Neue BMW R 1250 GS Der Thronfolger

Für BMW Motorrad ist der Dauerbrenner 1200 GS so etwas wie der Golf für VW. Jetzt stellen die Münchner Entwickler das Modell 1250 GS vor: Optisch nichts Neues, dafür hat der Motor es in sich.

BMW Motorrad

Die deutschen Motorrad-Charts sind eine langweilige Angelegenheit. Ganz oben steht seit Jahrzehnten eine GS aus dem Hause BMW. Der Zweitplatzierte kommt nicht ansatzweise auf vergleichbare Stückzahlen. Zwischen Flensburg und Garmisch setzen die Münchener Jahr für Jahr um die 7500 Exemplare ihres Verkaufsschlagers ab.

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Neue BMW R 1250 GS: Dauerbrenner mit starkem Herz

Das erste GS-Modell war im Jahr 1980 die R 80 G/S, ein simples und bockbeiniges Sportgerät. Doch die Idee einiger Offroad-Enthusiasten kam an. Nach fast 40 Jahren unaufhörlicher Hubraumerhöhung und zahlreichen Verästelungen im Modellstammbaum kommt die GS, die die Motorradsparte von BMW in den Achtzigerjahren vor dem Bankrott rettete, weltweit auf geschätzte 750.000 verkaufte Exemplare. Die bayerische Groß-Enduro - zuletzt in der Version 1200 GS - ist traditionell das Maß, an dem sich andere Hersteller von mehr oder weniger geländegängigen Reise-Allroundern messen lassen müssen.

"GS steht für eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte und hat für unsere Marke eine enorme Bedeutung", sagt Ralf Rodepeter, der Leiter Marketing und Produktmanagement in München, und meint: Die GS sei für BMW Motorrad, was der Golf für Volkswagen war. Da wird jede Veränderung eine Gratwanderung, die am Ende des Jahres über die schwarzen Zahlen in der Bilanz entscheidet.

Aufwändige Herzoperation

Die Münchener Entwickler sind bei der neuen R 1250 GS, die ab Oktober 2018 geliefert werden soll, entsprechend vorsichtig zu Werke gegangen. Die Designer waren sogar extrem zurückhaltend. Rein optisch unterscheidet sich das neue Modell vom Vorläufer nur durch kleinere Verkleidungskorrekturen, durch Aufschriften, andere Farben und ein neues Cockpit.

Zur Sache gegangen sind die Techniker dagegen beim Boxermotor, dem BMW 2013 nicht zuletzt wegen strengerer Auflagen für Geräusch- und Abgasemissionen eine kombinierte Luft-Öl-Kühlung spendiert hat. Beim aktuellen Modellsprung von der 1200 auf die 1250 GS hat BMW den Hubraum deutlich erhöht, von 1170 auf 1254 Kubikzentimeter. Das schlägt sich in mehr Leistung und Drehmoment nieder, die Enduro hat 136 PS und ein maximales Drehmoment von 143 Newtonmeter. Beide Werte sind um etwa zehn Prozent im Vergleich zum Vorgänger gestiegen.

Zum ersten Mal setzt BMW zudem bei einem Motorrad die ShiftCam-Technologie ein, mit der variable Ventilsteuerzeiten erreicht werden. Das Münchener Verkaufsargument dabei: mehr Kraft über das gesamte Drehzahlband, weniger Verbrauch, bessere Emissionswerte sowie gesteigerte Laufruhe und Laufkultur.

Kern der Technik ist auf der Einlassseite jedes Zylinders eine bewegliche Nockenwelle, auf der für jedes der beiden Ventile zwei verschieden gestaltete Nocken sitzen. Je nach der variablen Nutzung einer der beiden Nocken über einen Stellmotor verändern sich Ventilhub und Steuerzeiten und damit die Charakteristik des Motors.

Modellspielereien

Technologisch und elektronisch ist das neue Mitglied in der traditionsreichen GS-Boxer-Garde auf dem Stand der Dinge. Zwei Fahrmodi "Road" und "Rain", automatische Stabilitätskontrolle ASC, Anfahrhilfe am Berg und LED-Scheinwerfer gibt es serienmäßig. Mit der Sonderausstattung "Fahrmodi Pro" kann die R 1250 GS mit der dynamischen Traktionskontrolle DTC und den drei Fahrmodi "Dynamic", "Enduro" und "Enduro Pro" aufgerüstet werden. Für Offroad-Freunde ist diese Option an Muss.

Steuerung wie von Geisterhand: BMW stellt erstes autonom fahrendes Bike vor

Glanzstück im Cockpit der 1250 GS ist das serienmäßige und 6,5 Zoll große Vollfarb-TFT-Display. Wenn es - was technisch problemlos machbar ist - eine während der Fahrt gesperrte Touchscreen-Funktion gäbe, würde der GS- Bildschirm als Premium-Tablet durchgehen.

Telefonieren und Musikhören sind möglich, Smartphones sind vollständig angebunden. Wer sich die BMW Motorrad Connected App lädt, kann sich auf dem Motorrad-Display eine Pfeilnavigation anzeigen lassen.

BMW stellt die R 1250 GS Anfang Oktober auf der Motorradmesse INTERMOT in Köln in verschiedenen Modellausführungen vor.

Die Basisvariante mit Gussrädern wird in den Farben Blackstorm metallic und Cosmicblue metallic geliefert. Die Style-Variante "R 1250 GS Exclusive" in der Farbkombination Blackstorm metallic / nachtschwarz soll den eher straßenorientierten Fahrer ansprechen. Die "1250 GS HP" mit Speichenrädern in der Farbkombination Lightwhite uni / Racingblue metallic / Racingred wird als "Offroad-kompetente Reiseenduro" verkauft.

Die Preise? Die Basisausführung beginnt bei 16.150 Euro; eine 1250 GS HP mit der Sonderausstattung "Fahrmodi Pro", einem Frästeilepaket und einem HP-Sportschalldämpfer knackt dagegen die 20.000 Euro Hürde - ohne Reiseausrüstung.

Fahrzeugschein
Hersteller: BMW
Typ: R 1250 GS
Karosserie: Motorrad
Motor: Zweizylinder-Boxermotor
Getriebe: Sechsgang
Hubraum: 1.254 ccm
Leistung: 136 PS (100 kW)
Drehmoment: 143 Nm
Höchstgeschw.: 200 km/h
Gewicht: 249 kg
Preis: 16.150 EUR


insgesamt 75 Beiträge
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Seite 1
sponnerd 17.09.2018
1. Wow!
Erstaunlich viel Motorrad für das aufgerufene Geld, insbesondere, da es sich ja um eine BMW handelt. Sollte der genannte Preis von 16,- Euro korrekt sein, bestelle ich mir mal 2 oder 3 obwohl ich noch nicht einmal einen Motorrad-Führerschein habe.
sebko 17.09.2018
2. Langweilig
Genau wie der Golf. Durchschnittsmotorrad und Durchschnittsauto des Durchschnittsdeutschen. Toll. Hubraumerhöhung. Etwas mehr Leistung. Wahnsinn. Das weckt richtig Emotionen!
burlei 17.09.2018
3. Und etwas weiter unten ein Video ...
... über die BMW R1200GS, die auf den autonomen Fahrbetrieb umgerüstet wurde. Da grübelt man doch, welche Maschine man sich holt. Die R1250GS oder die autonome R1200GS .... Hmmmm.... Ich glaub, ich hol mir die autonome. Die kann ich zum Ausflug ins Grüne los schicken und selber auf dem Sofa hocken bleiben.
ollux 17.09.2018
4. 16 Euro ist
natürlich ein klar erkennbarer Schreibfehler von Spiegel Online und sollte nicht weiter kommentiert werden, zumal der Preisrahmen deutlich im Text beschrieben ist. Wer diese Maschine ( ich kenne nur den aktuellen Vorgänger Bj. 2016) einmal bewegt hat, versteht weshalb die BMW ein Klassiker ist. Da gibt es zwar scheinbar Vergleichliches, ist aber letztlich nur 2. Wahl.
prince62 17.09.2018
5. Egal ob Auto oder Motorrad, BMW ist immer der gleiche Langweiler
Da lob ich mir noch das Vorbild Suzuki DR Big 750 von 1989, die bei mir immer noch in der Garage steht und zuverlässig die Ausfahrten absolviert, Einzylinder und eine Zuverlässigkeit wie früher mal gang und gäbe undnicht so übermotorisierte, überelektronierierte Dinosaurier wie die BMW-Nachbauten seitden 80er Jahren, die alle gleich ausschauen und alle von den gleichen Leuten gefahren werden, pensionierte Oberlehrer und -studienräte die auch nicht andere Motorradfahrer grüßen, wie allgemein seit Jahrzehnten üblich, denn BMW-Fahrer fahren ja kein Motorrad, die fahren BMW, das ist was viel besseres. Ich fahre jetzt seit 30 Jahren meine Suzuki, die ich gekauft und angemeldet hatte, als die beiden Erichs noch im Osten das Sagen hatten und in Deutschland der Bimbeskanzler!
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