Elektroauto ActiveE BMW schickt i3-Vorgänger in die Schrottpresse

Der ActiveE war für BMW ein wichtiges Forschungsobjekt. Mit dem umgerüsteten 1er wollten die Münchner herausfinden, was Kunden von Elektroautos erwarten. Nun steuert er seinem zweiten Leben entgegen - die Internetgemeinde ist erzürnt.


Gestern noch der letzte Schrei, künftig nur noch Schrott: BMW hat damit begonnen, Teile seiner Versuchsflotte von strombetriebenen 1er BMW zu entsorgen. Dabei sind die innovativen Elektroautos mit dem Namen ActiveE noch ziemlich jung. Die Internetgemeinde ist erzürnt.

Erst im Januar 2010 wurde der Wagen auf der Autoshow in Detroit vorgestellt. Seit 2011 gingen etwa 1100 ActiveE an Flottenkunden und ausgewählte Privatpersonen weltweit. BMW hoffte, wichtige Erkenntnisse zur Nutzung von Elektroautos zu gewinnen. Unter dem Blech steckte bereits weitgehend die Technik des BMW i3, der Ende vergangenen Jahres auf den Markt gekommen ist. Auch im BMW Carsharingprogramm "DriveNow"werden die Autos eingesetzt, in San Francisco wird die Elektro-Flotte erst jetzt um 80 Fahrzeuge auf 150 aufgestockt.

Die Verschrottung eines Teils der Versuchsflotte wurde bekannt, als der Amerikaner Jimmy Neamonitis diese Woche auf der California State Route 91 einen LKW mit mindestens acht BMW 1er ActiveE-Wracks sichtete - er selbst schreibt von 16 Fahrzeugen, die sich auf dem Trailer befunden haben sollen. Ein BMW-Sprecher bestätigte SPIEGEL ONLINE die Vernichtung eines Teils der Versuchsfahrzeuge.

Batterien der Elektroautos erhalten ein zweites Leben

Die Autos sind als Prototypen in die USA importiert worden und dürfen deshalb dort nicht verkauft werden. Sie besitzen keine Zulassungen als Serienfahrzeug. "Von Anfang war klar, dass die Einsätze der Fahrzeuge zeitlich begrenzt sein würden", sagte der Konzernsprecher. Die Entsorgung der ActiveE-Fahrzeuge sei Teil des BMW Forschungsprojekts.

So wurden die Batterien nun aus den Fahrzeugen entnommen und dienen als Versuchsträger im "BMW i Battery 2nd life project". Gemeinsam mit Energiekonzernen wie Vattenfall testet der Autobauer, wie ausrangierte Batterien weiter sinnvoll genutzt werden können. Mit Hilfe von Solarzellen soll beispielsweise Sonnenenergie in den Batterien gespeichert werden, um dann schnelleres Stromtanken zu ermöglichen. BMW geht davon aus, dass es künftig einen Markt für gebrauchte Fahrzeugbatterien geben wird.

Das Vorgehen von BMW ist in der Autoindustrie gängige Praxis. Prototypen sind nicht zum Verkauf bestimmt und wandern - sobald ausrangiert - entweder ins Museum oder in die Schrottpresse.

mhu

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insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
barlog 26.05.2014
1.
---Zitat von Artikel--- Die Autos sind als Prototypen in die USA importiert worden und dürfen deshalb dort nicht verkauft werden. Sie besitzen keine Zulassung als Serienfahrzeug. "Von Anfang war klar, dass die Einsätze der Fahrzeuge zeitlich begrenzt sein würden", sagte der Konzernsprecher. ---Zitatende--- Das klingt sehr logisch und man fragt sich, welchen Sinn der ganze Artikel macht. Oder soll mit der Überschrift irgendein (Klick)Reflex ausgelöst werden?
l3m0nh34d 26.05.2014
2.
Ich würde lieber den 1er mit Elektroantrieb auf der Straße sehen als dieses hässliche Teil von i3. So wie es VW mit dem up! und dem Golf macht.
dennis_89 26.05.2014
3. Relevanz?
Welche Relevanz besitzt denn dieser Artikel überhaupt? Es ist scho IMMER gängige Praxus, dass Prototypen verschrottet werden - Elektroauto hin oder her! Das hat teils auch mit den verbauten Messsystemen etc. zu tun. Warum das jetzt einen Bericht wert ist, ist mir schleierhaft. Meinungsmache? Erst kürzlich fuhr der Nachbar mit einem locker 70.000? teuren Prototypen vor mit dem Hinweis: "Der wird in 2 Wochen verschrottet." Macht ja auch Sinn: Keine Zulassung und viel zu hoher Umbauaufwand.
joeeoj 26.05.2014
4. Regt euch lieber darüber auf ...
... das die Autoindustrie enorme Ressourcen verschwendet um Fahrzeuge zu bauen, die statt 150.000km auch 3.000.000km laufen könnten ohne das der Preis gravierened höher würde. Das ist Verschwendung und CO2 Sünde.
sirmika 26.05.2014
5. Wenn Ihr Auto nur 150.000 km
läuft, sollten Sie vielleicht mal die Fahrweise oder Pflege ändern.
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