Autogramm BMW X5: Es kommt noch dicker

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Autogramm BMW X5: Wie gehabt Fotos
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Wie erneuert man ein Erfolgsmodell? Am besten, indem man nicht viel ändert. Nach dieser Maxime entwickelte BMW die dritte Generation des Allradlers X5. Der wurde größer, edler, komfortabler und sogar etwas sparsamer. Und dann gibt es da noch ein Schlüsselerlebnis.

Der erste Eindruck: Das Ding wirkt wie ein Faustkeil. Die größte Überraschung beim Erstkontakt mit dem neuen BMW X5 ist der Zündschlüssel, denn der sieht anders aus als gewohnt. Für das Auto gilt das weniger. Einerseits wurde praktisch jedes Blechteil der neuen, dritten Generation des Geländewagens verändert. Andererseits bleibt der Aha-Effekt aus.

Das sagt der Hersteller: "Er war der erste seine Art", sagt BMW-Entwicklungsvorstand Herbert Diess über den X5, der erstmals vor zwölf Jahren auf den Markt kam und einer der ersten Allradler war, die fast ausschließlich auf der Straße gefahren werden. Die konsequente Onroad-Abstimmung kommt bei den Kunden an. "Bisher haben wir mehr als 1,3 Millionen X5 verkauft", berichtet Diess. Selbst im letzten Verkaufsjahr hat das jetzt auslaufende Modell noch einmal zugelegt - und ordentlich Geld nach München gespült. "Großes Auto, große Absatzzahlen, große Deckungsbeiträge", sagt Diess mit leuchtenden Augen.

Diese Deckungsbeiträge, also der Gewinn pro Auto, sollen künftig noch größer werden. Denn BMW hat gelernt, dass die Kunden im X5 im Prinzip ein Luxusfahrzeug sehen - und den Wagen kräftig aufgewertet. Entwicklungsschwerpunkte waren deshalb vor allem mehr Komfort und mehr Ausstattung bis hin zum mit Leder bezogenen Armaturenbrett - weil man dafür Aufpreise verlangen kann. Technisch wiederum wurde der Wagen abgespeckt, denn erstmals wird der X5 auch mit Vierzylindermotor und Hinterradantrieb angeboten.

Das ist uns aufgefallen: Alles neu und trotzdem vertraut - schon in der ersten Minute fühlt man sich im X5 zu Hause. Erst Kilometer für Kilometer entdeckt man, was sich alles geändert hat. Den neuen, brillanten Monitor für Navi & Co. zum Beispiel, den iDrive-Drehknopf mit Sensorfeld, das Buchstaben per Fingerschrift erkennt, die feine Lichtleiste unter dem Lederbesatz im Cockpit - lauter Kleinigkeiten, die zusammen großen Eindruck machen.

Allerdings lässt die Begeisterung hinten nach. Denn für so ein riesiges Auto sind Platz und Komfort auf der Rückbank allenfalls durchschnittlich. Dafür ist wenigstens der Kofferraum gewachsen und lässt sich jetzt serienmäßig mit elektrischer Hilfe öffnen.

Was noch auffällt, ist der gesteigerte Fahrkomfort. In dieser Disziplin nähert sich der X5 dem 7er an; der Neue ist besser gedämmt und rollt weicher ab als je zuvor. Auf Wunsch gibt es zudem eine Luftfederung für die Hinterachse.

Nicht SUV, sondern SAV nennen die Münchner das Auto, "Sport Activity Vehicle". Wenn man den Fahrerlebnisschalter in Richtung Dynamik verschiebt, wird die Lenkung direkter, die Dämpfer werden straffer und die bislang nur fürs M-Modell verfügbare Dynamic Performance Control mit der aktiven Drehmomentverteilung an der Hinterachse treibt den Koloss noch schneller um die Kurven. Schon mit dem 258 PS starken Dieselmotor wird das Schwergewicht dann plötzlich überraschend agil und aggressiv - fast wie ein Sportwagen auf Stelzen.

Das muss man wissen: Den X5 gibt es ab 16. November zunächst als 450 PS starken V8-Benziner für 78.800 Euro oder als Sechszylinder-Diesel mit 258 PS für 59.400 Euro. Dass beide Motoren mehr Leistung entwickeln, liegt an höherem Einspritzdruck, stärkeren Turboladern und weiterem Feinschliff. Dass sie dabei zugleich um je 16 Prozent sparsamer geworden sind, liegt auch an anderen Faktoren. Zum Beispiel an bis zu 90 Kilogramm weniger Gewicht oder am niedrigeren cW-Wert von nun 0,31.

Die Motorenpalette wird später um zwei Sechszylinderaggregate mit drei Litern Hubraum und 306 PS (X5 35i) oder 313 PS (X5 40d) erweitert; außerdem kommt auch noch der Zwei-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 218 PS, der 52.100 Euro kosten wird. Es fehlen dann nur noch der M 550d als Powerdiesel mit 381 PS und ein Modell mit Plug-in-Hybridantrieb, das auf der IAA als Studie debütiert und 2015 als Serienauto antreten soll.

Das werden wir nicht vergessen: Am Ende der Testfahrt bleiben drei Dinge hängen. Wie wörtlich man die Sache mit dem Sports Activity Vehicle nehmen kann, wenn man in dem Zweitonner durch die Kurven einer einsamen Landstraße wedelt. Wie ruhig und gelassen man mit dem Allradler danach durch die Landschaft gondeln kann, bis sich der Puls wieder beruhigt hat. Und mit welcher Leidenschaft sich der Nobelhobel zur Not auch mal durch den Dreck wühlt und dabei mehr kann, als sich die meisten Fahrer zutrauen. Motto: Der Lack darf schmutzig werden, die Lackschuhe nicht.

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insgesamt 329 Beiträge
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1.
botellus_maximus 31.08.2013
Zitat von sysopBMWWie erneuert man ein Erfolgsmodell? Am besten, indem man nicht viel ändert. Nach dieser Maxime entwickelte BMW die dritte Generation des Allradlers X5. Der wurde größer, edler, komfortabler und sogar etwas sparsamer. Und dann gibt es da noch ein Schlüsselerlebnis. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/bmw-x5-die-dritte-generation-des-suvs-gibt-s-auch-ohne-allradantrieb-a-919426.html
Der Deckungsbeitrag hängt zwar mit dem Gewinn zusammen, beides sollte aber nicht durcheinander geworfen werden. Vor allem ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Gewinn pro Auto riesig.
2. Beleidigung für's Auge
LapOfGods 31.08.2013
Ein Artikel über ein Fahrzeug zu dessen Optik aus gutem Grund kein Wort verloren wird. Klar, die Technik wird toll sein, aber sonst ist diese fahrende Schrankwand genauso unförmig und hässlich wie alle SUVs. Herr, lass Geschmack regnen damit diese Kisten wieder von den Straßen verschwinden.
3. Absoluter Unfug !
Be-objective_ 31.08.2013
Zitat von sysopBMWWie erneuert man ein Erfolgsmodell? Am besten, indem man nicht viel ändert. Nach dieser Maxime entwickelte BMW die dritte Generation des Allradlers X5. Der wurde größer, edler, komfortabler und sogar etwas sparsamer. Und dann gibt es da noch ein Schlüsselerlebnis. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/bmw-x5-die-dritte-generation-des-suvs-gibt-s-auch-ohne-allradantrieb-a-919426.html
Da hat sich die BMW AG eine nicht nachvollziehbare Idee einfallen lassen..... Ein SUV, mit Pseudo-Verbrauchswerten und Pseudo-Tauglichkeit. Zitat Spiegel-Online: "Neue Bescheidenheit: Erstmals wird der X5 auch mit einen Vierzylindermotor und ohne Allradantrieb angeboten. Diese Dieselvariante mit zwei Liter Hubraum und 218 PS hilft BMW, das dicke SUV-Modell fast schon zum Öko-Mobil umzudeklarieren. "Mit einem CO2-Ausstoß von 149 g/km beweisen wir hier, dass solche großen Geländewagen auch in Zeiten verschärfter Flottenverbrauchswerte eine Zukunft haben", sagt ein Unternehmenssprecher." - Was nützt einem bitteschön dieses Auto ohne Allradantrieb ? -Zum Angeben für Möchtegernreiche und Stadtprolls aus einem gewissen Pseudo Millieu ?! Wofür dann so eine hohe Kiste ?! Da muss dem armen Verkäufer aber schon ein ganzes Arsenal an Argumenten bei Schulungen beigebracht werden um einen Fake "SUV" ohne Allradantrieb beim Kunden als logisches Konzept beizubringen ! Und das soll als Premium bezeichnet werden ?! Das ist Pseudodenken von Auto-Lobbyisten !
4. Na super
götzvonberlichingen_2 31.08.2013
Die Straßen sind jetzt schon zu eng, in Parkhäusern brauchen diese Kolosse zwei Stellplätze und dem Hintermann nehmen diese fahrenden Schrankwände die Sicht auf den Verkehr. Das mit dem Sitzplatz wird bei dieser Kategorie Fahrzeug eh völlig überbewertet - in 9 von 10 Fällen sitzt eh nur der Fahrer, die Fahrerin drin - vielleicht mal die kleinen Racker die sicher zur Schule gebracht werden müssen als Mitfahrer. Also das ideale Auto, wenn man den lieben Mitmenschen zeigen möchte, dass man das notwendige Kleingeld hat.
5.
jasper366 31.08.2013
Zitat von götzvonberlichingen_2Die Straßen sind jetzt schon zu eng, in Parkhäusern brauchen diese Kolosse zwei Stellplätze und dem Hintermann nehmen diese fahrenden Schrankwände die Sicht auf den Verkehr. Das mit dem Sitzplatz wird bei dieser Kategorie Fahrzeug eh völlig überbewertet - in 9 von 10 Fällen sitzt eh nur der Fahrer, die Fahrerin drin - vielleicht mal die kleinen Racker die sicher zur Schule gebracht werden müssen als Mitfahrer. Also das ideale Auto, wenn man den lieben Mitmenschen zeigen möchte, dass man das notwendige Kleingeld hat.
Auch wenn diese Argumente immer wieder Gebetsmühlenartig wiederholt werden, sie werden nicht richtiger... 1. Die meisten SUV / Geländewagen sind nicht länger und meist nur unwesentlich breiter als ein vergleichbares Fahrzeug im PKW Segment, oftmals sind die PKW sogar länger. vergleichen Sie einfach mal die Maße eines X5 und eiens 5er BMW, bzw Passat Konbi und Touareg... 2. Wenn vor Ihnen ein VW Lupo mit schwarz getönten Scheiben fährt sehen Sie auch nix und das ist nur ne motorisierte Gehhilfe und kein Auto von den Abmessungen her. Gleiches (keine Sicht) gilt übrigens auch für Sprinter, Busse, LKW, Transporter jedweder Art, bis unters dach vollgepackte PKW hinter denen Sie herfahren... Das Zauberwort heißt: ABSTAND
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Fahrzeugschein
Hersteller: BMW
Typ: X5 30d
Karosserie: Geländewagen/Pickup/SUV
Motor: Sechszylinder-Diesel
Getriebe: Achtgang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 2.993 ccm
Leistung: 258 PS (190 kW)
Drehmoment: 560 Nm
Von 0 auf 100: 6,9 s
Höchstgeschw.: 230 km/h
Verbrauch (ECE): 6,2 Liter
CO2-Ausstoß: 162 g/km
Kofferraum: 650 Liter
umgebaut: 1.870 Liter
Gewicht: 2.070 kg
Maße: 4886 / 1938 / 1762
Preis: 59.400 EUR


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