Streit über Radarfallen Grüne gegen Blitzwarner

Die CDU will Geräte zulassen, die Autofahrer auf Radarfallen hinweisen - nun regt sich Widerstand. "Wer Warngeräte will, macht sich zum Komplizen der Regelverletzer", sagt Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg. Der ADAC hingegen will Blitzer großflächig abschaffen.

Starenkasten: "Keine verantwortungsvolle Verkehrspolitik"
dapd

Starenkasten: "Keine verantwortungsvolle Verkehrspolitik"


Berlin - Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) kritisiert einen Plan von Bundestagsabgeordneten der CDU. Sie haben vor, Geräte zuzulassen, die Autofahrer vor Radarfallen warnen. "Wer Warngeräte zulassen will, macht sich zum Komplizen der Regelverletzer", sagt Hermann. Das sei keine verantwortungsvolle Verkehrspolitik. Er reagiert damit auf Forderungen der Koalition, Navigationsgeräte und Smartphone-Apps zu erlauben, die vor fest installierten Radarfallen warnen.

Die "Saarbrücker Zeitung" hatte berichtet, dass die Unionsfraktion einen entsprechenden Antrag im Bundestag einreichen wolle. Navigationsgeräte und Apps sollten demnach künftig in einer Zone "von etwa 500 Metern" vor fest installierten Blitzanlagen, sogenannten Starenkästen, warnen dürfen. "Damit wird der jeweilige Bereich, in dem der Fahrzeugführer besonders vorsichtig fährt, erweitert", wird daraus zitiert.

Im Bundesverkehrsministerium zeigt man Interesse an dem Antrag. "Wenn der Vorschlag so bliebe, werden wir das prüfen", teilte ein Sprecher mit. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wolle ein Aufweichen des Warnverbots davon abhängig machen, ob dies mehr Verkehrssicherheit bringen würde. Zunächst müsse sich aber erst noch der Bundestag mit dem geplanten Entwurf beschäftigen. Eine Prüfung durch den Minister sei erst der darauffolgende Schritt.

ADAC fordert Abbau von Starenkästen

Im Gegensatz zu Winfried Hermann begrüßt der ADAC den Antrag. "Diese geplante Legalisierung der Blitzerwarner vor stationären Messstellen an Unfallschwerpunkten stellt eine Anpassung des Rechts an die Realität dar, da de facto bisher keine Anzeigen und Bußgelder aktenkundig sind", sagte der Leiter Verkehrsrecht, Markus Schäpe.

Er forderte grundsätzliche Änderungen: "Wenn das Ganze der Verkehrssicherheit dienen soll, müssen aber alle Autofahrer, auch die ohne Navi, gewarnt werden, und das geht nur über Schilder, die auf eine Gefahrenstelle 'Unfallschwerpunkt' hinweisen." Alle stationären Messstellen, die nicht an Unfallschwerpunkten oder sonstigen Gefahrenstellen angebracht seien, sollten zügig abgebaut werden.

cst/dpa/dapd

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insgesamt 201 Beiträge
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Seite 1
Der_zu_spät_geborene 19.09.2012
1. Warum....
Zitat von sysopdapdDie CDU will Geräte zulassen, die Autofahrer auf Radarfallen hinweisen - nun regt sich Widerstand. "Wer Warngeräte will, macht sich zum Komplizen der Regelverletzer", sagt Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg. Der ADAC hingegen will Blitzer großflächig abschaffen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,856725,00.html
wundert mich es nicht das der Betonkommunist Hermann genau so denkt wie er es tut? Um Stuttgart rum sollen nun recht flächendekcend 80 (!!!!!) auf den Autobahnen eingeführt werden. ich hoffe nur das meine Mitwähler der Grün-Roten Regierung hier beim nächsten mal zeigen wo der Hammer hängt. Aber es gibt ja sehr viele, die wollen gegängelt werden. Man könnt schon verzweifeln.
lemmy01 19.09.2012
2. Was soll das?
Was soll das? Da hat die Realität die Politik doch schon wieder einmal überholt. Apps, die vor Radarfallen warnen? Igitt! Wer nutzt denn so etwas vielleicht heute schon?
LeisureSuitLenny 19.09.2012
3. optional
Zitat von sysopdapdDie CDU will Geräte zulassen, die Autofahrer auf Radarfallen hinweisen - nun regt sich Widerstand. "Wer Warngeräte will, macht sich zum Komplizen der Regelverletzer", sagt Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg. Der ADAC hingegen will Blitzer großflächig abschaffen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,856725,00.html
Es würde reichen die Abzocke mit Blitzgeräten abzuschaffen und sie nur dort einzusetzen, wo ihr Einsatz wirklich geboten ist. Da bleibt nicht viel übrig und die Grünen müssen sich was anderes suchen um grundlos den Leuten in die Tasche zu greifen.
af17555 19.09.2012
4. Ja ja, der Hermann
Zitat von sysopdapdDie CDU will Geräte zulassen, die Autofahrer auf Radarfallen hinweisen - nun regt sich Widerstand. "Wer Warngeräte will, macht sich zum Komplizen der Regelverletzer", sagt Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg. Der ADAC hingegen will Blitzer großflächig abschaffen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,856725,00.html
Ich dachte immer, Sinn der Geschwindigkeitsbegrenzung ist deren Einhaltun und nicht das Abkassieren. Wenn also ein Autofahrer aufgrund der Warnung vor dem Starenkasten die Geschwindigkeitsbegrenzung einhält, dann ist ja dem Gesetz genüge getan. Oder geht's dem Hermann womöglich doch nur um's Kassieren?
hartungp 19.09.2012
5. Gutes Geschäft
Zitat von sysopdapdDie CDU will Geräte zulassen, die Autofahrer auf Radarfallen hinweisen - nun regt sich Widerstand. "Wer Warngeräte will, macht sich zum Komplizen der Regelverletzer", sagt Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg. Der ADAC hingegen will Blitzer großflächig abschaffen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,856725,00.html
Na prima. Erst werden die Radarfallen von den Kommunen privatisiert, dann bringt man die Radarwarner ins Geschäft. Womöglich auch von "German Radar" vertrieben. germanradar - Home (http://www.germanradar.com/home.html)
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