BMW R 1200 GS Ich bin zwei Motorräder

Erst schwappte die SUV-Welle über den Automarkt, nun haben die Motorradbauer offenbar den Trend zum SUB entdeckt, zum "Sport Utility Bike". BMW verkündet, die neue R 1200 GS biete eine "bisher unerreichte harmonische Synthese aus Offroad- und Onroad-Eigenschaften".


BMW R 1200 GS: "Harmonische Synthese aus Offroad- und Onroad-Eigenschaften"

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Vor 25 Jahren galten Geländemotorräder vor allem als Rennsportgeräte. Doch als BMW 1979 die Deutsche Geländemeisterschaft gewann, bekamen die Entwickler grünes Licht, um eine Serienversion der siegreichen Maschine auf die Räder zu stellen. Ergebnis war die R 80 GS - das Kürzel steht für Geländestraße - die erste großvolumige Enduro auf dem Motorradmarkt. Die Kombination aus mächtigem Hubraum verteilt auf zwei Zylinder, Kardanwelle und Einarmschwinge bei einer Enduro galt damals als Sensation - BMW hatte damit das Segment der "Reiseenduros" begründet.

Seit 1980 wurden 170.000 GS-Modelle weltweit ausgeliefert. Globetrotter erkoren das Bike zu ihrem Fortbewegungsmittel, im Rennsport holte die Maschine mehrere Siege bei der Wüstenrallye Paris-Dakar. Zuletzt galt der Typ BMW R 1150 GS als Referenzmodell in dieser Klasse.

Doch nun schlägt BMW ein neues Kapitel in der GS-Historie auf. Nach bewährtem Rezept ist die neue Maschine noch wuchtiger, stärker, ausgefuchster. Immerhin: Einige entscheidende Parameter konnten bei der neuen R 1200 GS auch gesenkt werden. Das Gewicht zum Beispiel sank dank Leichtbau (unter anderem beim Kardanantrieb und beim Motor) um 30 Kilogramm auf nun 225 Kilogramm. So viel wiegt das fahrbereite Motorrad, das ab 13. März bei den Händlern stehen wird.

SUB-Bike von BMW: Die R 1200 GS erhielt 98 PS und ein Drehmoment von 115 Nm

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Komplett neu sind auch der nun 1200 Kubikzentimeter große Boxermotor, das Sechsganggetriebe und die Telelever-Schwinge am Vorderrad sowie die Paralever-Aufhängung des Hinterrads. Die Motorleistung steigerten die Ingenieure um 18 Prozent auf jetzt 98 PS (72 kW), beim Vorgängermodell waren es noch 85 PS (63 kW). Auch das Drehmoment wurde deutlich erhöht, auf nun 115 Newtonmeter. Die Fahrwerte deuten auf ein ausgesprochen agiles Motorrad hin. 205 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit, die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 ist in 3,4 Sekunden erledigt. Der Durchschnittsverbrauch dürfte sich bei rund 5,5 Liter je 100 Kilometer einpendeln.

Noch nie gab es einen so großen Motor in einer Enduro. Die wichtigste Neuerung, neben dem Hubraumzuwachs, ist eine Ausgleichswelle, die BMW erstmals bei einem Boxeraggregat einsetzt. Dadurch sollen die Vibrationen auch bei hohen Drehzahlen "bis auf eine Restgröße" eliminiert werden. Ruhigeres Reisen soll so ermöglicht werden.

Zum Langstreckenkomfort tragen auch das fünffach verstellbare Windschild, die bequeme, höhenverstellbare Sitzbank und der geschickt geformte 20-Liter-Tank bei. Der Fahrer sitzt "in" der Maschine, was dem Handling zugute kommt. Im Cockpit kommt Digitaltechnik zum Einsatz, die Instrumente werden bei Dunkelheit automatisch beleuchtet.

Neue Auflage der Reiseenduros: Die R 1200 ist leichter, aber wuchtiger

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Die Liste der Sonderausstattungen ist lang. Zu finden sind auf ihr unter anderem abschaltbares ABS, beheizte Lenkergriffe, Kreuzspeichenräder und eine Diebstahlwarnanlage. Dazu gibt es Koffer und Topcase, die zusammen einen Stauraum von knapp 130 Liter bieten.

Zwölf Farbkombinationen bietet BMW für die R 1200 GS an, wenn man die möglichen Kombinationen aus Grundfarbe (wüstengelb, felsrot, ozeanblau), Sitzbankfarbe (hellgrau, schwarz) und die Lackierung der Seitencover (granitgrau, schwarz) zusammenzählt. Der Preis des Basismodells beträgt 11.500 Euro. Und für den wahrscheinlichen Fall, dass die Maschine erneut so beliebt wird wie ihre Vorgänger, installiert BMW serienmäßig eine elektronische Wegfahrsperre.



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