Illegale Abschalteinrichtung BMW ruft 12.000 Dieselautos zurück

BMW beginnt mit dem Rückruf von rund 12.000 Dieselfahrzeugen. In den Modellen der 5er- und 7er-Baureihe ist eine illegale Abschalteinrichtung verbaut. Der Hersteller spricht von einer handwerklichen Panne.

BMW-Fahrzeuge der 7er-Reihe in der Produktion im BMW-Werk in Dingolfing
DPA

BMW-Fahrzeuge der 7er-Reihe in der Produktion im BMW-Werk in Dingolfing


BMW ruft 11.700 Dieselautos mit unzureichender Abgasreinigung in die Werkstatt. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) habe das Softwareupdate genehmigt, die Autofahrer seien bereits angeschrieben worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in München.

Die betroffenen BMW 5er und 7er mit der aktuellen Abgasnorm Euro 6 stoßen sowohl auf der Straße wie auch auf dem Prüfstand zu viel Stickoxid aus. Laut BMW werden ihre Motoren mit einer Software für SUV-Modelle gesteuert. Konzernchef Harald Krüger hatte auf der Hauptversammlung von einer handwerklichen Panne gesprochen. Das KBA hatte den Rückruf der Autos wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung angeordnet. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt.

Der amtliche Rückruf ist für BMW ein herber Rückschlag. Bislang hatte der Konzern im Abgasskandal stets die Rolle des Saubermanns reklamiert. Tatsächlich trieb der Hersteller im Vergleich zur Konkurrenz auch bei vielen Modellen einen höheren technischen Aufwand. BMW verbaute Speicherkat-Systeme und sogenannte SCR-Katalysatoren (AdBlue) parallel, um die Abgase vom Stickoxid zu säubern und schnitt in Straßentests vielfach auch besser ab als die Fahrzeuge der Konkurrenz.

ene/dpa



insgesamt 33 Beiträge
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7eggert 22.06.2018
1.
Die Maximallaufzeiten der Abgasreinigung erden von früher 1200 Sekunden aufgerundete NEFZ-Dauer und danach 2000 Sekunden WLTP nun auf welchen Wert gesetzt?
hreisslein 22.06.2018
2. BMW Dieselsumpf
2017: Harald Krüger auf der Automobilmesse IAA selbstsicher: „Es gibt keine Abschalteinrichtungen bei BMW“. Managementfehler aber keine handwerklichen Fehler. Wird Zeit, alle BWM-Diesel mal aus dem Verkehr zu ziehen, bis endgültig geklärt ist was hier manipuliert wird.
sikasuu 22.06.2018
3. Der Hersteller spricht von einer handwerklichen Panne.:-(
Das hat mal wieder irgendein "untergeordneter" Mitarbeiter, ganz aus versehen, die falsche Software aus dem Ordner "Die nicht nehmen, die ist illegal& nur fürs...." aufgespielt. . Ich kann sie nicht mehr hören, diese billigen & durchschaubaren Ausreden. . In einer Produktion in der die letzte Schraube festgelegte spezifische Werte&Normen haben muss.... sind solche Sprüche nur noch peinlich. .
Pickle_Rick 22.06.2018
4.
Vielleicht übersehe ich ja gerade etwas aberwieso ist die Rede von einer illegalen Abschaltvorrrichtung? Siehe zu dem Thema folgende Quelle: https://www.focus.de/auto/news/abgas-skandal/bmw-spielte-falsche-software-auf-manipulation-auch-bei-bmw-das-steckt-hinter-dem-diesel-rueckruf_id_8518613.html "Eine korrekt entwickelte Software wurde einigen dafür nicht geeigneten Modell-Versionen irrtümlich zugeordnet.(...)Dabei handelt es sich um den X5 und X6. Die älteren BMW-Modelle des früheren 5er und 7er hatten diese kombinierte Technik aber noch nicht an Bord, sondern nur einen NOx-Speicherkat - weil sie auch ohne die neuen Techniken die gesetzlichen Grenzwerte einhalten konnten. " Die Autos haben mit der falschen Software natürlich nicht richtig gearbeitet. Hätten sie die korrekte Software gehabt, die keinen SCR-Katalysator benötigt, dann wären die Fahrzeuge nicht mit zu schlechten Werten unterwegs gewesen. Man darf sich natürlich fragen wieso die Software nicht wie üblich alle Komponenten abfragt und dann eine Fehlermeldung ausgibt. Im besten Fall hieße es dann "SCR-Kat ist kaputt, bring mich in die Werkstatt". Im schlechtesten Fall startet die Kiste nicht mal mehr. Nur so wie ich das verstehe, hat BMW die 5er und 7er mit der Aktion unnötigt schlechter gemacht, da sie die Werte angeblich auch so einhalten.
sikasuu 22.06.2018
5. ... werden ihre Motoren mit einer Software für SUV-Modelle gesteuert.
Und da hat sich jemand "vergriffen", ohne dass das sofort auffiel? ;-( . Wenn man die Menge von Soft-Ware Paketen die in modernen Autos drinstecken & die die demnächst bei Level III-V im PKWs verbaut sein werden mal ansieht, sollten die Hersteller den "wichtigsten Knopf im PKW" MÖGLICHST nicht wegrationalisieren. . "Abschalten der kompletten IT & Notsteuerung per Mensch&Hand!" . "Handwerkliche Fehler" dieser Art in anderen Software Komponenten, dürften sich dann nicht mehr mit einem Up-Date beheben lassen. Damit kann man kein zerkneultes Blech & schlimmeres mehr richten:-( . In anderen Branchen werden die "Fahrzeuge" bei solchen Stunts bis zur Beseitigung der Fehler "gegroundet"! . Stelle mir gerade vor, wie eine komplette Jahresproduktion gleich welchen Herstellers, wegen solch einem "hnadwerklichen Fehler" bzw wegen eines "kaputten Up-Dates" stillgelegt werden muss:-(... Da kommt Freude auf
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