Abgasaffäre Kraftfahrtbundesamt entlastet BMW

Das Kraftfahrtbundesamt hat BMW vom Vorwurf der Abgasmanipulation entlastet. Die Deutsche Umwelthilfe hatte BMW nach eigenen Tests Manipulationen vorgeworfen - und zweifelt die Ergebnisse des KBA an.

BMW 320d.
BMW

BMW 320d.


Die Abgase des BMW 320d sind sauber - dieser Ansicht ist das Kraftfahrtbundesamt (KBA). Die Behörde hat BMW vom Vorwurf der Abgasmanipulation beim Diesel-Modell der 3er-Reihe entlastet. "Die Abgasemissionen auf dem Rollenprüfstand und auch auf der Straße sind unter normalen Betriebsbedingungen nicht zu beanstanden", teilte das KBA am Donnerstag auf seiner Homepage mit. Außerdem seien keine unzulässigen Abschalteinrichtungen festgestellt worden.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zweifelt jedoch an der Entlastung des Autoherstellers durch das KBA. Sie hatte BMW nach Fahrtests vorgeworfen, beim 320d die Abgassoftware womöglich durch illegale Abschalteinrichtungen manipuliert zu haben. Bei solchen Einrichtungen sorgt die Software der Motorsteuerung dafür, dass die Diesel-Abgasreinigung nur unter Prüfbedingungen auf voller Leistung läuft, im realen Straßenverkehr jedoch nicht.

Ein BMW stieß zuvor bei Messungen der DUH im Straßenverkehr bis zu sieben Mal so viel Stickoxide aus wie im Labortest. "Wir stehen zu unseren Messungen und fordern das KBA auf, die Messdaten und eine mögliche Beteiligung von BMW an den Messungen zu veröffentlichen", erklärte der Geschäftsführer der Umwelthilfe Jürgen Resch.

Das KBA stellte beim 320d, anders als die Umwelthilfe, keinen Verdacht auf Manipulationen fest: "Die von der Deutschen Umwelthilfe ermittelten Ergebnisse mit erhöhten NOx-Emissionen sind auf nicht normale Betriebsbedingungen zurückzuführen. Daher besteht keine Veranlassung zur Einleitung von Maßnahmen", hieß es in der Mitteilung des Bundesamts.

Die DUH ist mit dieser Sichtweise nicht einverstanden: "Wir können die Aussage des KBA nicht nachvollziehen", erklärte der Messverantwortliche der DUH-Tests, Axel Friedrich. Es habe keine ungewöhnlichen Betriebsbedingungen bei den Messungen der DUH gegeben, so Friedrich weiter. "Unsere Messungen wurden mehrmals wiederholt, die Prüfstandsmessungen vom TÜV Nord durchgeführt und wir haben unsere Daten auch offengelegt." Dasselbe erwarte man nun vom KBA.

ene/dpa

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insgesamt 123 Beiträge
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Seite 1
franz-hermann.reitz 15.02.2018
1. Na endlich!
Die DUH hat kein Mandat. Wird finanziert von denen, die E- Autos herstellen. Danke KBA!
filboa 15.02.2018
2. Rufschädigung
BMW ist offensichtlich sauber, wer steckt also hinter dieser Kampagne, womöglich die betrügerische deutsche Konkurrenz?
herm16 15.02.2018
3. unglaublich
wann wird Resch mal das Handwerk gelegt.
kuddemuddel 15.02.2018
4. Aha,
also das Kraftfahrtbundesamt, dass jahrelang den Betrug nicht erkennen konnte oder wollte, selbst wenn ihnen die Dieselschwaden um die Nase schwebten.
neuundaltgierig 15.02.2018
5. Sack Reis
Jeder Jeck kann sich Umwelthilfe, Umweltsonderdienst oder was auch immer nennen. Das alleine qualifiziert aber noch nicht dazu, sich zum Gralshüter aufzuschwingen. Das grundsätzliche Misstrauen gegenüber allen, die der bösen Industrie mal nichts vorwerfen (und der Automatismus, dann Recht haben zu wollen), ist nah am an der Grundeinstellung bestimmter Sekten. Immer wieder wurden deren Messergebnisse von anderen Instituten widerlegt bzw. als unwissenschaftlich erhoben und somit ohne Aussagekraft bewertet.
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