München - Eine Millionen Elektrofahrzeuge im Jahr 2020 auf deutschen Straßen? Dieses Ziel der Regierung hält BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer derzeit für unmöglich. "Im vergangenen Jahr wurden gerade einmal 2000 verkauft, davon 100 an Privatkunden", sagte er am Donnerstag. Für die Kunden seien E-Autos einfach zu teuer. Damit trotz der hohen Preise mehr gekauft würden, brauche es Anreize. Diese müssten seiner Meinung nach nun von der Bundesregierung kommen, "zum Beispiel aus dem Steuerrecht".
Opel-Technikvorstand Rita Forst pflichtete Reithofer bei. "Die Kunden erwarten bezahlbare Alternativen hier und jetzt, aber der Kaufpreis stellt ein großes Problem dar", sagte sie auf der "Handelsblatt"-Auto-Jahrestagung in München. Wenn Europa den Abschied von fossilen Energien wirklich ernst meine, "dann sind finanzielle Anreize die einzige logische Konsequenz", sagte Forst. "Die Autoindustrie braucht weitere, stärkere Unterstützung." Schließlich müsse sie mit Elektroautos auch Geld verdienen.
Frankreich als Negativ-Beispiel
Widerspruch erhalten die Auto-Manager von Stefan Bratzel vom Zentrum für Automotive Management in Bergisch Gladbach. Staatshilfen seien der falsche Weg. Bratzel verweist auf Frankreich: "Auch dort sind nur ein paar tausend Fahrzeuge verkauft worden, trotz Subventionen."
Benzin- und Dieselmotoren werden immer sparsamer, die Hürde für den Kauf eines Elektroautos damit noch höher, sagte er am Rande der "Handelsblatt"-Tagung. "Reine Elektromobilität wird deshalb eine kleine Nische bleiben." Die Autoindustrie sollte stattdessen Plug-in-Hybridautos durch größere Stückzahlen billiger machen, sagte Bratzel.
cst/dpa
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