BMW Sechser Coupé: Abschied vom Bangle-Bürzel

Von Tom Grünweg

Der Fahrplan ist eng getaktet: Kurz nach dem Debüt des Sechser Cabrios liefert BMW die ersten Fotos vom neuen Coupé, das auf der Motorshow in Shanghai seine Weltpremiere feiern soll. Sie zeigen einen GT, der endlich wieder wie aus einem Guss wirkt.

BMW Sechser Coupé: Der Beau aus Bayern Fotos

Lorbeeren, auf denen man sich ausruhen könnte, kennen die BMW-Leute nicht. Eben noch bitten die Bayern zur Testfahrt mit dem neuen Sechser Cabrio, und schon zaubern sie das passende Coupé aus dem Hut. Zwar enthüllen sie das Auto offiziell erst nächsten Monat auf der Motorshow in Shanghai, und die Auslieferung beginnt nicht vor September. Doch um die Kunden schon mal einzustimmen, veröffentlichen sie jetzt die ersten Fotos, die technischen Daten und die Preise. Die sind so stattlich, dass ein bisschen Vorlauf zur Finanzplanung nicht schaden kann: Immerhin startet das Vergnügen bei 74.700 Euro. Vom Cabrio trennen das Coupé damit rund 9000 Euro, aber zum passenden Siebener fehlen nur noch 4000 Euro.

Mehr noch als die offene Version des Luxusliners wirkt das neue Coupé endlich wieder wie ein Auto aus einem Guss: Fast vier Zentimeter breiter als der Vorgänger, ein wenig flacher und mit acht Zentimetern Radstand spürbar gestreckt, wirft der Sechser nun vollends den Ballast der Ära Bangle ab und zeigt sich in klaren, fließenden Formen. Die neue Haifischnase reckt sich weit in den Wind, die Motorhaube ist lang wie bei einem Spotwagen, die Flanke ziert nur eine markante Sicke, das Dach zerfließt förmlich im Wind und am Heck ist endlich Schluss mit dem lästige Bürzel. Statt an den ungeliebten Vorgänger erinnert der Sechser nun aus manchen Perspektiven sogar an den alten Achter, der es mittlerweile zur Stilikone gebracht hat.

Wie das Cabrio stammt auch das Coupé aus dem Baukasten von Fünfer und Siebener. Bei Antrieb und Assistenzsystemen gibt es deshalb zwischen den beiden Varianten kaum einen Unterschied. Auch den geschlossenen Zweitürer kann man mit allen Extras vom Voll-LED-Scheinwerfer bis zum Nachtsichtsystem mit Fußgängererkennung bestellen. Und hier wie dort beginnt der Verkauf mit zwei Motoren, die so stark sind, dass ihnen die Elektronik bei 250 km/h den Hahn zudrehen muss.

An der Basis arbeitet ein drei Liter großer Sechszylinder mit 320 PS, der der GT-Sportwagen mit bis zu 450 Nm in 5,4 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und im mittel 7,7 Liter verbraucht. Wer 11.000 Euro mehr investiert, bekommt neben der besseren Ausstattung auch zwei weitere Zylinder und 1,4 Liter mehr Hubraum. Dann stehen 507 PS und 600 Nm im Datenblatt, der Sprint auf Tempo 100 gelingt in 4,9 Sekunden und der Durchschnittsverbrauch klettert auf 10,4 Liter. Vermutlich schon im nächsten Jahr gibt es auch einen Diesel sowie eine M-Version. Die hat zwar künftig nur noch acht statt bislang zehn Zylinder, wird aber mindestens die 555 PS aus dem X5 M erreichen. Mit etwas Glück fällt auch die 600-PS-Marke.

"Aller guten Dinge sind drei"

Obwohl das Coupé technisch ein Zwilling des Cabrios ist, haben sich die Entwickler mehr Neuheiten einfallen lassen als die optionalen Keramik-Applikationen auf den Drehschaltern im Cockpit. Den Eco-Pro-Mode zum Beispiel. Ihn gibt es genau wie die serienmäßige Start-Stopp-Automatik allerdings nur für den Sechszylinder. Während die Dynamic-Funktion im Bedienmenü ein wenig nachwürzt und damit die achtstufige Automatik aggressiver, das Fahrwerk härter und die optionale Aktivlenkung samt Hinterachseingriff sportlicher macht, gibt sich das Coupé im Eco-Pro-Mode betont entspannt. Das Gaspedal reagiert wie die Schaltung etwas träger, der Tempomat lässt sich beim Beschleunigen mehr Zeit, und sogar Klimaautomatik, Sitz- und Spiegelheizung gehen etwas zurückhaltender zu Werke. Wie viel man damit spart, will BMW noch nicht verraten. Doch kann zumindest der Fahrer jeden Kilometer mehr Reichweite später am Bordcomputer ablesen.

Jetzt, wo das Cabrio am Start und das Coupé zumindest halbwegs enthüllt ist, könnten sich die Entwickler eigentlich anderen Baureihen zuwenden. Doch anders als beim Vorgänger ist die Palette diesmal noch nicht komplett: Mit Blick auf den Mercedes CLS und den Audi A7 arbeiten die Ingenieure noch an einer weiteren Modellvariante, die mit vier Türen zum Gran Coupé wird. "Bei der Familienplanung für den Sechser halten wir es künftig wie der Volksmund", sagt ein BMW-Manager: "Aller guten Dinge sind drei."

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insgesamt 34 Beiträge
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1. austauschbar
avsch 15.03.2011
Aus einem Guss? Sieht aus wie das Audi A5 Coupe. Und wie bei BMW üblich: schau, ich bin "Design".
2.
fx33 15.03.2011
Noch ein völlig überflüssiges Modell...
3. -.-
ohjeee 15.03.2011
Zitat von fx33Noch ein völlig überflüssiges Modell...
noch ein völlig überflüssiger Kommentar... solange das Modell gekauft wird, scheint es nicht überflüssig zu sein, oder!?
4. Endlich mal wieder ein "schöner" BMW
maros 15.03.2011
Hatte die Hoffnung ja schon fast verloren.
5. Aha
cor 15.03.2011
Zitat von fx33Noch ein völlig überflüssiges Modell...
Genau wie Ihr Kommentar. Wieso überflüssig? Weil es mehr als 3 Zylinder hat und mehr als 10000 Euro kostet oder wie? Es gibt Leute, die haben Spass an Autos, auch wenn Sie das wahrscheinlich nicht nachvollziehen können.
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