Geschwindigkeitskontrollen In diesen Bundesländern fällt der Blitz-Marathon aus

Nächsten Donnerstag werden Autofahrer wieder massenhaft kontrolliert: In mehr als 20 EU-Staaten findet ein Blitz-Marathon statt. Mindestens fünf deutsche Bundesländer haben ihre Beteiligung jedoch abgesagt.

Geschwindigkeitskontrolle
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In mehr als 20 EU-Staaten sind am kommenden Donnerstag wieder Tausende Polizisten bei einem internationalen Blitz-Marathon im Einsatz. Auch in Deutschland sind verstärkt Geschwindigkeitskontrollen geplant. Doch in diesem Jahr nehmen laut einer Umfrage bei den Behörden nicht alle Bundesländer an der Aktion teil:

  • Definitiv nicht dabei sind Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Bremen.
  • Noch offen war die Entscheidung zunächst in Mecklenburg-Vorpommern sowie im Saarland.

Die Gründe für die Absage einiger Länder sind unterschiedlich:

  • Sachsens Innenministerium erklärte den Verzicht mit "unverhältnismäßig" hohem Planungs- und Personalaufwand.
  • Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte bereits im November 2015 gesagt, dass die Polizei angesichts größerer Terrorgefahr auf weniger Wichtiges verzichten müsse - als Beispiel nannte er überregionale Großkontrollen wie den Blitz-Marathon.
  • Niedersachsen verweist auf den Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama am Sonntag direkt nach dem "Blitzer-Marathon". Darüber hinaus zweifelt Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Sinn der Veranstaltung. "Unser Ziel, die Zahl der Unfälle, Verunglückten und vor allem Getöteten nachhaltig zu senken, haben wir bisher mit dem Blitzer-Marathon nicht erreicht", sagte der SPD-Politiker dem Magazin "Focus".

In den teilnehmenden Bundesländern dauert die Aktion nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger von 6 Uhr bis 22 Uhr. Die Vorläuferaktionen hatten bislang jeweils 24 Stunden gedauert. Nach einer Studie der RWTH Aachen ist die Wirksamkeit zwischen 6 und 22 Uhr jedoch am höchsten.

Beim Blitz-Marathon im vergangenen Jahr hatte die Polizei in Deutschland mehr als 91.000 Raser erwischt. Den offiziellen Angaben zufolge waren knapp drei Prozent der kontrollierten 3,2 Millionen Fahrzeuge zu schnell unterwegs.

Wie wichtig ein Vorgehen gegen Temposünder ist, belegte erst jüngst eine EU-Statistik. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Verkehrstoten in Europa erstmals seit 14 Jahren wieder gestiegen. 2015 starben 26.000 Menschen in der EU im Straßenverkehr. Unangepasste Fahrweise oder zu schnelles Fahren gelten als häufigste Ursachen für schwere Verkehrsunfälle.

cst/dpa



insgesamt 98 Beiträge
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pr8kerl 16.04.2016
1. Schade
Es sollte so oft als möglich geblitzt werden ohne Ankündigung. Niemand wird gezwungen zu schnell zu fahren und sich sein Recht selbst herauszunehmen. Das Zusammenleben von uns Menschen basiert auf der Akzeptanz von Regeln. Wer sie nicht einhält gehört bestraft. Ich wäre auch für doppelt so hohe Geldbußen und bei schweren Delikten sollte der Staat das Fahrzeug des Rasers beschlagnahmen dürfen. Es muss richtig, richtig weh tun, dann ändern Raser ihr Verhalten.
hosenbund101 16.04.2016
2. Wie wäre
es denn mal mit einem Hygienemarathon. Immerhin sterben aufgrund von mangelnder Hygiene in den Krankenhäusern 10 Mal so viele wie im Straßenverkehr. Über einen Säufermarathon gar nicht zu sprechen. Ist schon merkwürdig wie in Deutschland ein Leben bewertet wird. Ärzte dürfen töten!; die kann man nicht Geiseln, wie den Normalbürger.
oelfinger 16.04.2016
3.
Zitat von pr8kerlEs sollte so oft als möglich geblitzt werden ohne Ankündigung. Niemand wird gezwungen zu schnell zu fahren und sich sein Recht selbst herauszunehmen. Das Zusammenleben von uns Menschen basiert auf der Akzeptanz von Regeln. Wer sie nicht einhält gehört bestraft. Ich wäre auch für doppelt so hohe Geldbußen und bei schweren Delikten sollte der Staat das Fahrzeug des Rasers beschlagnahmen dürfen. Es muss richtig, richtig weh tun, dann ändern Raser ihr Verhalten.
Wer Geld hat, dem tut das nicht weh. Deutlich längere Fahrverbote würden evtl. etwas bringen. Und Fahrzeuge, die mit deutlich weniger Ablenkungsmöglichkeiten ausgestattet sind. Die modernen Fahrzeuge fordern doch permanent die Aufmerksamkeit des Fahrers ein weil hier was piept und da was blinkt. Und deutlich höhere Strafen bei Benutzung von Smartphone, Twitter, Facebook, etc. Oder Fahrzeuge, die, außer der Notrufnummer, während der Fahrt jedwede Kommunikation unterbinden.
der_unbekannte 16.04.2016
4. Ich hoffe
dass möglichst viele Raser erwischt werden. Besser wäre es noch diesen Leuten den Führerschein für mind. 1 Jahr zu entziehen. Es muss wehtun.
cproft 16.04.2016
5. Nrw...
...macht natürlich wieder mit. Die Polizei am Limit, kein Personal, massive Probleme mit Kriminalität, Straßenraub, Einbrüche, Autodiebstähle. Sprengung von Geldautomaten im Grenzgebiet zu den Niederlanden. Aber kein Geld auf der Kralle, da ist diese billige Möglichkeit, an Kohle zu kommen, natürlich gerne gesehen. Und Präsenz in der Öffentlichkeit: "Seht her, wo überall Polizei mit dem Radargerät steht. So wenige, wie immer behauptet, sind wir gar nicht."
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