Blitz-Marathon in Deutschland Polizeigewerkschaft fordert härtere Strafen für Raser

Der Blitz-Marathon der Polizei ist gestartet: Fast 15.000 Beamte sind 24 Stunden lang im gesamten Bundesgebiet im Einsatz. Die Polizeigewerkschaft verlangt aus diesem Anlass schärfere Strafen für Raser - denn die seien bisher "unfassbar niedrig".

Radarkontrolle (Archivfoto): Blitz-Marathon im gesamten Bundesgebiet
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Radarkontrolle (Archivfoto): Blitz-Marathon im gesamten Bundesgebiet


Hamburg - Die Polizei nimmt seit 6 Uhr mit fast 15.000 Beamten an mehr als 8700 Stellen in Deutschland Raser ins Visier. Anlässlich des ersten bundesweiten Blitz-Marathons fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) schärfere Strafen für Temposünder. "Wir benötigen härtere Sanktionen zur Abschreckung. Unsere Buß- und Verwarngelder sind auch im EU-Vergleich unfassbar niedrig", sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Rainer Wendt, den "Ruhr Nachrichten".

Wer mit Tempo 100 in der verkehrsberuhigten Zone fahre, sollte seinen Führerschein sofort abgeben müssen und wie bei Trunkenheitsfahrten zu einer medizinisch-psychologischen Untersuchung verpflichtet werden, so Wendt. Die Masse der Autofahrer in Deutschland verhalte sich allerdings sehr verantwortungsbewusst. "Zehn bis 15 Prozent sind aber hemmungslose Raser und bringen andere Menschen mit ihrer Rücksichts- und Gedankenlosigkeit in Gefahr", kritisierte Wendt.

Die Gewerkschaft hatte den Blitz-Marathon bereits als ein geeignetes Mittel zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bezeichnet. "Zu hohe Geschwindigkeiten gehören zu den Hauptursachen von Verkehrsunfällen, die oftmals unbeschreibliches Leid zur Folge haben", hieß es in einer Mitteilung. "Leider ist die Polizei viel zu selten in der Lage, solche personalaufwendigen Aktionen durchzuführen."

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Geschwindigkeitskontrollen: So funktionieren die Blitzer
Am Morgen legten sich beispielsweise Polizisten im oberbayerischen Unterhaching, in Hamburg und in Düsseldorf auf die Lauer. Die Beamten überwachen 24 Stunden lang, ob Autofahrer Tempolimits einhalten. Die verstärkten Kontrollen sollen bis Freitagmorgen dauern (lesen Sie hier, was Autofahrer über den Blitz-Marathon wissen müssen).

Der ADAC befürwortet die Maßnahme, um die Zahl der Verkehrstoten weiter zu senken. Allerdings sollten die Polizisten Temposünder direkt auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen, um einen Lerneffekt zu erzielen. Der Verein "Mobil in Deutschland" steht der Aktion hingegen kritisch gegenüber. Der einzige Grund des Blitz-Marathons sei, die Staatskasse zu füllen. Der hessische FDP-Justizminister Jörg-Uwe Hahn schimpfte: "Dies ist Volkserziehergehabe, wie es in autoritären Staaten üblich sein mag."

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Niedersachsens Ressortchef Boris Pistorius, verteidigte den Blitzer-Tag. Wegen zu hoher Geschwindigkeit würden in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen im Straßenverkehr sterben, "als in rund zehn Großflugzeuge passen", sagte Pistorius der "Bild"-Zeitung. Daher gehe es bei der Aktion am Donnerstag nicht um Abzocke, sondern um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer.

wit/dpa



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jenniferrod 10.10.2013
1. optional
Hört doch endlich auf mit dieser Hetze! Die meisten Geschwindigkeitsbegrenzungen sind doch eh absurd und dienen der Abzocke. Und geblitzt wird nicht vor Schulen, sondern am Ende der Baustelle, wo man bereits wieder aufs Gas tritt, oder auf der 4-spurigen Ausfallstraße Sonntag Nachmittag. Mit dem Argument der Gesetzestreue wurde doch schon soooo viel Schindluder getrieben, daß man es gar nicht mehr glauben mag. Und diese "gesetzestreuen Bürger" (Hilfssheriffs, Blockwarte), die hier immer posten, hab ich ich sowas von gefressen.
pr@ 10.10.2013
2. Dieses Unterfangen ...
dürfte eher zweifelhaften Erfolg haben. Auf meinem 30km Arbeitsweg war nicht ein Blitzer - im Gegensatz zu sonst. Von daher könnte immer Blitzermarathon sein :> . Mal davon ab finde ich es einfach einen Witz, dass nur überhöhte Geschwindigkeit und nicht gleichzeitig Abstand (!) gemessen wird. Der wird vom Durchschnittsdeutschen aber sowas von oft deutlichst unterschritten, dass man vom Kopfschütteln schon Schleudertraumata bekommt.
Walter Sobchak 10.10.2013
3.
"Rasen" ist doch nicht das Problem. 3% der Unfaelle auf BAB gehen auf "unangepasste Geschwindigkeit" zurueck. Das ist auch die Standardursache, wenn keine andere (ohne erheblichen Aufwand) ermittelt werden kann. Bei diesen 3% ist auch unklar, wieviel davon Auffahrunfaelle sind, die durch "Schleicher" und Nichtblinker entstanden sind, die in der Absicht einen der ihren auf der Mittelspur fahrenden ueberholen zu wollen, die Geschwindigkeit des herannahenden "Rasers" voellig falsch eingeschaetzt haben.
smerfs 10.10.2013
4. und
Zitat von sysopDPADer Blitz-Marathon der Polizei ist gestartet: Fast 15.000 Beamte sind 24 Stunden lang im gesamten Bundesgebiet im Einsatz. Die Polizeigewerkschaft verlangt aus diesem Anlass schärfere Strafen für Raser - denn die seien bisher "unfassbar niedrig". http://www.spiegel.de/auto/aktuell/blitz-marathon-polizeigewerkschaft-fordert-haertere-strafen-fuer-raser-a-927054.html
eine prozentuale beteiligung an den einnahmen! was diese typen von der polizeigewerkschaft von sich geben ist haarsträubend. vielleicht sollte man die geldstrafen abschaffen und dafür zeitstrafen einführen zb. 10 kmh zu schnell 1std. zeitstrafe. das fahrzeuf wird in einem park ferme abgestellt und der fahrer kann nach ablauf der zeit das fahrzeug abholen.
becem 10.10.2013
5. Von wegen
Ginge es nicht um Abzocke, würde man nur Punkte verteilen. Aus meiner Erfahrung sind Drengler und Autofahrer, die auf Landstraßen ständig überholen, eine Gefahr. Außerdem sollte sich der Staat besser um kaputte Straßen kümmern, statt immerzu Tempo-Limit-Schilder aufzustellen wegen Straßenschäden.
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