BMW F 800 S Mittelklasse, wir kommen

Vor 13 Jahren erschloss BMW mit dem Einzylinder-Motorrad F 650 eine neue Kundenschicht. Endlich gab es auch ein Bike für Menschen, die weder ein Boxer- noch ein Vierzylinder-Modell reiten wollten. Nun betritt BMW abermals Neuland - mit dem Zweizylinder-Modell F 800 S.


Die Motorrad-Mittelklasse ist bislang die Domäne der japanischen Hersteller. Honda und Yamaha, Kawasaki und Suzuki geben in diesem Segment den Ton an. Bis jetzt - ab 12. Mai könnte sich das ein wenig ändern. Denn dann tritt BMW mit einem neuentwickelten Motorrad erstmals in dieser Klasse an. "Die neue F 800 soll die Lücke zwischen den Einzylinder- und den Boxermodellen schließen", sagt BMW-Sprecherin Stefanie Löwenstein. Die vierte Baureihe trägt den Namen F 800; zwei Modellvarianten, das Sportmotorrad S sowie der Sporttourer ST werden angeboten. Zunächst, denn  Stefanie Löwenstein sagt: "Das soll eine richtige Familie werden."

BMW F 800 S: Schlank, schnell und sparsam.

BMW F 800 S: Schlank, schnell und sparsam.

Knapp vier Jahre lang dauerte die Entwicklungszeit für die F-800-Modelle. Das Herzstück des neuen Bikes ist ein ebenfalls neu entwickelter Parallel-Twin, den BMW gemeinsam mit der österreichischen Firma Bombardier-Rotax entwickelte. Der Zweizylinder mit 798 Kubikzentimeter Hubraum und Vierventiltechnik leistet 85 PS (62,5 kW) und setzt ein maximales Drehmoment von 86 Newtonmeter frei. Die Fahrleistungen sind beachtlich: In 3,5 Sekunden sprintet das Motorrad von 0 auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit gibt BMW mit "über 200" an, der Durchschnittsverbrauch dürfte sich bei knapp fünf  Litern Superbenzin je 100 Kilometer einpendeln.

Besonders stolz sind  die Motorenentwickler auf einen Massenausgleich, wie er bislang noch nie im Serien-Motorenbau umgesetzt wurde. Statt einer konventionellen Gegengewichtswelle arbeitet die Maschine in der F 800 mit einem in der Mitte der Kurbelwelle geführten Gelenksystem, das ein Ausgleichspleul gegenläufig zu den beiden Motorpleueln bewegt. Das Resultat dieser komplexen Konstruktion: Der Motor läuft extrem vibrationsarm und leise.

Lob fürs Fahrwerk, Schlucken beim Preis

BMW stellt das neue Motorrad derzeit in Südafrika vor. Nach ersten Fahrberichten zu urteilen, haben die Techniker der F 800 ein sehr präzises, feinfühliges und ausgewogenes Fahrwerk konstruiert. Die Zutaten sind eine Telegabel sowie eine Einarmschwinge aus Aluminium, der Antrieb erfolgt über einen Zahnriemen. Eine Doppelscheibenbremse am Vorderrad und eine Einscheibenbremse hinten sorgen für effiziente Verzögerung - als Option bietet BMW ein ABS für die F-800-Modelle an.

Während die F 800 S bereits am 12. Mai und ab 8450 Euro bei den deutschen Händlern stehen wird, folgt die F 800 ST erst im September - und zwar ab einem Preis von 9150 Euro. Im Unterschied zur sportlichen S verfügt die Variante ST über ein höheres Windschild, eine tiefer gezogene Verkleidung, einen höheren Lenker, eine Gepäckbrücke, andere Räder und eine lackierte Radabdeckung vorne. Das bedeutet einen Gewichtszuwachs von fünf Kilogramm, doch beide Motorräder sind sehr schlank gebaut. Die F 800 S wiegt übrigens fahrbereit 204 Kilo.



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