Top) sei zwischen 2007 und 2009 um rund 40 Prozent gestiegen. Derzeit liegt der Oldie-Index zwar um 1,73 Prozent im Minus, doch lässt sich Hatlapa davon nicht Bange machen. "Nach anhaltenden, durchgängigen Wertsteigerungen seit Mitte der neunziger Jahre hat der Markt sich bei stabilen Umsätzen über dem Niveau vor der Krise stabilisiert", urteilt der Auto-Analyst.

Autos sind für Hatlapa die besseren Aktien. "Langfristig 'outperformen' hochwertige Klassiker fast jede andere Anlageform", sagt er. Der Markt sei sehr überschaubar, das Angebot bleibe zwangsläufig beschränkt. Dass Immobilienflauten oder Aktiencrashs einen nennenswerten Einfluss auf die Werte der Wagen haben, kann er nicht bestätigen. "Korrelationen mit anderen Anlageformen sind in unserer Analyse bisher kaum feststellbar."

Nur wirklich teure Auto-Klassiker haben auch hohe Rendite-Chancen

Doch man muss, das bestätigen auch andere Experten wie etwa Peter Schneider, Vizepräsident des Klassikerverbandes Deuvet, tief in die Tasche greifen, wenn man sich eine vergleichsweise sichere Auto-Anlage in die Garage stellen möchte. Bei Youngtimern oder eher bürgerlichen Oldtimern gehe die Rechnung oftmals nicht auf, mahnt Hatlapa: "Die Wertzuwächse fallen aufgrund eines niedrigeren Ausgangsniveaus zu gering aus, und Angebot und Nachfrage halten sich mehr die Waage." Nicht umsonst sieht man auf den Concours' mehr Bugatti als BMW, Maserati als Mercedes oder Rolls-Royce als Renault.

Doch selbst beim automobilen Edelmetall müsse man auf der Hut sein, schränkt Deuvet-Experte Schneider ein. "Um den Wert zu halten oder gar zu steigern, muss ein Sammler viel investieren", sagt er mit Blick auf Wartung, Unterhalt, Betrieb, Reparaturen und vor allem die Zeit, die man in der Garage, bei Ausfahrten oder bei einem Concours verbringt. Zwar macht das vermutlich mehr Spaß, als beim Onlinebroker herumzuklicken, doch es entstehen dabei eben auch höhere Kosten. Schneider: "Mit den Depotgebühren für ein Aktienpaket ist das nicht zu vergleichen."



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opportunity 12.08.2010
1. .
Ein weiteres grosses Ereignis mit jaehrlich ueber 30.000 Fahrzeugen am 21.08.2010: http://www.woodwarddreamcruise.com
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