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BMW 1er M Coupé: Problematischer Junior dreht auf

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66.400 Euro - diese Summe muss man bislang ausgeben, um das billigste BMW-M-Modell zu kaufen. Die Vollgas-Marke der Münchner soll jetzt wieder finanziell erreichbarer werden. Neues Einstiegsmodell wird künftig das BMW 1er M Coupé - und hat ein kleines Problem.

BMW 1er M Coupé: Karacho in klein Fotos

Wer sich für ein Auto der BMW-Vollgassparte M GmbH interessiert, braucht vor allem finanzielle Reserven. Das aktuelle Angebot erstreckt sich über eine Preisspanne von 66.400 für die billigste Version des BMW M3 bis hin zu 123.200 Euro für das BMW M6 Cabriolet. Dem Absatz hat die Hochpreispolitik offenbar nicht geschadet, in den besten Jahren verkaufte die M GmbH mehr als 20.000 Autos, und selbst im Krisenjahr 2009 wurden noch rund 15.000 M-Modelle losgeschlagen. Ein Breitensportwagen im eigentlichen Sinn jedoch war schon länger nicht mehr im M-Sortiment.

Das soll sich bald wieder ändern. "Wir wollen die Marke wieder erreichbarer machen", hatte Kay Segler, der Chef der BMW M GmbH, bereits zu seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren angekündigt. Das passende Auto dazu ist nun so gut wie fertig: Das BMW 1er M Coupé wird das neue Einstiegsmodell. Ein Sonderangebot jedoch wird auch dieser Wagen nicht. Stefan Behr, der Sprecher der M GmbH, nennt einen Preis von gut 50.000 Euro als wahrscheinlich, genau festgelegt sei das noch nicht.

Weltpremiere wird das Auto im Januar auf der Motorshow in Detroit feiern, der Verkauf soll dann noch vor den Sommerferien 2011 beginnen. SPIEGEL ONLINE war bereits jetzt, kurz vor Abschluss der Entwicklungsarbeiten, mit einem Prototypen unterwegs. Obwohl der Wagen noch mit Klebefolie getarnt ist, kann man einige Karosseriedetails erkennen: Die Kotflügel sind weit ausgestellt und schaffen so den Platz für die breitere Spur, denn das Auto erhält zahlreiche Fahrwerkskomponenten des größeren BMW M3.

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BMW M3: Rasender Rentner
Die Frontschürze reicht bis knapp über die Fahrbahn und unter dem Heck schieben sich vier Auspuff-Endrohre hervor. Im Innenraum gibt es sportlich geschnittene Sitze, einen griffigen, dicken Lenkradkranz und einen kurzen Stummel, über den ein manuelles Getriebe geschaltet wird. Eine Automatik wird nicht angeboten, denn das 1er M Coupé soll einen neuen Purismus verkörpern, der den sportlich-luxuriösen Modellen der M GmbH zuletzt etwas abhanden gekommen ist.

Kompaktauto mit Drei-Liter-Sechszylindermotor

Sobald man den Startknopf drückt, wird alle optische Tarnung hinfällig: Der drei Liter große Sechszylindermotor brüllt auf , die beiden Turbolader des Direkteinspritzers beginnen zu pfeifen und das Auto schießt mit 340 PS und maximal 450 Nm vehement von dannen. Bei einem Sprintwert von knapp über fünf Sekunden dürfte der Wagen den normalen BMW 1ern locker enteilen. Später dann wird er allerdings wieder vom einen oder anderen Typ wieder eingeholt, denn fürs erste ist beim kleinsten M Modell bei 250 km/h Schluss. "Die Option auf eine Anhebung des Geschwindigkeitslimits wird noch geprüft", sagt M-Sprecher Stefan Behr.

Was dem 1er M Coupé auf langen Geraden vielleicht noch fehlt, macht es mit höheren Kurvengeschwindigkeiten wieder wett: Das Auto ist der einzige kompakte Sportwagen mit Heckantrieb, und der wirkt sich auf gewundenen Sträßchen aus. Auf unserer Fahrt durch Oberbayern war das Auto so schnell und zielsicher, dass man gar nicht ans Autobahnfahren denken mochte.

14 Mehr-PS kosten voraussichtlich 8000 Euro Aufpreis

Obwohl noch ein Prototyp mit gewissen Abstrichen bei Abstimmung und Ausstattung, ist das Auto auf der Straße bereits eine Spaßgranate. Nüchtern betrachtet könnte die jedoch rasch verpuffen, denn der Wagen schleppt ein paar Bürden mit sich herum. Der hakelige Name 1er M Coupé ist noch die leichteste - M1 sollte das Auto mit Rücksicht auf den ehemaligen Kult-Sportwagen von BMW eben nicht heißen.

Schwerer wiegt das Timing. Das Auto kommt schlichtweg zwei Jahre zu spät. Warum? Noch bevor die Sportskanone des kleinen BMW auf die Straße kommt, debütiert auf dem Autosalon in Genf im März 2011 nämlich bereits die neue BMW 1er Generation, während die M-Variante auf der Vorgängerserie aufbaut. Und dann ist da noch die Motorleistung: Klar, 340 PS sind mehr als genug. Doch wenn schon das Modell 135i auf 306 PS und mit dem sogenannten Performance-Power-Kit sogar auf 326 PS kommt, beträgt der Abstand zum M-Modell gerade lediglich 14 PS. Der Preisunterschied zwischen dem getunten 135i, der 42.059 Euro kostet, und der M-Variante dürfte jedoch bei gut 8000 Euro liegen. So hat das M-Chef Segler das mit der leichteren Erreichbarkeit sicher nicht gemeint.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 42 Beiträge
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1. getarnte Alltagskiste
ergoprox 18.10.2010
Was ein Blödsinn, die Tarnung - ist doch nur ein 1er mit bissel anderer Plastikbeplankung. Ansonsten fragt man sich schon was das soll. Das Modell wird bei Erscheinen schon veraltet sein, bietet minimal mehr Leistung als der schon länger erhältliche (und wesentlich günstigere) 135. Sinnloses Auto zum falschen Zeitpunkt. Ansonsten darf der Spiegel-Schreiber sich gern mal in dieser Klasse umtun und schauen, welcher von denen denn tatsächlich mit Frontantrieb angeboten wird-->der RS3 etwa, oder der Golf R etwa? Ansonsten sehr schade, dass die vielversprechenden Tests mit dem Allrad-"M1" nicht zu einer Serienreife geführt haben. Aber auch bei der "M-GmbH" bestimmen eben die Kaufmänner die maximal mögliche Kundenabzocke für möglichst wenig Mehrwert. Ein paar Fanboys werden sich schon finden.
2. BMW Image?
regenrennen 18.10.2010
Also wenn ich mir die BMW Werbungen so anschaue denke ich mir verlogener geht es nicht mehr. Aus Freude am Fahren konzipiert, für leere Straßen! Geht's noch blöder? Die deutsche Automobilindustrie ist einfach irgendwann im letzten Jahrhundert steckengeblieben. Die wollen einfach mit Gewalt ihre Karren mit Steinzeittechnik weiter verkaufen bis auch die denkfaulsten ihren Werbungskonzepten nicht mehr auf den Leim gehen. Na ja BMW Fahrer wollen halt die Macht und die mit einem M, wie was bin ich Mächtig Modell, repräsentieren. Ist der BMW 1er M sowas wie der Porsche 924 für Hausmeister hier in Österreich? Das ganze ist ein Witz!!! Der solange weiter gehen wird bis die deutsche Autoindustrie am Ende ist. Denn ich glaube für eine nächste Schrottprämie, die die deutsche Autoindustrie vor dem Untergang retten wird hat der deutsche Staat keine Mittel mehr. Und da die Chinesen in Zukunft vernünftige Autos haben wollen werden die momentanen Exporte der deutschen Luxusautos wohl auch nicht mehr helfen. Und noch was. Wenn ich mir so anschaue wie Leute wie Frau Klatten Milliarden daran scheffeln einerseits die Zulieferindustrie bis aufs letzte auszupressen und dann sehe was sie mit der Kohle machen (Helg Sgrabi, Parteispenden etc.)verstehe ich schon warum BMW's so teuer sind. Ich steig jedenfalls in keinen BMW ein, und es wär mir peinlich einen zu kaufen. Grüße regenrennen
3. M wie Müll
sappelkopp 18.10.2010
Wer braucht so einen überteuerten Karren. Zu wenig Platz, zu teuer, wie immer bei deutschen Autos gibt es keinen Gegenwert fürs Geld.
4. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
Sherlock70 18.10.2010
Zitat von sysop66.400 Euro - diese Summe muss man bislang ausgeben, um das billigste*BMW-M-Modell zu kaufen. Die Vollgas-Marke der Münchner soll jetzt wieder finanziell erreichbarer werden. Neues Einstiegsmodell wird künftig das BMW 1er M Coupé - und hat ein kleines Problem. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,722739,00.html
Soso...damit bekommt man heutzutage eine Zulassung? Früher musste man noch das Gaspedal drücken, damit das passiert. Wenn dann im nächsten Jahr sich Berichte über mysteriöse Unfälle mit diesen Autos häufen, sagt nicht, man hätte nicht gewarnt!
5. schnee von gestern
ergoprox 18.10.2010
Sie sprechen die erforderlichen Drhezahlunterschiede bei der Torsen-Lösung an? Da sind Sie wohl etwas auf einem alten Stand, das ist nämlich Schnee von gestern. Bzgl. der Fahrdynamik empfehle ich die aktuelle SportAuto, z.B. 1,17.0 auf dem HHR für den immerhin 26PS schwächeren Golf R gegenüber dem 135i (1,18.7) oder einfach mal selbst fahren, z.B. einen 130i engagiert auf der NS. Da sieht man, was die Billiglösungen (ohne Diffsperre und mit 225iger Reifen Serie) fahrdynamisch "bringen". Ausser Regeleingriffen gar nix. Eine (bessere) Welt dagegen selbst ein alter S3 mit ach so schlechtem Allrad-System.
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